Nachwirkungen im Berufsverkehr

Das schwierige Pendeln nach dem Sturmtief „Eberhard“

Pendeln mit der Bahn noch nicht überall möglich

Heftige Windböen fegten am Sonntag einmal quer über die Republik, mancherorts sogar in Orkanstärke. Nachdem Sturmtief „Eberhard“ Deutschland ordentlich durchgepustet hat, müssen die Pendler zu Wochenbeginn teilweise noch mit unangenehmen Folgen rechnen.

Nach dem heftigen Sturm am Sonntag wird sich die Lage im Bahnverkehr am Montagmorgen wohl erst allmählich normalisieren. Es werde „immer noch starke Einschränkungen“ sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr geben, sagte eine Bahnsprecherin am frühen Montagmorgen. Im Laufe des Tages soll aber der Fernverkehr in und aus dem Ruhrgebiet wieder rollen. Auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr in NRW hat seinen Betrieb wieder aufgenommen. Die Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt ist wieder frei und kann eingeschränkt befahren werden.

Weil etliche Bäume auf die Gleise gestürzt waren und für einen Stromausfall im wichtigen Stellwerk Essen gesorgt hatten, war der Zugverkehr in NRW am Sonntagnachmittag komplett gestoppt worden. Zahlreiche Reisende strandeten an den Bahnhöfen. In Städten wie Dortmund, Duisburg, Köln oder auch in Berlin hatte die Bahn Aufenthaltszüge bereitgestellt, in denen gestrandete Fahrgäste auch die Nacht verbringen konnten.

Zahlreiche Bahnstrecken noch gesperrt

11.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Essen: Zugreisende stehen im Bahnhof vor der Informationstafel. Nachdem die Deutsche Bahn den Fern- und Nahverkehr gestern wegen des Sturmtiefs Eberhard eingestellt hatte, kommt es auch heute noch zu Verspätungen und
Sturmtief „Eberhard“ bringt auch am Montagmorgen nicht nur in NRW Probleme © dpa, Caroline Seidel, cas fdt

Nach dem sturmbedingten Ausfall des Zugverkehrs in Nordrhein-Westfalen sind am Montagmorgen die ersten Züge im Fern- und Regionalverkehr wieder gefahren. „Pendler sollten mit Verspätungen rechnen und sich in den Informationssystemen auf dem Laufenden halten“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montagmorgen. Auch in Niedersachsen und Bremen müssen Bahnfahrer noch Geduld mitbringen.

Viele der verursachten Schäden hätten in der Nacht behoben werden können, so dass im Fernverkehr wieder ein „stabiler Betrieb“ hergestellt ist. Lediglich einzelne Züge sollten noch ausfallen, etwa auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main. Einschränkungen gibt es noch auf den Strecken zwischen Köln-Düsseldorf, Köln Mönchengladbach, Altenbeken-Hamm (Westfalen) sowie zwischen Rosenheim und Kufstein. Auch im Raum Wuppertal gibt es noch große Probleme.

Sturm „Eberhard“ war am Sonntag mit Böen bis Windstärke 11 und 12 erst über NRW und Teile von Niedersachsen hinweggefegt, bevor es am Abend Thüringen und Sachsen erreichte. In Bestwig im Hochsauerlandkreis starb ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. In Chemnitz wurde ein Mann schwer verletzt, als sein Kleintransporter umgeweht wurde. Einsatzkräfte kämpften landesweit bei Tausenden von Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern. In Thüringen wurde ein Dorf durch quer liegende Bäume vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren hundert Einsätzen wegen des Sturms, während die nördlichen Bundesländer weitestgehend von „Eberhard“ verschont blieben.