Darum ist es derzeit im Süden so sonnig und im Norden wolkig

Jetzige Großwetterlage ist ein seltenes Phänomen

Der Jahresverlauf der Witterung in Mitteleuropa besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den 'Großwetterlagen'. Diese ergeben sich durch weiträumige Luftdruckverteilungen und den daraus resultierenden Strömungsmustern - sowohl in Bodennähe als auch in den darüber liegenden Luftschichten.

'Hoch Mitteleuropa' heißt die Großwetterlage.
Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln hält Tiefs von Europa fern.

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in die Zirkulation einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Dauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln. Der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten.

Und so sieht das Ganze gerade aus

Die seit Monatsbeginn nach Mitteleuropa eingeflossene Meeresluft ist in den letzten Tagen allmählich unter den Einfluss eines von Westen heranziehenden Hochdruckrückens gekommen. Damit korrespondierend entstand im Bodenniveau über dem mittleren Nordatlantik ein Hochdruckgebiet, das über die Britischen Inseln hinweg ostwärts zieht. Am Mittwoch liegt es mit seinem Schwerpunkt über der südlichen Nordsee und dominiert das Wetter in Mitteleuropa.

Eine derartige Luftdruckverteilung kann man als 'Hoch Mitteleuropa' (wissenschaftliche Abkürzung HM) klassifizieren. Die Frontalzone, also der Übergangsbereich zwischen subpolaren und subtropischen Luftmassen, verläuft allgemein in einem weiten, polwärts gerichteten (im Meteorologenjargon 'antizyklonal' genannten) Bogen über Skandinavien hinweg. Atlantische Tiefausläufer sind i.A. gezwungen, diesen Weg zu nehmen und sich von Mitteleuropa fern zu halten. Daher garantieren Hochdruckgebiete über Mitteleuropa normalerweise beständiges Wetter, je nach Jahreszeit also Winterkälte oder Sommerhitze.

Im Frühjahr ist ein 'Hoch Mitteleuropa' eher selten anzutreffen. In den kommenden Tagen sorgt der hohe Luftdruck einerseits für Sonnenschein und Wärme, andererseits bei klarem Himmel für kalte

Nächte mit Frostgefahr. Außerdem hat das Frühlingshoch OSTRA eine 'weiche Ostflanke': Dort kann Meeresluft einfließen, die vor allem in der Nordosthälfte Deutschlands für dichte Bewölkung mit etwas Sprühregen sorgt.

Quelle: dwd