Darum will die Wattenscheider Tafel keine Weihnachtsgeschenke mehr annehmen

Keine Geschenkaktion an Heiligabend mehr

Eigentlich ist es eine tolle Aktion: Menschen, die ein wenig mehr haben als andere, spenden hübsch verpackte Weihnachtsgeschenke, die an Heiligabend von der Wattenscheider Tafel an über 2.000 Bedürftige verteilt werden. Doch damit ist dieses Jahr Schluss – weil einige Menschen einfach herzlos sind und auf diese Art und Weise dreist ihr kaputtes Spielzeug und dreckige, zerschlissene Kleidung loswerden wollen. Was Manfred Baasner, Vorsitzender des Wattenscheider Tafel e.V., dazu zu sagen hat, sehen Sie im Video.

Die Aktion ist nicht dazu da, Müll loszuwerden

Was der eine nicht mehr will, kann anderen vielleicht noch eine Freude machen – aber sicherlich nicht, wenn es kaputt oder verschmutzt ist. "Das sind Menschen, die sagen, 'So ein armer Mensch, der nimmt alles'", erklärt Baasner uns entrüstet. Dadurch fühlten sich die Menschen, denen die Geschenke eigentlich eine Freude machen sollten, gekränkt.

Sie ließen ihre Wut an den freiwilligen Helfern der Tafel aus. Nach drei Jahren solcher schlechter Erlebnisse entscheidet die Wattenscheider Tafel sich, dieses Jahr auszusetzen. "Wir machen das freiwillig, ehrenamtlich, für den armen Menschen", so Baasner. Aber in einer Abstimmung mit den Helfern sei entschieden worden, die Aktion ein Jahr ausfallen zu lassen.

Andere Tafeln machen dagegen sehr positive Erfahrung mit ihrer Weihnachtsaktion

Wir haben bei anderen Tafeln nachgefragt, deren Weihnachtsaktion in diesem Jahr stattfinden wird. Eine von ihnen ist die Bonner Tafel e.V. "Wir haben die Erfahrungen überhaupt nicht gemacht", berichtet Vorstandsmitglied Horst-Dieter Tontarski. "Da ist nie was Schlechtes drin gewesen." Die Bonner Tafel verteile allerdings auch im Vorfeld der Aktion Zettel, was die Spender in ihre Geschenkpakete packen sollten – und zwar ausschließlich Lebensmittel. "Das ist ja die Arbeit der Tafel, das vergessen die Leute", so Tontarski. 

Besonders begehrt seien hochwertige und haltbare Produkte wie Kaffee und Tee, Honig und Marmelade, Öl, Fleisch- und Fischkonserven und Fertiggerichte, wie es auf der Webseite der Bonner Tafel heißt. Hier erfahren Sie auch, wie Sie sich an der Aktion beteiligen können. 

Und auch, wenn es ein wenig unpersönlicher ist: Wer möchte, dass die Menschen genau das bekommen, was sie brauchen, kann natürlich die örtliche Tafel auch finanziell unterstützen. Schließlich ist Weihnachten das Fest der Liebe. Und wie kann man der christlichen Nächstenliebe besser gerecht werden, als denen etwas Gutes zu tun, denen es nicht so gut wie einem selbst geht?