Das 30-Tage-Wetter vom 02.09.2019: Ein heißer Sommer kalt abserviert

Es wird halt langsam Herbst
Es wird halt langsam Herbst Der Temperaturfilm für 14 Tage 00:35

Für den Blick nach vorne schauen wir doch nun erst einmal zurück auf die Zeit vor dem meteorologischen Sommer. Der begann ja am 01.Juni. Zuvor erlebten wir einen ziemlich unterdurchschnittlichen Mai. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt (1961 bis 1990) war unser Mai 2019 rund 1 Grad zu kalt. Das ist in Zeiten des Klimawandels schon eine ziemliche Ausnahme. Den letzten deutlich zu kalten Mai erlebten wir im Jahr 2010.

Im Anschluß ereilte uns damals ein etwas überdurchschnittlicher Sommer, dem ein zu kalter September sowie ein extrem kalter Dezember folgte. Natürlich können wir mit unseren Wettermodellen nicht bis in den Dezember 2019 schauen. Aber dennoch zeigt sich in diesem Jahr eine gewisse Analogie zum Jahr 2010. Und die dürfte den September 2019 ebenfalls betreffen.

Nur kurz sommerlich, dann folgt der Absturz

Nach einem kleinen Aufleben des Spätsommers folgt am nächsten Wochenende eine Luftmasse, die schon fast an den Vollherbst erinnert und die mit dem Sommer definitiv keinerlei Ähnlichkeiten hat. Die Schneefallgrenze sinkt in den Alpen auf unter 2000 Meter und der teilweise ruppige Wind rundet das herbstliche Treiben ab. 

Häufiger Schauer

Außerdem wird es schrittweise wechselhafter. Größere Regenmengen bekommen die Alpen und die Küsten. Aber auch in der zuerst noch trockenen Landesmitte sehen sowohl das europäische ECMWF-Modell als auch das amerikanische GFS-Modell einige Schauer. Das wird zwar bei weitem nicht ausreichen, um das Wasserdefizit in den tieferen Bodenschichten auszugleichen. Aber: die oberen Bodenschichten können den Regen natürlich ebenso vertragen - besonders in der Nordhälfte. Im Süden schaut die Wasserbilanz der letzten Zeit hingegen deutlich besser aus.

Altweibersommer auf Sparflamme

Natürlich dauert es noch etwas bis wir in die Zeit des klassischen Altweibersommers kommen - die ist eigentlich erst ab Mitte September. Jedoch halten sich selbst dann die Anzeichen in Grenzen, dass es sich spürbar und nachhaltig erwärmt. Zwar sind bei den längerfristigen Wettermodellen wärmere Varianten vorhanden. Aber eben auch einige deutlich kältere, so dass wir im Mittel wahrscheinlich eher leicht unterdurchschnittliche Temperaturen bekommen dürften. Zumindest nach jetzigem Stand. Allerdings beinhalten auch die kälteren Luftmassen gerne mal die ruhigen Lagen mit klaren Nächten, in denen sich der Tau an den Spinnweben absetzt. 

Woher hat der Altweibersommer seinen Namen

Von eben diesen grau scheinenden Spinnereien hat der Altweibersommer natürlich auch seinen Namen. Der Wortteil „-weiber“ hat nämlich seine Wurzel im Wort „weiben“ aus dem Althochdeutschen. Das bedeutete ehemals „weben“. Also das Weben der Spinnweben, die der Morgentau sichtbar grau erscheinen lässt. Erst später kamen dann auch weitere Interpretationen hinzu, die etwas mit älteren Frauen mit silbernem oder grauen Haar oder dem gealterten Sommer zu haben.

Fazit

Nach einem letzten Gastspiel des Spätsommers bleibt es bis zur Monatsmitte wahrscheinlich unbeständig, zu kühl und zeitweise windig. Anschließend wird es der klassische Altweibersommer ebenfalls schwer haben. Ganz ausschließen lässt er sich aber definitiv nicht und sicherlich wird es zwischenzeitlich so oder so mal ruhige und schöne Tage geben.

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