Blitzrekord über dem Nordpol - ist der Klimawandel schuld?

Grafische Darstellung von Blitzen am Nordpol.
Grafische Darstellung von Blitzen am Nordpol. © RTL Interactive, RTL.de

Am Nordpol wurde eine extrem hohe Anzahl an Blitzeinschlägen erfasst. In einem Umkreis von 300 Seemeilen um den Nordpol wurden bisher noch nie so viele Blitze gezählt. Die Aufzählung der ungewöhnlichen Anzahl konnte anhand des Netzwerkes Vaisala GLD360 ausfindig gemacht werden. Der aktuelle Rekord liegt bei 48 Blitzeinschlägen und löst somit den bisherigen Rekord an einem Tag mit 6 ab.

Blitze am Nordpol - ist das normal?

Im Norden Alaskas und Sibirien gibt es zwar häufiger mal Sommergewitter. Weiter Richtung Norden nehmen die Voraussetzung dafür allerdings immer weiter ab.  Der US-Wetterdienst bezeichnete den jüngsten Blitzerekord sogar als „nördlichste Blitzeinschläge seit Beginn der Aufzeichnung“.

Dieses Jahr hatten uns der Einfluss des Saharastaubs und die damit verbundene Hitze schwer zu schaffen gemacht. Das hat auch die Arktis zu spüren bekommen. Durch die in diesem Jahr starke Erwärmung, ist viel Eis geschmolzen. Dabei zählt die Region schon zu denen mit der zweit niedrigsten Meereiskonzentraion. 

Doch was hat das Meereis genau mit Blitzen zu tun? Für die Entstehung eines Gewitters sind kalte und trockene Luftmassen, sowie feuchtwarme Luftmassen Voraussetzung. Letzteres sollte Richtung Nordpol kaum anzutreffen sein durch den kühlenden Effekt des Meereises. Durch das fehlende Eis und die damit fehlende Abkühlung der Luftmassen dringt die feuchtwarme Luft immer weiter nördlich vor und schafft Voraussetzungen für ein Gewitter. 

Mehr Blitze über dem Meer als über Land

Da stellt sich natürlich schnell die Frage, ob der Klimawandel für dieses Wetterphänomen verantwortlich ist. Grundsätzlich ist die Stärke der elektrischen Entladung über dem Meer höher als über dem Land. Der Grund für die erhöhte Stromstärke wird zum einen in den Salzkristallen, die die Leitfähigkeit in der Luft erhöhen können, vermutet. Zum anderen in den Eiskristallen, die über dem Meer größer ausfallen als über dem Land und somit mehr statische Elektrizität aufnehmen können.