Schneckentempo oder Vollgas?

Bundestagswahl 2021: So wollen die Parteien Mobilität und Klimaschutz vereinen

Unmobil auf dem Land

Wer das 7000-Einwohner-Städtchen Großalmerode in Nordhessen besuchen möchte, braucht ein Auto – denn einen Bahnhof sucht man vergeblich. Dabei soll doch das Landleben attraktiver werden. Aber wie soll das funktionieren, wenn man noch nicht einmal hinkommt? Das Thema „Mobilität“ ist mittlerweile auch zum Wahlkampfthema geworden. Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen – und dabei auch noch das Klima schützen? Unsere Politikreporter haben den Spitzenkandidaten von CDU, den Grünen, SPD, der Linken, FDP und AfD genau diese Frage gestellt. Mehr dazu im Video.

Wahlcheck Teil 1: Was versprechen die Parteien für unser Klima?

Wahlcheck Teil 2: Wie krisenfest ist Deutschland?

Wahlcheck Teil 3: Was tun die Parteien gegen die gesellschaftliche Spaltung?

Wahlcheck Teil 4: So wollen die Parteien die Rente retten

Grüne & Linke: Die Zukunft liegt auf der Schiene

Elektromobilität
Mit mehr E-Autos gegen den Klimawandel? Foto: Carsten Koall/dpa © deutsche presse agentur

Die Bahn weiter ausbauen und vor allem attraktiv zu machen, das ist der Plan der Grünen. „Und natürlich wollen wir Fahrzeuge fördern, die wenig Lärm machen und wenig CO2 ausstoßen“, so Bettina Hoffmann, Spitzenkandidatin der Grünen. Auch die Bundesvorsitzende der Linken, Janine Wissler, sieht die Zukunft auf den Schienen. Damit sei es aber nicht getan. „Darüber hinaus brauchen wir ein integriertes Verkehrskonzept, das heißt: mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger, für den Radverkehr – und natürlich wird es auch noch Autos geben. Der Handwerker wird jetzt nicht mit seinem Equipment in die U-Bahn steigen“, erklärt die Bundesvorsitzende. Allerdings sollen, laut dem Plan der Linken, die Autos elektrisch werden und am besten aus den Innenstädten verschwinden.

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AfD setzt weiterhin auf das Auto

"Wir möchten die Freiheit des Bürgers, zu entscheiden, welches Fortbewegungsmittel er nutzen möchte, offen halten“, erklärt die Spitzenkandidatin der AfD, Mariana Harder-Kühnel. Sie wollen den Individualverkehr weiterhin erhalten, er solle weiterhin möglich und bezahlbar sein. Allerdings ist spätestens 2035 Schluss für den Verbrennermotor, laut dem Klimaplan der EU.

Die Sonntagsfrage: So stehen die Parteien in der aktuellen Umfrage

Unterstützung der Autoindustrie, Forschung vorantreiben und gebrauchte E-Autos

Durch das Ende des Verbrennungsmotors sind auch Arbeitsplätze in Gefahr. Die CDU will daher die Autoindustrie unterstützen, damit diese neue Geschäftsmodelle findet und die Arbeitsplätze so erhalten kann. So könnten diese einen Beitrag für das Auto der Zukunft leisten, so der Chef des Bundeskanzleramts Helge Braun. Die FDP möchte nicht nur auf eine Technologie setzen, sondern auf verschiedene. So sollten Wasserstoff, eFuels, also Treibstoffe, die wenig CO2 ausstoßen, parallel gefördert werden, erklärt Bettina Stark-Watzinger, Spitzenkandidatin der FDP.

Für die SPD liegt die Zukunft der Mobilität in der Forschung für Batterien und in einem Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos. „Damit sich auch Leute ein E-Auto leisten können, die nicht so ein dickes Portemonnaie haben“, so SPD-Spitzenkandidat Michael Roth. (dgö)

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