Wochenlanges Warten oder sofortiger Schutz

Wie schnell wirkt der Booster - und wovon hängt das ab?

Eine junge Frau bekommt ihre Booster-Impfung
Um den Schutz gegen das Coronavirus aufrecht zu erhalten und zu verstärken heißt es jetzt: boostern, boostern, boostern! © dpa, Wolfgang Kumm, wk cul

Mit dem Booster durch den Winter

Boostern – es ist das Zauberwort gegen die hohen Corona-Zahlen in Deutschland. Auffrischimpfungen sollen Impfdurchbrüche verhindern und die eigene Immunität gegen das Coronavirus stärken. Doch wie lange dauert es eigentlich, bis der Booster wirkt?

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Boostern nur mit mRNA-Impfstoffen

Grundsätzlich rät die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff, also mit Biontech oder Moderna. Die Vektor-Impfstoffe AstraZeneca und Johnson & Johnson werden in Deutschland bei der Auffrischimpfung nicht mehr berücksichtigt.

Wer bei der Erst- und Zweitimpfung zum Beispiel mit AstraZeneca geimpft wurde, bekommt seinen Booster nun also mit Biontech oder Moderna. Wer bei der Grundimmunisierung hingegen mit einem mRNA-Impfstoff geimpft wurde, bei dem soll möglichst der gleiche Impfstoff angewendet werden, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Internetseite. Mit einer Ausnahme: Personen unter 30 Jahren „sollen mit Comirnaty (Biontech) geimpft werden, da in dieser Altersgruppe das Risiko für eine Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung nach Impfung mit Spikevax (Moderna) höher ist als mit Comirnaty“.

Eine Kombination von Biontech und Moderna ist laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aber kein Problem, sondern hat in Studien ebenfalls eine „deutliche Erhöhung der Antikörpertiter bei Geimpften ergeben“, wie das Institut in einer Pressemitteilung erklärt.

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Kreuz-Impfungen wirken besonders gut

Die gute Wirkung von Kreuzimpfungen bestätigt auch Chemikerin und Virologin Helga Rübsamen-Schaeff – vor allem bei einer Kreuz-Impfung von AstraZeneca und Biontech oder Moderna. „Es gibt eine Studie, die zeigt, wenn ich erst einen Vektor-Impfstoff nehme und dann eben einen mRNA-Imfpstoff, dass ich eine hervorragende Immunität kriege“, erzählt Rübsamen-Schaeff im Interview mit SternTV. Hier würde sich „eine super Antikörper-Antwort entwickeln“. Aber auch bei anderen Kreuz-Impfungen sehe man, dass die Auffrischimpfung sehr, sehr wirksam sei.

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Voller Impfschutz nach nur einer Woche

Und wie schnell wirkt der Booster nun? Ganz klar ist das offenbar noch nicht. Das Paul-Ehrlich-Institut geht nach aktuellem Erkenntnisstand davon aus, dass die Grundimmunisierung nach fünf bis sieben Tagen wieder hergestellt sei, berichtet die „Berliner Morgenpost“. Das bestätigt auch eine im Oktober veröffentlichte Arbeit im Fachblatt „The Lancet“. Hier wurden sieben Tage nach der Boosterung erste Schutzeffekte beobachtet. Aber auch nach den sieben Tagen baut sich der Schutz weiter auf, wie eine israelische Studie zeigt: Hier war der Schutz nach zwölf Tagen höher als nach vier bis sechs Tagen, berichtet die „Rheinische Post“.

Für Virologin Rübsamen-Schaeff steht zudem fest: „Wir werden das Virus nicht komplett ausrotten können.“ Das bedeute, dass jedes Jahr mindestens einmal gegen Corona geboostert werden müsse. (jbü/akr)