Chinesische Raumstation 'Tiangong 1' stürzt diese Nacht auf die Erde

3,5 Tonnen fallen wohl auf die Erde - nur wo?

Das chinesische Raumlabor 'Tiangong 1' stürzt wohl zwischen Sonntagnachmittag und Ostermontag auf die Erde. Bis zu 3,5 Tonnen werden eventuell nicht in der Atmosphäre verglühen und können somit auf die Erde stürzen. Die Gefahr für Menschen ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern aber gering.

Normale Fallgeschwindigkeit des chinesischen Raumlabors - daher keine Krater

Am wahrscheinlichsten nach derzeitigem Stand krachen die Teile etwa um 2.25 Uhr in der Nacht zum Ostermontag auf die Erde, teilte die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) am Samstag mit. Deutschland wird nicht betroffen sein. 

Der Wiedereintritt von 'Tiangong 1' sei nicht mit einem Meteoriteneinschlag vergleichbar, betonte Krag. Die Trümmer fielen ab 30 Kilometern Höhe mit der normalen Fallgeschwindigkeit. Daher werde es auch keine Krater geben.

Das Gebiet, in dem die Trümmer des 8,5 Tonnen schweren und zwölf Meter langen Raumlabors auftreffen können, ist riesig. Krag spricht von einem erdumspannenden Gürtel von 43 Grad südlich bis 43 Grad nördlich des Äquators. Damit kann es alle Kontinente - bis auf die Antarktis - und alle Ozeane treffen. Auf dem 43. Grad nördlicher Breite liegt etwa die südfranzösische Stadt Marseille. Deutschland, die Schweiz und Österreich liegen nördlicher als das Gebiet.  

Eher wird man vom Blitz getroffen als von 'Tiangong 1'

Weil die mögliche Absturzregion viel Wasser und Wüsten umfasst, sei es fraglich, ob sich nach dem Absturz überhaupt Teile von 'Tiangong 1' - übersetzt "Himmelspalast" - finden ließen. "Es fällt auch nicht alles auf einen Fleck, sondern verteilt sich über eine Schleppe von 1.000 bis 1.200 Kilometern", sagte Krag. "Die Wahrscheinlichkeit für ein Individuum, von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit, von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden."

Das Objekt zerfällt, und in der entstehenden Reibungshitze verglüht der größte Teil - nur Elemente aus Titan und Edelstahl normalerweise nicht. Allzu ungewöhnlich ist das nicht: "70 bis 80 Tonnen Raumfahrtschrott kommen durchschnittlich in einem ganzen Jahr unkontrolliert runter", sagt Krag. China hatte 'Tiangong 1' im September 2011 ins All geschossen, wo das Raumlabor über die Jahre sechs Kopplungsmanöver mit chinesischen Raumschiffen der 'Shenzhou'-Reihe absolvierte.