Buschfeuer in Australien: Meistens war es Brandstiftung

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Im Südosten Australiens kämpfen die Bewohner mit allen Mitteln gegen die Flammen der Buschfeuer. © dpa, David Crosling

Mindestens 50 Häuser durch Buschbrände zerstört

Die Buschbrände im Südosten Australiens haben mindestens 50 Häuser in Schutt und Asche gelegt und Hunderte weitere beschädigt. Angefacht von starkem Wind hatten die Feuer im Bundesstaat Victoria bereits eine Fläche von rund 330.000 Hektar abgebrannt, teilte die Feuerwehr mit.

Das entspricht annähernd der Größe der spanischen Ferieninsel Mallorca. Die Polizei vermutet hinter den meisten Feuersbrünsten Brandstiftung. Besonders schockiert die Behörden, dass unter den "Feuerteufeln" auch Kinder sein sollen.

Inzwischen hat der Rauch auch Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne mit ihren rund 4,2 Millionen Einwohnern erreicht. Etwa 2.500 Feuerwehrleute kämpfen mit Unterstützung von rund 70 Löschflugzeugen gegen die Flammen. Bei den Arbeiten wurden drei Helfer durch umstürzende Bäume verletzt, berichtet der Sender ABC. Außerdem sind sehr viele Tiere in den Flammen und dem Rauch verendet. Zwar konnten inzwischen schon mehrere dutzend Brände eingedämmt werden, doch 18 weitere Feuer immer noch außer Kontrolle.

Das schlimmste wütet nach wie vor bei der Kleinstadt Kilmore, die etwa 75 Kilometer nördlich von Melbourne liegt. "Der Wind blies in zwei Richtungen, also haben die Flammen sich nach Osten und Westen ausgebreitet", sagt Victorias Feuerwehrchef Craig Lapsley. Die Feuerwalze habe eine Fläche von 200 Quadratkilometern erfasst. Zugleich warnt er vor weiteren Bränden: "Wir haben erst die Hälfte des Sommers hinter uns."

Auch auf Indonesien brennen die Wälder

Nach Angaben von Victorias Regierungschef Denis Napthine vermutet die Polizei Brandstifter hinter vielen der Feuer. "Bei dem Gedanken, dass einige Leute absichtlich Feuer legen und Menschenleben sowie Häuser in Gefahr bringen, wird mir extrem übel", sagt er. Die Polizei sprach von einem "perfekten Verbrechen", denn zumeist zerstörten die Flammen auch sämtliche Beweise. Die Beamten befragten auch mehrere Schulkinder als Verdächtige, denn seit Dezember sind zehn Minderjährige in Australien der Brandstiftung beschuldigt worden.

Der Bundesstaat Victoria erlebt die schlimmsten Brände seit dem "Black Saturday" (Schwarzer Samstag), einer Serie von Buschfeuern, die am 7. Februar 2009 begann. Damals hatte ein Feuerwehrmann in der Nähe von Melbourne an zwei Stellen Feuer gelegt. Insgesamt brannten 150 Häuser und 36.000 Hektar Buschland ab und 173 Menschen starben. Der Brandstifter wurde später zu knapp 18 Jahren Haft verurteilt.

Inzwischen sind auch auf Indonesien sind Waldbrände gemeldet worden gemeldet. Auf der Insel Sumatra machten dicke Qualmwolken das Atmen schwer. Daher wurden nach Behördenangaben rund 200 Schulen geschlossen. Dort ist, wegen des Rauchs, der Flugverkehr eingeschänkt und es kommt zu Verspätungen.