Das Pfingstunwetter von 2014 - so sieht es 2019 aus

Die Gewitterfront des Tiefdruckgebiets „Ela“, auch als Pfingstmontag-Unwetter bekannt, überzog am 9. und 10. Juni 2014 vor allem Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen mit Unwettern. Wir haben uns nach fünf Jahren im Ruhrgebiet am Essener Baldeneysee umgeschaut. Die Zerstörung ist immer noch deutlich zu sehen. Die Aufforstung wird noch Jahrzehnte dauern.

Was war passiert?

Zwischen dem Tief „Ela“ über dem Ostatlantik und dem Hoch „Wolfgang“ über Osteuropa strömte während der Pfingsttage heiße Luft aus dem Süden nach Deutschland, die sich am Pfingstmontag auf bis zu 38 Grad aufheizte.

Dann bildete sich über dem Ärmelkanal ein Randtief Ela II, dessen Frontensystem kühlere Luft herantransportierte. Im Vorfeld der Front entstanden über Nordfrankreich und Belgien Gewitterzellen, die zum Abend zu einem großen Gewitterkomplex zusammenwuchsen. Am Flughafen Düsseldorf wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 142 km/h (Orkanstärke ab 118 km/h) gemessen. Gebietsweise fielen rund 40 Liter Niederschläge auf den Quadratmeter.

Bilanz der MEGA-Gewitterzelle

Pfingsten 2014 Bow WB
So sah das Radar die Gewitterzelle zu Pfingsten 2014

Alleine in Düsseldorf wurden ein Drittel (ca. 22.500) der Bäume stark beschädigt, rund 2.500 Bäume stürzten um. In Essen wurden knapp 20.000 Bäume zerstört. Die Verwüstungen sind auch fünf Jahre danach noch mehr als deutlich zu erkennen. Dabei kamen insgesamt sechs Menschen ums Leben, alleine in NRW wurden 30 Menschen schwerverletzt.

​Es kam zu schweren Verwüstungen und mehrere Tage anhaltenden Verkehrsbeeinträchtigungen auf den Straßen- und Schienennetzen. Die Deutsche Bahn erklärte, dass die Sturmschäden am Schienennetz durch „Ela“ deutlich stärker waren als beim „Orkan Kyrill“ im Jahr 2007. Die versicherten Schäden wurden auf etwa 650 Millionen Euro beziffert.