Experten beantworten die wichtigsten Fragen

Corona-Selbsttests ab Samstag im Handel: Wie funktionieren sie und wie zuverlässig sind sie?

Sechs erste Corona-Selbsttests für zu Hause zugelassen

Die Corona-Selbsttests für zu Hause kommen schon am Samstag: Mittlerweile wurden sechs Produkte vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen. Aber wie funktionieren diese Tests und werden sie uns nun die lang ersehnten Lockerungen bringen?

Im Video erklärt Arzt und Medizinexperte Dr. Christoph Specht, was der Unterschied zwischen diesen Selbsttests und anderen Tests ist und wie zuverlässig sie sind. Er schätzt außerdem ein, was sie kosten werden und welche Bedeutung ihnen in der Bekämpfung der Corona-Krise nun zukommen könnte.

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Aldi Süd und Aldi Nord starten den Verkauf

Erste Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung sollen am Samstag in Deutschland in den freien Verkauf kommen. Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am Mittwoch an, dass Kunden die in Deutschland produzierten Tests dann an der Kasse bekommen können. Zunächst ist die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Eine Packung kostet rund 25 Euro. Sie enthält fünf Tests, deren Ergebnis nach dem Nasenabstrich in 15 Minuten vorliegen soll. Die Erkennungsrate liegt den Angaben zufolge bei 96 Prozent.

Auch Discounter-Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka haben das Thema auf dem Schirm. Die Drogeriemarktketten Rossmann und dm wollen mit dem Verkauf am nächsten Dienstag beginnen. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

Was ändert sich durch die Corona-Selbsttests für uns?

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscentia, über die Einführung der Corona-Selbsttests für zu Hause.
Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, über die Einführung der Corona-Selbsttests für zu Hause. © RTL

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, sagt im Gespräch mit RTL: „Die entscheidende Veränderung ist, dass wir ohne medizinische Expertise in der großen Breite der Bevölkerung testen können.“ Damit werde es aber umso wichtiger, die Menschen gut zu instruieren, wie die Tests durchzuführen sind und was mit ihnen möglich ist – und vor allem auch, was nicht möglich ist.

Ihm zufolge werden die Selbsttests für zu Hause kein „Game-Changer“ in der Pandemie werden: „Es ist ein Baustein, der hilft, Infizierte gegebenenfalls früher zu identifizieren – aber es wird nicht die Wende in der Pandemie bringen“, macht Dr. Zinn deutlich. Ihm ist es wichtig, vor einer falschen Sicherheit zu warnen, in der man sich mit einem negativen Selbsttest möglicherweise wiegen könnte: „Wir werden damit nicht wieder alles machen können, weil wir auch eine Messungenauigkeit haben.“

Zuverlässigkeit der Selbsttests: Die Qualität der Probe ist entscheidend!

Sind denn künftig wieder Treffen mit mehr Menschen denkbar, wenn diese vorher alle einen Selbsttest gemacht haben und dieser negativ ist? Laut Dr. Zinn ist die Abnahmequalität bei der Zuverlässigkeit eines Selbsttests entscheidend, um taugliche Proben zu bekommen: „Wenn ich das Testen gut kann, ist ein sehr gut durchgeführter Schnelltest viel besser, als wenn ich die Großeltern ohne Schnelltest besuche. Aber es muss wirklich gut durchgeführt werden, man muss Erfahrung haben und man muss Wert darauf legen, dass es alle, die zusammenkommen, gleich gut machen.“

Ihm zufolge liege hier auch der große Unterschied zwischen den neuen Selbsttests und den PCR-Tests beziehungsweise sämtlichen Tests, die von medizinischem Personal durchgeführt werden. „Diese Limitation muss jedem klar sein: Es hilft, aber es ist keine absolute Sicherheit.“

Corona-Tests im Vergleich: Welcher Test kann was?

Die wichtigsten Fragen der Corona-Tests im Vergleich.
Die wichtigsten Fragen der Corona-Tests im Vergleich. © RTL.de

Wie kommt man an einen Corona-Schnelltests für zuhause?

Dr. Zinn ist sicher, dass die Selbsttests in Zukunft leicht und in großen Mengen verfügbar sein werden. Auf die bereits zugelassenen Tests werden seiner Einschätzung nach bald weitere folgen – man spreche von bis zu 30 verschiedenen Herstellern, die auf den Markt kommen werden. Da es sich bei den Selbsttests um CE-gekennzeichnete Medizinprodukte handelt, müsse rechtlich geklärt werden, wo diese überall verkauft werden dürfen. Laut Dr. Zinn werden sie aber bald auch in Drogerien verfügbar sein. Die Drogeriemarktketten Rossmann und dm haben den freien Verkauf von Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung bereits angekündigt. Die Selbsttests kommen hier voraussichtlich ab dem 9. März in den Handel.

„Momentan liegen die Kosten bei etwa zehn Euro“, erklärt er. „Es hieß ja ursprünglich, dass die Tests kostenfrei sein sollten, da hört man jetzt weniger mehr von. Ich nehme aber an, dass die Preise mit der Menge der Tests, die verfügbar sein werden, sinken.“

Wie gut funktioniert der Stäbchen-Selbsttest zu Hause?

Bekommt man den Selbsttest alleine gut hin und wie sicher sind die Ergebnisse? Hier erfahren Sie, wie unsere Reporterin mit dem Stäbchen-Selbsttest zurechtgekommen ist.

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