Bis zu 10 Stunden Sonne und am Mittwoch gefühlte 20 Grad

Sowohl meteorologisch als auch kalendarisch dauert es noch etwas bis zum Frühlingsbeginn. Aber durch die geografische Lage von Tief 'Pierre' und Hoch 'Erika' weht uns milde Südwestluft um die Ohren, die uns schon einen gefühlten Frühling bescheren wird. Am Mittwoch und Donnerstag kann es bis zu 15 Grad, und damit in geschützten Sonnenlagen gefühlt bis 20 Grad, warm werden.

Das sind Temperaturen, die man sonst eher im März oder April erwartet. Auch im Nordosten wird es deutlich milder mit zweistelligen Werten. Am Dienstag liegen die Werte hier noch um die 5 Grad. Außerhalb von voraussichtlich nur wenigen Nebel- und Hochnebelfeldern scheint zudem den ganzen Tag die Sonne vom blauen Himmel. In geschützten Lagen sind also erste Sonnenbäder angesagt.

Mittwoch wird der Höhepunkt der Sonnenwoche

Bis zu 10 Stunden Sonne und am Mittwoch gefühlte 20 Grad
Bis zu 10 Stunden Sonne und am Mittwoch gefühlte 20 Grad © picture alliance / empics, Anna Gowthorpe

Am Mittwoch erreichen wir die Frühlingsmarke von 15 Grad - zumindest an Rhein und Ruhr in Nordrhein-Westfalen. Hier können es eventuell sogar 16 oder 17 Grad werden. Aber auch allgemein im Westen und Südwesten, in Teilen Brandenburgs und in Bayern pirschen sich die Temperaturen ebenfalls an die magische 15-Grad-Marke heran. Sonst liegen die Höchstwerte um die 10-Grad-Marke, selbst im bisher so kalten Nordosten. Nur direkt an den Küsten bleibt es bei knapp 5 Grad. Überall gibt es bis zu 9 Stunden herrlichem Sonnenschein und einem Wind, der nur als leichte Brise daherkommt, sogar noch wärmer anfühlen dürften.

Hier im Video kann man Hoch Erika im Clinch mit Tief Pierre sehen und deutlich erkennen, wie sich die Luft über uns in den kommenden Tagen erwärmt.

Freitag schon wieder deutlich kühler

Am Donnerstag bleibt es noch recht mild mit Höchstwerten im Landesinneren zwischen 10 und 15 Grad, örtlich auch noch einmal 16 Grad. Da etwa nordwestlich einer Linie Berlin Saarbrücken mehr Wolken auftauchen, wird es nur noch südöstlich davon ein strahlender Tag. Die wärmsten Gebiete werden der Kölner, Freiburger und der Stuttgarter Raum mit rund 15 Grad.

Der Freitag zeigt sich dann schon wieder von seiner schlechteren Seite. Noch weniger bis gar keine Sonne, mehr Niederschläge und wieder kühler. Die Höchstwerte liegen dann nur noch zwischen 5 und 11 Grad.

Wann beginnt der Frühling wirklich?

Der Frühling, auch "Frühjahr" oder "Lenz" genannt, ist eine der vier Jahreszeiten. Auf der Nordhalbkugel beginnt der meteorologische Frühling am 1. März und besteht aus den Monaten März, April und Mai, auf der Südhalbkugel beginnt er am 1. September und umfasst entsprechend September, Oktober und November. Hintergrund für diese Festlegung war, dass sich ganze Monate einfacher statistisch auswerten ließen. Darüber hinaus stellte man aber auch fest, dass die meteorologischen Jahreszeiten die klimatische Situation der Jahreszeiten in den meisten Teilen Deutschlands besser widerspiegeln als die astronomischen Jahreszeiten.

Astronomisch gesehen beginnt der Frühling, wenn der Tag und die Nacht genau gleich lang sind, was am 20. oder am 21. März eines Jahres der Fall ist. Im Jahr 2017 beginnt der Frühling genau am 20.03. um 11:28 Uhr (MEZ).

Eine nicht ganz so einfache Antwort erhält man, wenn man den Frühlingsbeginn mit den phänologischen Jahreszeiten in Zusammenhang bringt. In der Phänologie werden die im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen der Pflanzen betrachtet und in Phasen eingeteilt. Nach der phänologischen Uhr gibt es im Frühling drei Phasen: Vor-, Erst- und Vollfrühling. Ihren jeweiligen Beginn kann man durch sogenannte Leit- bzw. Ersatzphasen ermitteln. Als Leitphase für den Vorfrühling dient dabei der Blütenbeginn der Hasel, für den Erstfrühling der Blütenbeginn der Forsythie und für den Vollfrühling der Blütenbeginn der Apfelbäume. Für die jeweiligen Phasen konnte aus Beobachtungen in den letzten Jahren ein mittleres Eintrittsdatum gefunden werden. Demnach beginnt der Vorfrühling durchschnittlich am 13. Februar, der Erstfrühling am 26. März und der Vollfrühling am 27. April.

Eine weitere Antwort auf die Frage, wann der Frühling kommt, lässt sich aus statistischen Betrachtungen finden. Dazu definieren wir uns (recht willkürlich) einen "statistischen Frühlingsbeginn", wobei an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens an zwei Tagen eine Höchsttemperatur von über 15 Grad erreicht werden soll und es dabei vorherrschend trocken und heiter ist. Schaut man sich die vergangenen 11 Jahre an, so begann der Frühling diesen Kriterien nach im Süden (repräsentiert durch München-Stadt) durchschnittlich am 15. März und im Norden (vertreten durch Hamburg) am 1. April.

Der Frühling ist also gar keine so eindeutige Sache, auch seine Auswirkungen nicht: Die steigende Lichtintensität, die zu dieser Jahreszeit stattfindet, verursacht bei Mensch und Tier eine vermehrte Ausschüttung der Glückshormone Serotonin und Dopamin, die für die sogenannten „Frühlingsgefühle“ sorgen. Jedoch leiden auch zahlreiche Menschen unter der Frühjahrsmüdigkeit, deren Grund vermutlich die durch wärmere Temperaturen und längere Tage bedingte hormonelle Umstellung ist.