Chinas grüne Mauer gegen den Klimawandel: Chinesen bauen neue Mauer - aus Bäumen

Scenery of virgin forest in Daxinganling, Heilongjiang province, 28.11.2004. Foto: Liu zhaoming  +++(c) dpa - Report+++
Die Provinz Heilongjiang - ein großes Waldgebiet im Norden Chinas © picture-alliance/ dpa, Imaginechina Liu zhaoming

Grüne Mauer in China, ein Gürtel aus Wald vom Senegal bis Djibouti?

Der Klimawandel schreitet voran - die Menschheit pustet zu viel CO2 in die Atmosphäre. Eine wirksame CO2-Senke sind Bäume, denn die nehmen das Treibgas auf. In der Aufforstung der Wälder liegt also eine große Hoffnung im Kampf gegen die Erderwärmung. Bäume können aber sogar Wüsten daran hindern, sich immer weiter auszudehnen. Es gibt einige hoffnungsvolle Mega-Projekte, die wir an dieser Stelle einmal vorstellen möchten. 

Wälder schützen den Boden und bremsen Stürme

Die Chinesen haben erkannt, wie wichtig eine intakte Natur für sie ist. Denn Millionen Chinesen leiden schon jetzt unter Atemwegserkrankungen wegen der miesen Luft in den Mega-Cities. Außerdem sind riesige Lebensräume durch die Verwüstung, die sogenannte Desertifikation, bedroht. So kam die Führung auf die Idee, ganz im Sinne der berühmten Großen Mauer, sich zu schützen. Damals suchten die Chinesen Schutz vor nomadischen Reitervölkern aus dem Norden. Heute wird Schutz vor der Ausbreitung der Wüste Gobi benötigt. 

Die Grüne Mauer ist das größte jemals auf der Welt unternommene Aufforstungsprojekt. Es gilt als die beste Möglichkeit für China, die immer stärkere Verwüstung ganzer Regionen aufzuhalten. Besonders der trockene Norden ist betroffen. Wälder sind wahre Wunderwerke, denn sie eignen sich auch ganz hervorragend, um Windgeschwindigkeiten einzubremsen. Und dies wiederum verhindert eine schnelle Abtragung des Bodens. Grundvoraussetzung für menschliches Leben in der Region.

Ein Großbritannien aus Wald - Regen ist der Zaubertrank

Das größte Problem: Man benötigt Bäume, die mit sehr wenig Wasser auskommen. Auch wegen der fehlenden Niederschläge breiten sich die Wüsten aus. Im Norden Chinas werden hauptsächlich Pappeln, Tannen und Tamarisken angepflanzt. So konnte schon in 13 Provinzen insgesamt eine Fläche von der Größe Großbritanniens bewaldet werden. Damit hat sich seit den 1990er Jahren Chinas Waldfläche fast verdoppelt.

In Afrika versucht man vor allem mit an die Trockenheit gewöhnten Akazien gegen die Ausbreitung der Sahara vorzugehen. Millionen Menschen leben in der Sahelzone unmittelbar von der Landwirtschaft. Auch sie sind von der Desertifikation bedroht. Elf Millionen Bäume wurden allein im Senegal gepflanzt. Allerdings hat sich in Afrika gezeigt, dass der Gürtel nicht durchgehend wächst. Die Böden sind karg, werden übernutzt, der Bevölkerungsdruck ist höher als im Norden Chinas. Ein Problem ist auch die intensive Tierhaltung. Ziegen fressen viele kleine Bäume wieder kahl.

Immerhin entstanden im Senegal und in Burkina Faso viele Waldinseln - ein grünes Mosaik, das nicht unbedingt aus Bäumen, sondern auch aus Sträuchern und Büschen bestehen kann. Je mehr Bäume und Büsche, desto höher die Verdunstung und Feuchtigkeit in der Luft. Die Basis für Niederschläge. Und Regen ist der Zaubertrank für die Menschen in der Sahelzone.