Blizzard an der US-Ostküste: 'Snowzilla' war teilweise hausgemacht

Höhere Wasseroberflächentemperaturen und El Nino

Der Blizzard an der US-Ostküste, der riesige Schneemengen brachte, das öffentliche Leben zeitweise zum Erliegen brachte und über 30 Menschenleben forderte, ist vermutlich auch wegen des Klimawandels so heftig ausgefallen. Der DWD nennt in einer Auswertung des in den Medien 'Snowzilla' getauften Blizzards als mögliche Ursache erhöhte Wasseroberflächentemperaturen im Atlantik.

Blizzards und Klimawandel
Schneestürme an der US-Ostküste: Sie werden mehr und schlimmer. © Jackson Lee / Splash News

Wasseroberflächentemperaturen unterliegen zum einen einer natürlichen Variabilität, erhöhen sich aber auch durch den Klimawandel. Global gesehen wird seit 1950 ein Anstieg von 0,1 Kelvin pro Jahrzehnt beobachtet.

Durch die höheren Wasseroberflächentemperaturen wird vermehrt Energie für die Entwicklung von Tiefdruckdruckgebieten zur Verfügung gestellt. Mit ungewöhnlich hohen Wasseroberflächentemperaturen war z. B. auch der Schneesturm am 5. und 6. Februar 2010 verbunden, der Washington D.C. 45 cm Schnee (gemessen am Flughafen) brachte, was die viertgrößte Höhe an diesem Ort war.

Und so werden dem jüngsten Blizzard weitere folgen, denn nach neuesten Forschungen hat die generelle Zunahme der Oberflächentemperaturen und der Rückgang des Eises am Nordpol tatsächlich Einfluss auf die Tiefdruckentwicklung über dem Osten der Vereinigten Staaten. Sie führt nämlich zu einem vermehrten Vorkommen von sogenannten blockierenden Hochdrucklagen über dem Nordatlantik: Diese haben zum einen Kaltlufteinbrüche über dem Osten Nordamerikas zufolge und zum anderen eine Verringerung der Verlagerungsgeschwindigkeit von Tiefdruckgebieten. Letzteres bewirkt eine Intensivierung der Druckgebiete mit mehr Wind und mehr Niederschlag.

Eine andere Ursache kann die derzeit bestehende El-Niño-Phase sein. Die Auswertung der 100 stärksten Schneestürme in sechs Gebieten östlich der Rocky Mountains hat ergeben, dass schwere Schneestürme in Jahren mit einem mäßigen bis starken El-Niño-Ereignis etwa doppelt so häufig sind, wie in Jahren mit neutralen ENSO-Bedingungen (ENSO = El Niño Southern Oscillation).

Quelle: DWD