Vom Aussterben bedroht

Nistmöglichkeiten, Wasser und regionalen Honig kaufen: So einfach können Sie Bienen helfen

von Oliver Scheel

Bienen sind für unser Ökosystem immens wichtig, wie Albert Einstein es einst schon überspitzt auf den Punkt brachte: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“

Doch trotz ihrer wichtigen Rolle sterben seit Jahren immer mehr Bienen durch den Klimawandel, Pestizide und die Zerstörung ihres Lebensraums. Dabei kann jeder den kleinen Tieren mit einfachen Mitteln helfen.

Im Video: Im Klima Update spricht Christian Häckl darüber, wie Klimastress den Körperbau von Bienen verändert.

Bienen sind unsere drittwichtigsten Nutztiere: Das macht sie so hilfreich

09.05.2022, Bayern, Kempten: Eine mit Pollen behangene Biene sammelt in einem Apfelbaum den Nektar aus einer Blüte und verteilt dabei den zur Bestäubung notwendigen Blütenstaub. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bienen sind sehr wichtig für unsere Landwirtschaft.

Was viele nicht wissen: Bienen sind nach Schweinen und Rindern unsere drittwichtigsten Nutztiere und somit essenziell für unsere Ernten und Nahrungsmittelvielfalt. Wild- und Nutzpflanzen werden zu gut 80 Prozent von Bienen bestäubt, während Hummeln, Schmetterlinge & Co. lediglich die restlichen 20 Prozent ausmachen.

Doch nicht nur quantitativ sind Bienen wichtig für unsere Ernte, auch die Qualität der Lebensmittel verbessert sich durch ihre Bestäubung.

Bienenfreundliche Pflanzen säen und Pestizide vermeiden

Ob Garten oder Balkon - jeder kann Bienen schon mit zwei grundsätzlichen Dingen helfen: Bienenfreundliche Pflanzen säen und auf die Nutzung von Pestiziden verzichten.

Bienenfreundliche Pflanzen besitzen einen hohen Nektargehalt und haben im besten Fall eine lange Blütezeit, während sie außerdem durch weit geöffnete Blüten leicht zugänglich sind. Für den Garten bieten sich hier zum Beispiel Tulpen, Krokusse oder Rosengewächse an, während es auf dem Balkon auch gerne Lavendel, Salbei oder Thymian sein darf.

Außerdem sollte man auf Pestizide wie Neonicotinoiden unbedingt verzichten, denn das Gift kann Bienen süchtig machen, wodurch die kleinen Tiere immer mehr Schadstoffe in sich aufnehmen.

Den Rasen einfach mal in Ruhe lassen - so einfach können Sie Bienen helfen

Zum Schutz der Bienen den Rasenmäher einfach einmal stehen lassen.
Zum Schutz der Bienen den Rasenmäher einfach einmal stehen lassen.

Bienen fühlen sich vor allem in naturbelassenen Gärten wohl, wo Gras und Wildblumen frei wachsen können. Auch wenn Hobbygärtner Löwenzahn & Co. nicht gerne sehen, ist das unliebsame Unkraut wegen seines reichlichen Nektars perfekt für Bienen. Also: Den Rasenmäher einfach mal stehen lassen und die Wildblumen wachsen lassen.

Wer es doch nicht übers Herz bringt, den Garten „verwildern“ zu lassen, kann auch einfach eine kleine Ecke im Garten frei lassen und nur den restlichen Rasen mähen.

Auch Bienen haben Durst: Wasser bereitstellen

Es ist so simpel, dass man es glatt vergessen könnte: Auch Bienen müssen Wasser trinken. Wer keinen Garten oder Gartenteich hat, kann auch einfach eine kleine Schale mit Wasser auf den Balkon stellen. Wichtig ist jedoch, dass Sie kleine Steinchen mit ins Schälchen geben, damit die Bienen gefahrlos an das Wasser kommen.

Honig von regionalen Imkern kaufen

Die Mehrheit der Deutschen greift beim Einkauf zu importiertem Honig, oft aus China oder Süd- und Mittelamerika. Dies führt dazu, dass sich der Verkauf von heimischem Honig für deutsche Imker immer weniger lohnt, was zur Folge hat, dass diese sich um immer weniger Bienenvölker kümmern können.

Wer den Bienen helfen will, sollte deshalb beim nächsten Einkauf bewusster auswählen und auf die Herkunft des Honigs achten.

Bienenhotel oder Nistmöglichkeiten bieten

Über die Hälfte unserer 560 Arten heimischer Wildbienen stehen auf der Roten Liste, da Nistmöglichkeiten in Wald & Co. immer weniger werden. Ein sogenanntes „Bienenhotel“ ist da eine tolle Möglichkeit zu helfen. Aber auch Totholz in sonniger Lage können die Bienen gut als Rückzugsort gebrauchen.

Viele Wildbienen nisten sich außerdem unterirdisch ein. Wer Platz im Garten hat, kann an einem ungestörten Ort eine kleine Grube mit Sand füllen.

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(osc)