Bringt der Winter 2018/2019 Frost und Schnee? Das sagen erste Einschätzungen

Extreme Winteraussichten

Das Wetterjahr 2018 hat uns ja schon einige Extreme gebracht. Der März war noch zu kalt, dann gab es nur noch eine Richtung: April, Mai, Juni, Juli und auch der August waren viel zu warm und zu trocken. Droht uns jetzt ein ganz milder Winter ohne Schnee?

Die Sonne scheint am 15.01.2014 bei Temperaturen um die 5 Grad plus auf Kassels einzige Skipiste, auf der bei Schnee das Rodeln verboten ist. Nordhessen wartet weiter auf den ersten Schnee. Foto: Uwe Zucchi/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Bleibt der Winter nicht nur in Nordhessen schneefrei? © dpa, Uwe Zucchi

Drohen durch El Nino Wetterkapriolen?

Einige Forscher befürchten nun, dass das Wetterphänomen El Nino in diesem Jahr zuschlagen wird. Hierbei verändern sich Luft und somit Wasserströmungen im Pazifik, die fatale Folgen auf das Wettergeschehen meist in den angrenzenden Gebieten hat. In Australien und Südostasien drohen Dürren. An der US-Westküste fällt dann deutlich mehr Regen. Allgemein, also weltweit sorgt El Nino für deutlich ansteigende Werte. Ob das auch für Europa und somit auch für Deutschland Auswirkungen hat, ist nicht ganz bewiesen.

NAO-Index zeigt noch keine extremen Entwicklungen

Der NAO-Index weist noch keine großen Auffälligkeiten auf.
Der NAO-Index weist noch keine großen Auffälligkeiten auf. Negative Abweichungen können zu Extremen führen. Abgebildet sind die letzten vier Monate. © RTL Interactive

Für uns ist etwas anderes von enormer Wichtigkeit, wenn es darum geht, Aussagen für den Winter zu tätigen - der sogenannte NAO-Index (Nord-Atlantische-Oszillation). Das ist die Schwankung des Druckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden. Er ist für Europa ein Gradmesser dafür, ob wir zu milde oder zu kalte Winter bekommen. Besonders bei negativem Index können extreme Wettererscheinungen (in die kalte oder auch in die warme Richtung) auftreten. Derzeit deutet aber alles auf einen normalen Index hin, so dass es eher zu einem milden Winter mit mehr westlichen Wetterlagen kommen könnte.

NOAA prophezeit uns einen viel zu milden Winter

Besonders der Februar wird von der NOAA sehr warm berechnet.
Besonders der Februar wird von der NOAA sehr warm berechnet. Alle Wintermonate gibt es im Video. © RTL Interactive

Die amerikanische Wetterbehörde NOAA sieht es derzeit ganz extrem. Sie berechnet für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar in Europa zum Teil viel zu warme Temperaturen. Häufig sind es 1 bis 2 Grad über dem Durchschnitt, doch es sind auch wieder große Bereiche, die 2 bis 3 Grad über dem Durchschnitt liegen. Somit sind wir nicht weit weg von den Abweichungen aus den letzten fünf Monaten. Was das dann für Schnee und Frost für Auswirkungen hätte, kann sich jeder wohl selbst ausmalen. 

Fazit: Der Winter hat eigentlich keine Chance

Alles in allem sind die Aussichten für den Winter derzeit wirklich nicht gut, wenn wir Kälte- und Schneeliebhaber sind. Er scheint, wenn überhaupt, nur kurz vorbei zu kommen oder eher komplett auszufallen. Und von einer weißen Weihnacht müssten wir uns dann wohl verabschieden, auch in vielen Höhenlagen. Mal sehen, ob sich der Wind noch dreht.