Darum gab es in den letzten Wochen so viele Unwetter

Unwetter in vielen Teilen Süddeutschlands
Unwetter in vielen Teilen Süddeutschlands Tiefgaragen voll, Bahnhöfe und Autobahnen gesperrt 01:01

Woche für Woche mussten wir im Frühling und Frühsommer 2018 über heftige Unwetter, überflutete Straßen, abgerutschte Hänge und Totalschäden in einigen Bereichen der Landwirtschaft berichten. Besonders betroffen waren der Südwesten, aber auch die Mitte Deutschlands. Riesige Gewitterzellen brauten sich innerhalb weniger Stunden zusammen und brachten teilweise über 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Gab es früher diese Unwetter auch in der Form und vor allem, in der Menge? Warum erwischt es uns derzeit so häufig?

30-Grad-Marke bereits im April geknackt

Es sieht leider sehr danach aus, dass unsere Probleme hausgemacht sind. Durch den Klimawandel wird es immer früh heiß, dieses Jahr knackten wir die 30-Grad-Marke bereits im April. Und das bringt uns zur  ersten Begründung, warum es in diesem Frühsommer so viele Unwetter gab: Denn je wärmer die Atmosphäre ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. Und das heißt, die Niederschläge fallen heftiger aus. 

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 hat sich die Durchschnittstemperatur in Deutschland um 1,4 Grad erhöht. Der April war sogar 4,9 Grad wärmer als der Schnitt, der Mai immer noch 3,9. Das ist eine Menge Holz. 

Temperaturdifferenz zwischen Arktis und Äquator sinkt

27.05.2018, Rheinland-Pfalz, Fischbach: Nach heftigen Regenfällen sind Straßen nach Polizeiangaben teilweise meterhoch überflutet. In der Region wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Die Feuerwehr pumpt vollgelaufene Keller aus, eine Landstraße musste g
An solche Bilder wie hier in Fischbach in Rheinland Pfalz Ende Mai werden wir uns wohl gewöhnen müssen. © dpa, Christian Schulz, jbu pil

Auch der zweite Grund hat mit der Klimaerwärmung zu tun. Er betrifft aber unsere Meere. Denn die Temperaturdifferenz zwischen der Arktis im Norden und dem Wasser rund um den Äquator sinkt. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass großräumige Windsysteme ausgebremst werden. Sie bleiben dann wie stationär über Mitteleuropa liegen und bringen diese enormen Niederschlagsmengen. 

Dass die Unwetter so große Schäden anrichten, hat auch mit der großflächigen Versiegelung von Flächen zu tun. Neue Industrie- und Wohngebiete verdrängen Felder und Wiesen, das Wasser kann vom Boden nicht aufgenommen werden. Auch dieses Problem ist hausgemacht. Es gilt, genügend Wald- und Flurflächen zu erhalten. Wir haben in Deutschland eine große Aufgabe vor uns, wenn wir solche Wetterextreme begrenzen wollen.