Das 30-Tage-Wetter vom 15.10.2019: Frühwinter in Lauerstellung

Erst noch "Goldener Oktober" und neue Unwetter am Mittelmeer

Noch können wir – vielleicht ein wenig wehmütig – auf das vorläufige Ende des „Goldenen Oktobers“ blicken. Die Zeit mit Temperaturen von 20 Grad und mehr kombiniert mit Sonne und den typischen Herbstfarben mit zunehmend gelben, rötlichen und braunen Blättern ist erstmal vorbei. Zumal der Oktober sich zuvor ja schon von seiner nassen und eher wolkenverhangenen Seite zeigte. Schließlich ist das Regensoll inzwischen voll. Und das ist angesichts der Trockenheit ja auch mehr als nötig gewesen.

Jetzt steht erst einmal eine wechselhaftere und kühlere Phase an. Doch auch die herbstlich schönen Zeiten bleiben in der zweiten Oktoberhälfte nicht chancenlos. Die Wettercomputer deuten derzeit aber noch einen weiteren Mitspieler auf der mitteleuropäischen Wetterbühne an. Denn selbst frühwinterliche Luft könnte sich bei uns einfinden, die für kühle Tage und frostige Nächte sorgen könnte. Gleichzeitig sorgen die Tiefdruckgebiete, die ihren Weg im fortschreitenden Herbst immer leichter bis runter ans Mittelmeer finden, dort für teils heftige Gewitter.

Nächste Woche: zwei Hochs und eine Brücke?

Aus der Vielzahl der Lösungen, die uns die Wettermodelle für die nächste Woche anbieten, scheint eine Variante derzeit am plausibelsten. Ein Hochdruckgebiet über dem Atlantik und ein Hoch über Osteuropa. Dazwischen könnte sich eine sogenannte Hochdruckbrücke aufbauen. Und die würde bei uns für eine ruhigere Phase stehen. Zugegebenermaßen wäre damit – in Anbetracht der Jahreszeit – eine nebel- und hochnebelanfällige Situation nicht ganz unwahrscheinlich. Aber auch schönere Abschnitte sind auf jeden Fall denkbar.

Da aber eine Hochdruckbrücke auch Schwachstellen haben kann, sind auch kurze Tiefdruckvorstöße nicht auszuschließen. Insgesamt zeigen aber auch die Ensembles-Vorhersagen, dass es – nach der jetzt erst einmal durchwachsenen Phase – trockener werden dürfte.

Deutlich dominanter ist die Tiefdruckaktivität hingegen am Mittelmeer. Die längerfristigen Berechnungen zeigen vor allem rund ums zentrale Mittelmeer bis in den südlichen Alpenraum zum Teil heftige Schauer- und Gewittertätigkeit.

Und während Sie dort aber die nach wie vor eher spätsommerlich warme Luft schnuppern können, zeigt sich unser Wetter zwar nach wie vor nicht wirklich kalt - aber mehr als milde 12 bis knapp 20 Grad sind in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht zu erwarten, bevor gegen Ende des Oktobers sogar die frühwinterliche Luft ihren Weg zu uns finden könnte.

Unsere 28-Tage-Temperaturprognosen zeigen die Tendenz.

Temperatur-Prognose für NRW
Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW geht es nach unten. Diese Grafik zeigt die Prognosetemperaturen (rot) und die Durchschnittswerte (grau) vergangener Jahre bis in den November (Stand: 15.10.2019). © Wetterredaktion

Kälte zu Halloween und Allerheiligen - öffnet das Atlantikhoch das Tor zum Winter?

Natürlich sind detaillierte Vorhersagen über mehrere Wochen unmöglich. Jedoch eröffnen die Wettercomputer schon mal Aussagen über Wahrscheinlichkeiten und über langfristige Trends. Und demnach könnte sich zum Monatsende etwas bewegen an der Frühwinterfront.

Das Hoch über dem Atlantik, das zunächst einmal recht fest im Sattel sitzt, könnte sich nämlich in den letzten Oktobertagen nordwärts ausdehnen und wäre somit der Steigbügelhalter für das Vorankommen der kühlen Luft aus nördlichen Breiten. Sollte sich der Hochdruckkeil über dem Atlantik weiter aufstellen, dann drückt das Skandinavientief quasi als Gegenspieler Richtung Süden und damit nach Mitteleuropa. Eine durchaus spannende Entwicklung, die pünktlich zum Halloween nicht „Süßes oder Saures“, sondern kühle Tage und frostige Nächte bringen würde. Selbst Schnee im Bergland, vielleicht sogar bis in mittlere Lagen wären bei diesem Szenario denkbar. Und auch die gesetzlich vorgeschriebene Winterbereifung wäre – zumindest rund um die Mittelgebirge – wohl alternativlos.

Novemberregen oder sogar Schnee

Gestützt wird eine kühlere Phase bis in den November herein unter anderem auch von den experimentellen Langfristprognosen des amerikanischen Wetterdienstes. Hier wird momentan von einem eher durchschnittlich, teils zu kühlen temperierten November ausgegangen. Dabei halten sich die Niederschlagssignale momentan noch in Grenzen.

Gerade der Süden und der Südosten – also die Bereiche, die aufgrund der Berge für Schneelagen prädestiniert sind – kommen bei den Langfristvorhersagen zu trocken bis deutlich zu trocken durch den November. Ansonsten bewegen sich die Niederschläge im durchschnittlichen Bereich.

Langfrist-Vorhersage für den November.
Die Langfrist-Vorhersage des amerikanischen Wetterdienstes für den November (Stand 15.10.2019). Quelle: https://www.noaa.gov/ © Wetterredaktion

Fazit: es wird kühler, vielleicht sogar frühwinterlich

Am unwahrscheinlichsten scheinen zurzeit die milden bis deutlich zu milden Ansätze. Eher im Zentrum der Prognosen liegen die durchschnittlich bis leicht unterdurchschnittlichen Szenarien. Und die lassen sicherlich die Herzen der Freunde von winterlicheren Wetterlagen höher schlagen. Zuvor sind die Chancen aber gut, dass wir alle noch ein paar Tage ruhiges Herbstwetter genießen können. Ob diese golden oder doch eher neblig trüb verlaufen, ist noch ziemlich offen. Bevorzugt in Sachen Sonnenschein sind hierbei auf jeden Fall die Berge, die gerne mal aus dem Hochnebel rausragen, bevor dort zum Monatsende der Winter anklopfen könnte.

Wenn Sie keinen Wetterumschwung verpassen wollen, laden Sie sich die Wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.