Bilanz der Eisheiligen 2014

Ein wenig Frost gab es aber!

Eisheilige 2014
Ein wenig Frost gab es schon

Nachdem Mamertus und Pankratius (11. und 12. Mai) sang- und klanglos an uns vorübergingen, versuchten Servatius, Bonifatius und die kalte Sofia (13. bis 15. Mai) einen weiteren Anlauf, um die Eisheiligen nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden zu lassen. Mit Nachdruck gelang dies nicht, jedoch sollte es ausreichen, dass die ‚Eisheiligen‘ auch in Zukunft ein Gesprächsthema bleiben und nicht vom Klimawandel komplett verdrängt werden.

Nötig für einen Kälteeinbruch Mitte Mai ist eine Nordwest- bis Nordostwetterlage, bei der kalte Luft polaren Ursprungs angezapft und nach Mitteleuropa geführt wird. Dies war zwar in diesem Jahr nur in abgeschwächter Form der Fall, dafür aber sehr pünktlich.

Am Dienstag, den 13. Mai zu Servatius lag Deutschland zwischen Hoch ‚Steffen‘, das vom Ostatlantik bis nach Mitteleuropa ausgriff, und Tief ‚Xena‘ über der skandinavischen Halbinsel. Diese Konstellation sorgte nun dafür, dass sich über dem Bundesgebiet eine nordwestliche Strömung einstellte und allmählich kalte Luft aus polaren Breiten einfloss. Auf dem Weg zu uns erwärmten sich diese Luftmassen über dem Nordmeer und der Nordsee jedoch bereits so weit, dass die Abkühlung hierzulande zwar spürbar, jedoch von einem Wintereinbruch weit entfernt war.

Dennoch reichte der Vorstoß maritimer Polarluft vor allem im Westen und in der Mitte aus, um in den Morgenstunden des gestrigen Bonifatius (14. Mai), das Quecksilber in einigen Aufklarungsgebieten zumindest in Bodennähe in den leichten Frostbereich zu drücken.

Auch die heutige kalte Sofia (15. Mai) brachte aufgrund der eingeflossenen Kaltluft und dem teils wolkenfreien Himmel morgens Bodenfrost. Am kältesten war es dabei mit bis zu -2 Grad in Bodennähe in höheren Tallagen des Sauerlandes, des Erzgebirges und des Bayerischen Waldes. Aber auch im Flachland gab es gebietsweise leichten Bodenfrost bis -1 Grad. Zudem fiel in den Alpen oberhalb

etwa 1.000 m Schnee. Der Neuschnee bringt aufgrund der fortgeschrittenen Entwicklung der Vegetation leider auch die Gefahr von Schneebruch mit sich.

Heute und in der kommenden Nacht bleiben die Temperaturen noch gedämpft, nachts ist bei längerem Aufklaren örtlich noch einmal Bodenfrost möglich und die Schneefallgrenze liegt bei etwa 1.100 m. Zusätzlich sorgt der durch die nördliche Anströmung bedingte Nordstaueffekt an den Alpen für anhaltende Niederschläge.