Calbuco-Ausbruch: Umliegende Orte versinken in Asche

Alarmstufe Rot in Chile

Dem Naturspektakel beim Vulkanausbruch in Chile folgt jetzt die Angst. Geologen warnen vor weiteren Eruptionen des Calbuco, die weitaus heftiger werden könnten als die bisherigen. Inzwischen bebt im Umfeld des Vulkans auch die Erde, und die umliegenden Orte versinken in der Asche.

Tausende Tonnen glühende Lava spuckt der Calbuco aus. Dazu zucken Blitze vom Nachthimmel. Nur Stunden zuvor stieß er kilometerhoch Asche aus. Auf der einen Seite ein faszinierendes Naturschauspiel. Auf der anderen Seite Gefahr für Mensch und Tier. Mehrere Dächer stürzten unter der Last der Asche ein. Atemschutzmasken wurden verteilt. Die Behörden riefen die höchste Alarmstufe Rot aus und ordneten die Evakuierung aller Orte im Umkreis von 20 Kilometern an. Möglicherweise ist ein Mensch bei dem Ausbruch ums Leben gekommen. Ein junger Bergsteiger, der auf dem Calbuco unterwegs war, wird vermisst.

Nach Angaben des Nationalen Geologischen Dienstes (Sernageomin) gab es bislang zwei Eruptionen, eine dritte sei wahrscheinlich. Zudem habe es zahlreiche kleinere Erdbeben gegeben. Der Calbuco gilt dem geologischen Dienst Sernageomin zufolge als einer der gefährlichsten unter den 90 aktiven Vulkanen Chiles. Vor rund einer Woche habe es ein Treffen mit Experten des Geologischen Dienstes gegeben, um Maßnahmen für den Fall einer Eruption zu besprechen, meldeten örtliche Medien. Einwohner hätten zuvor über ein unterirdisches Rumoren berichtet

Auch im benachbarten Argentinien sind ganze Orte von Asche bedeckt, bis zu einem halben Meter hoch. Ein gut 100 Kilometer entfernter Flughafen wurde geschlossen.

Der Calbuco liegt rund 50 Kilometer östlich der bei Touristen beliebten Ausgangsstation Puerto Montt in die chilenische Seen- und Wälderlandschaft. Auf der argentinischen Seite der Anden liegt San Carlos de Bariloche, ebenfalls ein echter Touristenmagnet.