Bundestag senkt Tampon-Steuer auf 7 Prozent

Tampons, Binden, Menstruationstassen werden günstiger
Der Bundestag hat beschlossen, ab 2020 die Steuer auf Periodenprodukte von 19 auf 7 Prozent zu senken. © iStock

Weniger Kosten für unsere Tage

Juhu, wir haben es geschafft! Tampons, Binden, Menstruationstassen & Co. werden ab 2020 günstiger. In Zukunft müssen wir für unsere Tage statt 19 Prozent Mehrwertsteuer nur noch 7 Prozent zahlen. Das hat der Bundestag am Donnerstag in seinem Jahressteuergesetz beschlossen. 

Aktivistinnen starteten Petition: "Die Periode ist kein Luxus"

Viele Frauen hatten die "Luxussteuer" auf Periodenprodukte bereits seit Jahren kritisiert. Der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent ist nämlich offiziell für wichtige Güter des täglichen Bedarfs vorgesehen. Tampons fielen damit nach Ansicht des Gesetzgebers nicht darunter. Mitunter mussten sich Aktivistinnen kreative Umwege wie "The Tampon Book" einfallen lassen, um die Steuer zu umgehen. Bis jetzt.

Anfang des Jahres machten einige Aktivistinnen ernst und starteten auf der Plattform change.org unter dem Motto "Die Periode ist kein Luxus" eine Petition, um die "Tampon Tax" endlich abzuschaffen. Fast 200.000 Menschen unterschrieben damals die Onlinepetition.

Zehntausende unterstützten den Aufruf und brachten ihn in den Bundestag

"Wir möchten den Bundestag auffordern, Periodenprodukte wie Binden, Tampons und Menstruationstassen mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent zu besteuern, da die bisherige Regelung unserer Meinung nach Menstruierende, meistens sind es Frauen*, aller gesellschaftlichen Schichten und finanzieller Hintergründe systematisch diskriminiert", hieß es damals in dem Gesuch. 

Kurze Zeit später wurde das Anliegen dann sogar als E-Petition auf der Seite des Bundestags eingereicht. Über 80.000 Menschen unterstützen den Aufruf. Damit knackten die Aktivistinnen die Hürde von 50.000 Unterschriften und konnten ihre Petition offiziell in den Petitionsausschuss des Bundestags bringen.

Prominente Frauen jubeln auf Instagram über den Bundestagsbeschluss

Auf dem Instagram-Account des Tampon-Herstellers "Einhorn", der die Petition ebenfalls unterstützt hatte, freuen sich die Aktivistinnen nun über ihren riesigen Erfolg. "Das ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung", heißt es in dem Clip, in dem auch Promis wie Carolin Kebekus, Charlotte Roche oder die Influencerin Louisa Dellert mitjubeln.

Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen

Eine Mini-Hürde gibt es allerdings noch: Auch der Bundesrat muss dem Gesetz, das auch niedrigere Steuern für E-Books und E-Papers sowie Steuerprivilegien für E-Autos beinhaltet, noch zustimmen.