Bodenfrost und Schnee schlagen zum Wochenende zu

Aprilwetter mit Schnee im Mai

Zur aktuellen Wetterlage passt durchaus das Prädikat "spätwinterlich", denn die Begriffe Schnee, Schneefallgrenze, Glätte und Frost haben wieder Einzug in unsere Wetterberichte gefunden. Allerdings ist dies weniger überraschend, wenn man den Ursprungsort der einströmenden Luftmasse kennt. Der liegt in der Arktis.

Wo das Wochenende richtig winterlich wird, erklärt Eva Imhof im Video!

Auch der Sonntag noch fies kalt

Am Sonntag gibt es besonders an den Alpen immer wieder Schnee- und Graupelschauer, die Schneefallgrenze sinkt auf 500 bis 800 Meter. Im Westen und Nordwesten herrscht regelrechtes  Aprilwetter, auch Gewitter sind möglich. Im Nordosten bleibt es meist trocken mit längerem Sonnenschein. Höchstwerte um 2 Grad im Allgäu bis 14 Grad im Wendland.

Wie kalt wird es denn nun und müssen Pflanzen geschützt werden?

In den derzeitigen Nächten gehen die Temperaturen auf +6 Grad an der Nordsee bis -3 Grad im Mittelgebirgsraum zurück. Dabei handelt es sich um die in 2 m Höhe gemessene Temperatur. In Bodennähe wird es nachts aber meist noch deutlich kälter. Deswegen: Bodenfrost herrscht weit verbreitet.

Knapp über dem Erdboden wird die 5 cm-Temperatur gemessen und die ist für frei stehende Pflanzen wichtig. Bei geschlossenen Knospen vertragen Pflanzen bis zu -4 Grad. Vor allem die mediterranen Pflanzen sind aber empfindlicher. Tomaten, Basilikum und Olivenbäumchen sollten besser keinem Frost ausgesetzt und abgedeckt oder reingeholt werden.

Winterreifen zu früh abmontiert?

Die Schneefallgrenze sinkt zwar bis teils weit runter, die Eifel und der Harz haben ihr weißes Wunder schon erlebt, tagsüber sind die Straßenbeläge aber durch zeitweilige direkte Sonneneinstrahlung deutlich zu warm, so dass der Schnee bei Auftreffen sofort schmilzt. Über Nacht könnte bei kräftigen Schneeschauern schon eher mal was liegen bleiben.

Schnee im Mai? Normal oder die Regel?

​Nicht ärgern oder wundern - solche Kaltlufteinbrüche sind zu dieser Jahreszeit absolut normal. Nicht umsonst gibt es schließlich die Eisheiligen. Von verfrühten Eisheiligen wollen wir allerdings noch nicht sprechen, denn rund um die Mitte des Monats kann es durchaus noch ein weiteres Mal kalt werden. Oder nicht?

​Wenn wir uns die letzten 3 Jahre (2016, 2017 und 2018) anschauen, stellen wir fest, dass Schnee im Mai möglich ist. Eine ähnliche Konstellation gab es im Jahr 2017 (ebenfalls um den 1. Mai herum). Damals kam es zu Schneefällen am Alpenrand – die Temperaturen sanken stellenweise auf 2 bis 4 Grad ab. An der Zugspitze fielen 15 cm Neuschnee. Auch im Jahr 2016 (02.05) kam es am Alpenrand zu Neuschnee (speziell an der Zugspitze). In den Hochlagen der Alpen, der Mittelgebirge und des Schwarzwaldes sind Neuschneemengen bzw. Schnee oder Schneeregenschauer keine Seltenheit in den letzten drei Jahren gewesen. Anders sieht es mit Schnee bzw. Schneeregenfällen bis ins Flachland aus. Diese sind eher selten.

Hier unser Blick auf das Wetter an den Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai.

Einen längerfristigen Ausblick finden Sie in unserem 30-Tage-Trend!