Das Schmelzwasser kommt – das Hochwasser auch?

Durch Eis und Schnee fließt das Schmelzwasser ins Tal
Es taut: Durch Eis und Schnee fließt das Schmelzwasser ins Tal © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

In den Bergen hat das große Tauen eingesetzt

Die sommerlichen Temperaturen und fast endloser Sonnenschein in den letzten Tagen haben noch viel mehr als Glückshormone ausgelöst: In den hochalpinen Lagen hat nun das große Tauen eingesetzt. Die Pegelstände der Flüsse steigen seit ein paar Tagen kontinuierlich an, obwohl es gar nicht geregnet hat. Damit wird der Wasserstand auch im Mittel- und Niederrhein in den kommenden Tagen langsam ansteigen und ein extremes Frühjahrsniedrigwasser noch verhindert.

Pegelstände sind zu niedrig

Denn die Pegelstände sind allesamt zu niedrig für die Jahreszeit – am Niederrhein fehlen derzeit der Jahreszeit angemessene 1 bis 1,5 Meter Wasser. Diese können durch das Wasser aus den Alpen aber wohl nicht ersetzt werden. Die Elbe bei Dresden hat bereits nur noch einen Pegelstand von 1,16 Meter. Normal wären mindestens 2 Meter um diese Jahreszeit. Bei unter 1 Meter wird es für die Schifffahrt schon wieder sehr eng. Bleibt abzuwarten, was die nächsten Wochen so an Regen bringen.

Die gefährlichen Seiten von Tauwetter

Aber es hätte auch alles dramatischer werden können, denn Schnee gab es im Winter 2018/19 reichlich in den Alpen. Auf 4 bis 5 Meter türmten sich die Schneemassen nach tagelangen Schneefällen im Januar.

Schneekatastrophe in den Alpen - die Bilanz
Schneekatastrophe in den Alpen - die Bilanz Schnee ohne Ende und Lawinen 01:59

Beim Zusammenfallen von Schneeschmelze und landesweitem Starkregen bestünde nämlich sehr wohl die Gefahr von Hochwasser. Dank Trockenheit statt regenreicher Staulage blieb das aber aus. Die Regen- und Schneemengen der kommenden Tage sind längst nicht groß genug, um daran etwas zu ändern. Das packt die Natur. 

Tödliches Drama am Königssee

Schmelzwasser führt zu starker Strömung an den Zuflüssen des Königssees.
Zwei Männer sterben bei Badeunfall am Königssee - sie hatten offenbar die starke Strömung durch Schmelzwasser unterschätzt. © dpa, Ziegler, pat

Das Schmelzwasser kann trotzdem gefährlich sein. Am Dienstag waren zwei junge Männer beim Baden am Königssee ertrunken. In einer sogenannten Gumpe, in einem Wasserloch eines Zulaufs nur wenige Höhenmeter über dem See, suchten sie bei schönstem Sommerwetter Erfrischung. Das Gewässer führt derzeit viel Schmelzwasser, was zu einer besonders starken Strömung führt. Die Rettungskräfte hatten aufgrund der Strömung Schwierigkeiten zu den Männern zu gelangen. Sie konnten die beiden nur tot bergen.