Welche Geschäfte dürfen wann öffnen?

Das ändert sich ab Montag beim Einkaufen

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Die Ladenöffnungen im Einzelhandel richten sich jetzt nach den Inzidenzwerten. © picture alliance, Daniel Kubirski

Öffnung der Geschäfte richtet sich nach Inzidenzwerte

Seit Montag den 8. März treten die neuen Corona-Beschlüsse in Kraft. Einige Einzelhändler können aufatmen, denn sie dürfen ihre Geschäfte komplett öffnen. Trotz der Lockerungen: Der Handelsverband spricht von einer „Katastrophe“, da sich die meisten Geschäfte immer noch im Lockdown-Modus befinden. Wir geben einen Überblick, wer öffnen darf und was erlaubt ist.

Dieses Schaubild zeigt die beschlossenen Maßnahmen des Corona-Gipfels
Dieses Schaubild zeigt die beschlossenen Maßnahmen des Corona-Gipfels. © Bundesregierung

Buchläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte

Buchläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sind laut den Beschlüssen des Corona-Gipfels künftig in allen Bundesländern für den täglichen Bedarf wichtig und dürfen – so wie bislang etwa Bäcker, Drogerien oder Supermärkte – öffnen. Das heißt, sie können je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche eine Kundin oder einen Kunden hineinlassen, entsprechende Hygienekonzepte vorausgesetzt. Das gilt für die ersten 800 Quadratmeter. Ist der Laden größer, darf ab der 800-Quadratmeter-Schwelle dann für alle weiteren 20 Quadratmeter ein Kunde oder eine Kundin hinzukommen.

In Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt blieben Buchhandlungen übrigens auch während des Lockdowns geöffnet.

Restlichen Händler dürfen nur öffnen, wenn Corona-Lage stabil bleibt

Für den übrigen Einzelhandel spielen die Inzidenzwerte vor Ort eine besondere Rolle, also wie hoch der Sieben-Tages-Wert bei den Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt.

Laut Beschluss können die Bundesländer "landesweit oder regional" Öffnungen ermöglichen, wenn die Inzidenz stabil bei unter 50 liegt. Das ist derzeit allerdings nur in rund 150 der insgesamt 401 Landkreise und kreisfreien Städte der Fall. Welche Daten für die Corona-Maßnahmen vor Ort den Ausschlag geben, ist dabei von Land zu Land verschieden - und auch wie die Öffnungsschritte konkret ausfallen, muss noch in den Landesverordnungen festgelegt werden. Denn die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen liegt bei den Ländern, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) erklärt.

Das könnte aber auch bedeuten, dass alle wieder in den harten Lockdown müssen. Denn eenn die Inzidenzwerte steigen, werden die Zügel wieder angezogen. Klettert der Wert in dem entsprechenden Land oder der Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 50, gelten laut Bund-Länder-Beschluss "ab dem zweiten darauffolgenden Werktag" wieder strengere Regeln.

Für wen lohnt sich "Click and Meet"?

Wenn die Sieben-Tages-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, darf der Einzelhandel nur für diejenigen öffnen, die vorher einen Termin gebucht haben. Dieses "Click and Meet" genannte Konzept sieht vor, dass ein Kunde oder eine Kundin je 40 Quadratmeter Verkaufsfläche für dieses Terminshopping in den Laden darf - vorausgesetzt der Zeitraum ist begrenzt und der Besuch wird für eine eventuelle Kontaktnachverfolgung dokumentiert.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher interessant ist "Click and Meet" vor allem, wenn sie Bedarf an Beratung haben. Beim bisherigen "Click and Collect", also dem Abholen vorher bestellter Ware, ist das nicht erlaubt. Für das Buchen der Termine empfiehlt es sich, auf der Internetseite des Einzelhändlers nachzuschauen, eine E-Mail zu schreiben oder dort anzurufen.

Ob sich das „Click and Meet“ durchsetzt, wird sich noch zeigen und ist wahrscheinlich für kleine Läden interessant, zum Beispiel inhabergeführte Modeboutiquen. Der Deutschland-Chef des Elektronikhändlers MediaMarktSaturn, Florian Gietl, beklagte dagegen den bürokratischen Aufwand, der mit Click&Meet verbunden sei, um einzelne Kunden begrüßen zu dürfen. Es sei „eine weltfremde Lösung, die für Händler mit größeren Flächen kaum wirtschaftlich umsetzbar ist“.

Restaurants, Kneipen, Kinos

Auf Ausgehen muss Deutschland noch verzichten. Restaurants, Kneipen, Kinos bleiben geschlossen. Frühestens ab dem 22. März könnte es, abhängig von der Infektionslage, Lockerungen geben. Etwa für Tische draußen vor Restaurants – mit tagesaktuellem Coronatest und Online-Anmeldung.

TVNOW-Doku "Corona - Die 2. Welle"

Wie konnte es zu den vielen Corona-Erkrankten und dann zum Teil-Lockdown kommen? Mit aufwendigen Experimenten ergründen wir das in der Doku „Corona - Die 2. Welle“ auf TVNOW.