Ökonomin Maja Göpel warnt

Gegen den Klimawandel ist die Corona-Krise "pillepalle"

ARCHIV - 30.09.2019, Schleswig-Holstein, Westerland: Maja Göpel, frühere Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), spricht während eines Vortrags über Klimaschutz
Politikökonomin Maja Göpel © dpa, Frank Molter, sab

Klimakrise schlimmer als Corona?

Die Corona-Krise hat in kürzester Zeit vieles auf der Welt komplett auf den Kopf gestellt. Der UN-Generalsekretär António Guterres sprach schon früh von der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Die Politökonomin Maja Göpel fürchtet allerdings, dass es noch eine deutlich schlimmere Bedrohung für unsere Welt gibt: Gegen die Umweltzerstörung wie die Entwaldung, das Absinken der Grundwasserspiegel oder das rasante Artensterben sei die Corona-Pandemie „pillepalle“, so die 44-Jährige.

Maja Göpel: "Corona lehrt, das Leben zu schützen"

Maja Göpel ist unter anderem Mitbegründerin der Scientists for Future – einer Bewegung von Wissenschaftlern, die die Schülerinitiative Fridays for Future unterstützen. „Ich finde schon, dass Corona lehrt, das Leben zu schützen. Bisher haben wir an den großen Kreisläufen nichts getan“, sagt Göpel. Es bräuchte meist „Schocks von außen“, um Routinen zu unterbrechen, erklärt die Ökonomin.

Eltern und Kinder sollten weniger belastet werden

Wichtig sei in Corona-Zeiten, dass von Eltern und Kindern nicht immer mehr gefordert würde. „Wir sollten den Druck von der Schule nehmen, Bildung ist etwas anderes als Einbimsen und Ausspucken. Wir sollten loslassen vom Notendruck“, schlägt Göpel vor. Die 44-Jährige lehrt an der Leuphana Universität in Lüneburg und ist wissenschaftliche Direktorin am „New Institute“ in Hamburg.

Quelle: DPA / RTL.de