Das 30-Tage-Wetter vom 21.10.2019: Kommt jetzt wirklich der Winter? Das sagen unsere Meteorologen

Meteorologe: "Diese Prognosen sind höchst spekulativ"

Derzeit machen Meldungen von einem Wintereinbruch die Runde. Wir haben Mitte Oktober, da kann es natürlich schon Nachtfröste und vielleicht auch erste Schneefälle auf den Gipfeln der Mittelgebirge geben. Aber ein echter Wintereinbruch? Wie seriös sind solche Meldungen? Und was wissen wir heute schon?

Erste Schneeflocken im Oktober sind normal

28.09.2019, USA, Great Falls: Connor Cruz inspiziert vom ersten Schnee bedeckte Blumen. Ein Schneesturm hat Teile des US-Bundesstaats Montana lahmgelegt. Der Gouverneur rief am 29.09.2019 (Ortszeit) den Ausnahmezustand aus, nachdem an manchen Orten d
Bei einem frühen Wintereinbruch liegt der Schnee noch auf den Sonnenblumen. (Foto aus den USA) © dpa, Rion Sanders, nwi

Wir wagen einen Erklärungsversuch: Zunächst einmal sind Langfristprognosen immer mit großen Unsicherheiten versehen. Und tatsächlich lässt die derzeitige Großwetterlage einiges an Spekulationen zu. Die Wettercomputer deuten derzeit an, dass frühwinterliche Luft sich bei uns einfinden könnte. Die würde dann für kühle Tage und frostige Nächte sorgen. Aber reicht das für einen Wintereinbruch mit Schnee, der auch mal ein bisschen liegen bleibt?

Eher nein. RTL-Meteorologe Patrick Panke erläutert das so: "Die Wahrscheinlichkeit für die ersten, ernstzunehmenden polaren Kaltluftausbrüche steigt natürlich jetzt im Herbst deutlich an. Und die ersten Schneeflocken sind ab Ende Oktober, Anfang November auch nichts Außergewöhnliches. Dementsprechend tauchen solche winterlichen Berechnungen der Wettercomputer nun auch immer mal wieder auf"

3 bis 5 Grad und nass oder 20 Grad und Sonne? Beides ist möglich

In der aktuellen Woche sehen wir in unseren Modellen relativ stabilen Hochdruck. Der bringt ruhiges Wetter mit Sonne, wenn sie sich durch den Nebel gequält hat. 

"Diese Prognosen liegen in Zeiträumen, die mehr als 10 Tage weit weg sind. Und damit sind diese Prognosen höchst spekulativ. Ob es in Berlin Ende Oktober nasskalt bei 3-5 Grad wird, ist derzeit genauso wahrscheinlich wie Sonne und knapp 20 Grad. Alles kann, nichts muss. Und meistens kommt sowieso der klassische Mittelweg heraus. Also stellen wir uns mal lieber auf 10 bis 15 Grad ein und warten erstmal ab", rät der Meteorologe. 

Zum Monatswechsel kann es spannend werden. Dann deuten die Wettermodelle eine Troglage an. Je nachdem, wo sich die Hochs und Tiefs dann hinlegen, könnte es einen ersten Kaltluftvorstoß aus polaren Breiten geben, wobei es bis in die hohen Lagen der nördlichen Mittelgebirge den ersten Schnee geben würde.

Machen wir es wie unser Meteorologe: Warten wir ab. Klug ist in jedem Fall, unsere Prognosen für die kommenden Tage immer wieder aufzurufen. 

Die 28-Tage-Temperaturprognose zeigt jedenfalls einen unterkühlten Novemberstart

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