Kann das klappen?

Mähen gegen Feuer: Wie diese Ziegen Waldbrände verhindern sollen

Ziegen sollen Waldbrände verhinden
Diese Ziegen sollen Waldbrände verhindern. © Amanda Lucier for The New York Times

Ihre Mission: Mit Ziegen die Waldbrände verhindern

Die Waldbrände in Amerika sind in den vergangenen Jahren heißer, größer und zerstörerischer geworden. Allein 2020 gab es in Colorado die drei größten Waldbrände in der Geschichte des US-Staates. Die Kosten für die Brandbekämpfung haben sich seit 1994 verdoppelt – 2018 lagen sie bei über 400 Millionen US-Dollar. Lani Malmberg will dagegen etwas unternehmen und hat eine klare Mission: Mit ihren Ziegen will sie die zukünftigen Waldbrände verhindern und reist dafür durch den Westen der USA.

Bessere Bodenqualität durch die Ziegenmist

Die bereits verbrannten Flächen sollen durch das Ansiedeln der Ziegen grüner gemacht werden und somit vor erneuten Bränden geschützt werden. Das Ganze funktioniert, indem die Ziegen fressen, was das Zeug hält und das Futter dann ganz schnell wieder ausscheiden, berichtet die „New York Times“. Dadurch sollen organische Stoffe in den Boden gelangen, die dann mehr Wasser aufnehmen können.

„Durch die Erhöhung der organischen Bodensubstanz um 1 Prozent kann dieser Boden zusätzliche 16.500 Gallonen Wasser pro Morgen aufnehmen“, sagt Lani Malmberg der Zeitung. "Wenn Helikopter kommen und Wasser in die Brände kippen, wird nichts für den Boden getan."

Noch besser: Nicht nur was hinten rauskommt, ist entscheidend – die Ziegen haben noch einen ganz besonderen Vorteil: Sie können Gras, Blätter oder hohes Gestrüpp fressen, an das Kühe oder andere Weidetiere gar nicht erst rankommen. Diese Art von Vegetation ist als Feuerleiter bekannt und beschleunigt die Brände.

Ziegen sollen Waldbrände verhindern
Ziegenhirtin Lani Malmberg zieht mit ihren Tieren durch den Westen der USA. Mit einem rituellen Tabakstäbchen will sie ihre Herde beschützen. © Amanda Lucier for The New York Times

Mit dem Camper durch den Westen

„Wie schützen wir das Nest, das uns stützt?“ fragt Malmberg. "Wir haben gerade keine Zeit mehr, um die Art und Weise, wie wir Dinge tun, zu ändern“ so die Ziegenhirtin. Heute ist sie eine der wenigen Personen, die die Weidemethoden zur Brandbekämpfung einsetzt. Durch Mundpropaganda erhält sie von privaten Landbesitzern und lokalen Regierungen Aufträge, um Unkraut zu entfernen und gleichzeitig den Boden zu sanieren.

Der Transport der Tiere ist nicht immer ganz leicht. Die Ziegen werden teilweise über eine Autobahn von einem Grundstück zum anderen gebracht. Damit die Tiere die Straße überqueren können, muss die Polizei teilweise den Verkehr stilllegen.

Im letzten Jahr beauftragte zum ersten Mal auch das Bureau of Land Management Malmberg und ihre Ziegen zur Brandbekämpfung in Carbondale, Colorado. Gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrem Verlobten reist sie in einem Arctic Fox Camper durch den Westen der USA.

Geister in der Umgebung sollen ihre Herde schützen

Malmberg hat ein ganz besonderes Ritual zu Beginn und am Ende jedes Jobs: Sie zündet ein zeremonielles Tabakstäbchen an und ruft, um sich als Eindringling auf dem Land den dort lebenden Tieren vorzustellen. Dabei bittet sie die Geister in der Umgebung, ihre Herde von Ziegen zu schützen.

Mit ihrer besonderen Art und Weise, ihr Land vor den Waldbränden zu schützen, ist das Handeln der 64-Jährigen mehr als ein Akt der Fürsorge für ihre Tiere. Sie hofft von Herzen, dass die Ziegen in den kommenden Jahren genügend Gras fressen, um die schweren Waldbrände zu mildern. (ljo)