Dämme sind gebrochen: Tote und Verletzte durch Supertaifun „Hagibis"

+++ Dämme gebrochen +++ Schlammlawinen +++ Tote und Verletzte

Der Tropensturm „Hagibis“ hat am Samstag als Taifun der Kategorie 2 die Küste von Japan mit heftigen Regenfällen und Sturm getroffen. Es handelt sich bei dem Sturm um einer der heftigsten Taifune der letzten Jahrzehnte. Durch die enormen Regenfluten sind Flüsse über die Ufer getreten und Dämme gebrochen. Bisher gibt es mindestens 36 Tote und 170 Verletzte. In der Bucht von Tokio sank ein Frachtschiff aus Panama, das dort ankerte, als sich der Taifun näherte. „Hagibis“ hat Japan nun verlassen und zieht nun als Tiefdruckgebiet weiter nach Nordosten. Die Zerstörungen sehen Sie im Video.

Landstriche stehen unter Wasser

Seenlandschaft in Nagano (13.Oktober.2019)
Seenlandschaft in Nagano (13.Oktober.2019) © imago images/Xinhua, Ma Caoran via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Große Schäden richteten vor allem die unbeschreiblichen Regensummen an. Am schlimmsten getroffen hat es die Region um Nagano, wo die Landschaft nun eher einer Seenlandschaft gleicht. Ganze Häuser wurden von den Wassermassen einfach weggespült. Mindestens 21 Flüsse sind durch die Uferdämme gebrochen.

Innerhalb von 24 Stunden fielen rund 942 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich fallen bei uns im Jahr folgende Regensummen:

  • Berlin: 570 Liter pro Quadratmeter
  • Hamburg: 770 Liter pro Quadratmeter
  • Köln: 796 Liter pro Quadratmeter
  • München: 810 Liter pro Quadratmeter

Militär schickte rund 27 000 Soldaten zur Verstärkung

Durch den Ausnahmezustand in vielen Regionen schickt das Militär Soldaten in die Krisenregionen. Sie sollen bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten helfen. Mit Hubschraubern und Schlauchbooten wurden Menschen aus ihren Häusern gerettet. Zwar wurden die Evakuierungsanweisungen am Sonntag in Tokio und den meisten Teilen Zentral- und Ostjapans wieder aufgehoben, aber die Behörden warnen weiterhin vor der Gefahr von Erdrutschen. Bisher gingen in 12 Provinzen mindestens 48 Erdrutsche und Schlammlawinen ab.

Taifun beeinflusst Rugby-WM und Formel 1

Wegen des Tropensturmes wurde ein weiteres Spiel der Rugby-Weltmeisterschaft in Japan abgesagt. Es handelt sich dabei um das Vorrundenspiel zwischen Namibia und Kanada. Die letzten drei Partien sollen wie geplant stattfinden.

Der Taifun „Hagibis“ hatte vorrübergehnd die Formel 1 in Japan lahmgelegt. Der Suzuka Circuit wurde am Samstag wegen des Wirbelsturms gesperrt. Keine Boliden, Techniker und Fans weit und breit. Die Strecke blieb aber weitestgehend verschont. Das verlegte Qualifying und das Rennen konnten stattfinden. 

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Side-Facts über den Taifun „Hagibis"

„Hagibis" ist ein Taifun. In anderen Teilen der Erde würde man „Hurrikan“ oder „Zyklon“ sagen. Sie alle beschreiben das gleiche Wetterphänomen. Im Atlantik und Nordpazifik werden die Stürme „Hurrikan“ genannt. Im südwestlichen Indischen Ozean und im südwestlichen Pazifik werden sie als „schwere tropische Zyklone“ bezeichnet. Im Nordwestpazifik nennt man die gleichen Stürme „Taifun".

Die Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala (SSHS) teilt die Stürme in fünf Kategorien.

  1. 119 bis 153 km/h  
  2. 154 bis 177 km/h 
  3. 178 bis 208 km/h 
  4. 209 bis 251 km/h 
  5. > 251 km/h 

Der Taifun „Hagibis“ hat schon eine beträchtliche Geschichte hingelegt.

„Hagibis“ hat sich im Westpazifik, östlich der Inselgruppe Marianen gebildet und zog zunächst auf westlicher, später nordwestlicher Zugbahn, wobei er sich bis zur höchsten Kategorie 5 verstärkte. 

  • 5. Oktober - Tropisches Tief - 48 km/h  
  • 6. Oktober - Tropensturm - 96 km/h - Kategorie 1 
  • 7. Oktober - Taifun - 185 km/h - Kategorie 3
  • 8. Oktober - Super-Taifun - 249 km/h - Kategorie 4
  • 9. Oktober - Super-Taifun - 257 km/h - Kategorie 5
  • 10. Oktober - Taifun - 233 km/h - Kategorie 4
  • 11. Oktober - Taifun - 209 km/h - Kategorie 4
  • 12. Oktober - Taifun - 169 km/h - Kategorie 2