Unliebsame Mitbewohner

Bettwanzen erkennen und loswerden – wie geht’s?

Bettwanze (Cimex Lectularius)
Bettwanzen reisen gerne, aber wie wird man die ungebetenen Gäste wieder los? © www.smith1972.com (www.smith1972.com (Photographer) - [None], Mr.Smith Chetanachan

Drastische Maßnahmen im Kampf gegen Bettwanzen

Sie zählen zu den unangenehmsten Zeitgenossen, können beißen und manchmal sogar psychische Schäden bei den Betroffenen anrichten. Hat man die Plagegeister erst einmal in die eigene Wohnung eingeschleppt, sind sie sehr schwer wieder loszuwerden. Wir verraten Ihnen alles über Bettwanzen und warum Sie um die Beauftragung eines Schädlingsbekämpfers nicht herumkommen.

Wie kommen die Bettwanzen zu uns nach Hause?

Bettwanzen (Cimex lectularius) gehören zur Familie der Plattwanzen. Schon seit den 1990ern breiten sich laut Umweltbundesamt auch bei uns die blutsaugenden Insekten immer mehr aus. Hauptsächlich sind sie in Hotels und Unterkünften sowie im öffentlichen Raum und mittlerweile auch verstärkt in Privathaushalten zu finden.

Bettwanzen gibt es auf der ganzen Welt – das ist unserem heutigen Lebenswandel zuzuschreiben. Denn die winzigen Tiere verbreiten sich überwiegend durch den Transport befallener Gegenstände. Dies können Gebrauchtgegenstände sein, die von der Straße mitgenommen oder auf dem Flohmarkt bzw. im Gebrauchtwarenhandel erworben werden (z.B. Möbelstücke, Matratzen, Bilderrahmen, CDs und DVDs usw.). Auch der Verkauf von gebrauchten Gegenständen über das Internet spielt bei der Verbreitung der Wanzen eine Rolle.

Koffer, Rucksäcke und Reisetaschen stellen ebenfalls ein geeignetes Transportmedium für Bettwanzen dar. Denn wohnen Urlauber in befallenen Unterkünften, kann es vorkommen, dass sich einzelne Tiere in Koffern oder Taschen verstecken und auf diese Weise mitgenommen werden.

Tipp: Um als Urlauber sicher zu gehen, keine Tiere in Koffern und Taschen ungewollt ins Land zu schmuggeln, hilft ein kleiner Trick. Ein Atemhauch in die Koffer-Verschlüsse lockt Bettwanzen aus ihrem Versteck. Die kleinen Blutsauger lassen sich dann mit einem Taschentuch leicht zerdrücken.

Oft werden Bettwanzen nicht erkannt

Charakteristisch für die behaarten, sechsbeinigen Wanzen ist ihre rotbraune Färbung und die sehr flache Körperform, dem die Quälgeister auch ihren umgangssprachlichen Namen „Tapetenflunder“ zu verdanken haben. Bettwanzen gelten als klassische Parasiten und sind nüchtern nur vier bis fünf Millimeter, im gesättigten (voll mit Blut gesaugt) Zustand neun Millimeter groß. Die winzigen „Vampire“ sind darauf spezialisiert, in Schlafplätzen von Menschen zu leben und sich von deren Blut zu ernähren. Aber auch Haustiere, Fledermäuse und Vögel gehören zu ihren Opfern.

Da Bettwanzen nachtaktive Tiere sind, sieht man sie tagsüber kaum. Dann halten sie sich in Ritzen, Betten, Lüftungsschächten oder hinter Tapeten auf. Steckdosen, Elektrogeräte, Jalousien und Gardinen sind ebenfalls beliebte Aufenthaltsorte der Insekten, wie das Umweltbundesamt (UBA) erklärt. Im Schutz der Dunkelheit kommen sie aus ihren Löchern und finden, angelockt von Wärme, Geruch und Atem­luft den Weg zu ihrer Leibspeise: Menschen­blut. Sie halten sich aber nur so lange auf der Haut auf, bis sie sich vollgesogen haben.

Bettwanzen geben einen nach Bittermandel riechenden Duftstoff ab, der mitunter in stark befallenen Räumen wahrgenommen werden kann. Von einigen Menschen wird er als sehr intensiv und unangenehm empfunden. In den vergangenen Jahren ist der Einsatz von Bettwanzen-Spürhunden in zunehmendem Maße populär geworden. Deren Einsatz sollte jedoch immer nur als Ergänzung zu weiteren Methoden angewandt werden.

Anzeichen für Bettwanzen

Bettwanzen erkennen uns loswerden
Es gibt Anzeichen, an denen Sie erkennen, ob sich in Ihrem Zuhause Bettwanzen eingenistet haben. © iStockphoto

Es gibt Anzeichen, an denen Sie erkennen, ob sich in Ihrem Zuhause Bettwanzen eingenistet haben.

  • Wenn Sie von Bettwanzen gebissen worden sind, ist eine reihenartige Anordnung sichtbar, auch Wanzenstraße genannt.
  • Beißt eine Wanze zu, tritt in der Regel Blut aus. Ein paar Tropfen gelangen dabei auch auf das Bettlaken oder den Bettbezug.
  • Bei kleinen schwarzen Punkten kann es sich um Kot von Bettwanzen handeln.
  • Neben lebenden Bettwanzen können auch tote Tiere oder abgestoßene Nymphenhäute auf einen Befall hinweisen.

Wie sehen Bettwanzenbisse aus?

Bettwanzen erkennen und loswerden.
Die Reaktion auf Bettwanzenbiss ist von Mensch zu Mensch verschieden. © Joel Carillet

Der eigentliche Akt des Blutsaugens dauert drei bis zwanzig Minuten - je nach Entwicklungsstadium der Wanze. Die anschließende Hautreaktion kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen. Oft äußern sich Bisse in Form von juckenden und geröteten Pusteln, deren Durchmesser wenige Millimeter bis einige Zentimeter betragen kann. Auch Blasen und Quaddeln können auftreten. Manche Menschen reagieren zunächst gar nicht auf die Bisse – das kann sich aber ändern, wenn die Parasiten erneut zubeißen. Häufig treten die Hautirritationen zeitlich verzögert auf - mehr als eine Woche kann zwischen Biss und Reaktion vergehen.

Gesundheitliche Folgen von Bettwanzen

Bettwanzenstiche jucken in der Regel stark und durch das Aufkratzen der Haut kann es zu bakteriellen Infektionen kommen. Ein Bettwanzenbefall wird außerdem häufig als äußerst ekelerregend empfunden, da es sich bei den Tieren um blutsaugende Insekten handelt, die sich dauerhaft in den persönlichen Rückzugsbereichen des Menschen (Bett) bzw. in unmittelbarer Nähe dazu aufhalten. Bei einzelnen Personen stellt dies eine enorme psychische Belastung dar, die sich in Albträumen, Überwachsamkeit, Angstzuständen, sozialer Isolierung und weiteren persönlichen Einschränkungen äußern kann. Die Stichbelästigung kann außerdem zu starken Schlafstörungen führen. Auch der Einsatz von Insektiziden bei Bekämpfungsmaßnahmen im Wohn- und vor allem im Schlafbereich wird häufig als sehr belastend empfunden.

Was ist zu tun, wenn man die Bettwanzen entdeckt?

Bettwanzen erkennen und loswerden
Rufen Sie bei Verdacht auf Bettwanzen in Ihrem Haus immer einen professionellen Schädlingsbekämpfer. © MandicJovan (MandicJovan (Photographer) - [None], MandicJovan

Damit Bettwanzen erfolgreich bekämpft werden können, muss zunächst die Ursache herausgefunden und alle Verstecke ermittelt werden. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer klärt ab, ob es sich tatsächlich um Bettwanzen handelt und welche Maßnahmen notwendig sind. Häufig setzen Kammerjäger auf eine Schädlingsbekämpfung aus physikalischen, chemischen und biologischen Bekämpfungsmethoden, um die Insekten langfristig loszuwerden.

Die kleinen Blutsauger sowie befallene Ritzen und Ecken werden meist direkt mit einem Insektizid besprüht. Dabei handelt es sich um die am häufigsten angewandte Methode. Die Eier werden mit einem Klebebandstreifen oder einem Staubsauger entfernt. Manchmal werden dazu auch Hitze und Kälte eingesetzt.

Zudem errichtet der Schädlingsbekämpfer Insektizidbarrieren, um die Ausbreitung der kleinen Plagegeister zu verhindern. Dabei wird ein Insektizid mit Langzeitwirkung auf Wände, Böden, Türrahmen und andere befallene Gegenstände aufgesprüht. Diese Barrieren verhindern, dass die Bettwanzen von einer behandelten Fläche in ein unbehandeltes Areal flüchten können, ohne mit dem Giftstoff in Kontakt zu kommen. Das ist auch wichtig, weil handelsübliche Insektizide nicht gegen die Eier wirken und später geschlüpfte Wanzen so noch beseitigt werden können.

Große textile Gegenstände, wie zum Beispiel eine Matratze, können mit einem Dampfreiniger* behandelt werden.

Wichtig: Die Bekämpfung ist mit einer einmaligen Behandlung meist nicht abgeschlossen. Sie kann sich sogar über mehrere Wochen hinziehen – je nachdem, wie stark Ihre Wohnung von Wanzen befallen ist.

Bettwanzen vorbeugen

Es ist schwierig, Bettwanzen vorzubeugen. Es gibt keine Methode, sich garantiert vor den Schädlingen zu schützen. Sie können aber einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um das Risiko zu senken. Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, dass ein Bettwanzenbefall durch mangelnde Hygiene bedingt ist. Bettwanzen können unabhängig von jeglichen hygienischen Bedingungen vorkommen und treten in den gepflegtesten Räumlichkeiten auf.

  • Bevor Sie also ein Zimmer in einem Hotel oder einer Pension beziehen, überprüfen Sie es auf Anzeichen von Bettwanzen und verlangen Sie gegebenenfalls eine andere Unterbringung.
  • Stellen Sie Ihren Koffer im Hotelzimmer nicht auf den Boden oder in die Nähe des Betts und halten Sie ihn stets verschlossen.
  • Stellen Sie Bettwanzenfallen auf. Die unerwünschten Mitbewohner krabbeln hinein, können aber nicht mehr hinausgelangen.
  • Schaffen Sie sich gebrauchte Möbel erst dann an, wenn Sie durch eine gründliche Inspektion ausschließen können, dass Bettwanzen darin am Werk sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie die Möbelstücke im Winter bei Frost auch für zwei Tage nach draußen stellen.
  • Schützen Sie Ihre Matratze mit einer besonders fein gewebten Matratzenschutzhülle*. Durch die können weder Bettwanzen noch Milben schlüpfen und sich verstecken.
  • Neben einem Matratzenschutz können Sie auch spezielle Bettwäsche benutzen, die ebenfalls ganz fein gewebt ist und zum Schutz gegen Bettwanzen und Milben über Bettdecken und Kopfkissen gezogen werden.
  • Lagern Sie auf Reisen getragene Kleidung in luftdichten Beuteln. Bettwanzen orientieren sich am menschlichen Geruch und nisten sich deshalb oft in getragener Kleidung ein.
  • Waschen Sie Ihre Kleidung nach dem Urlaub bei mindestens 60 Grad. Ebenso gehen Sie vor, wenn Sie gebrauchte Kleidung im Internet oder auf dem Flohmarkt kaufen. Alles, was in der Waschmaschine nicht bei 60 Grad gewaschen werden kann, können Sie alternativ auch 48 Stunden lang einfrieren.

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