Bei Paige kam nur Babynahrung auf den Tisch - bis zu ihrem 18. Geburtstag

Paige Spiranc
Paige Spiranc aß Babybrei bis sie 18 Jahre alt war - aber ist das gesund? © instagraam/_paige.renee

Mit Babynahrung durch die Teenagerzeit

Sie zählt zu den populärsten Golferinnen der Welt und ist mit über 100.000 Followern ein echter Insta-Star: Paige Spiranac. In einer Folge ihres Podcasts "Playing A Round" hat die 27-Jährige nun verraten, dass sie sich während ihrer gesamten Teeangerzeit ausschließlich von Babynahrung ernährt hat. Der Grund dafür: Ihre Mutter habe vermeiden wollen, dass sie „etwas Schlechtes“ zu sich nimmt. Doch kann das gesund sein? RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder schätzt ein.

Paiges Mutter hatte Angst, dass sie sich "schlecht" ernähre

"Meine Mutter wollte mir auf dem Golfplatz wegen des Brotes und der Kohlenhydrate keine Sandwiches geben", erzählt Spiranac. Stattdessen gab sie ihr Babynahrung. Um genau das zu vertuschen und nicht die Aufmerksamkeit ihrer Golfer-Kollegen auf sich zu ziehen, tricksten sie und ihr Mutter: So steckte Paiges Mutter den gemahlenen Truthahn beispielsweise in eine Plastiktüte mit Papiertüchern drum herum, und das habe ich auf dem Golfplatz gegessen. „Sie sahen aus wie Baby-Wiener", sagt Paige. Auf die Frage nach dem, was sie da gerade esse, habe sie geantwortet: „Oh, die sind wie Würstchen“. Aber sie habe de facto tatsächlich Babynahrung gegessen – und zwar, bis sie 18 Jahre alt war.

Der Trend, sich mit Babybrei zu ernähren, ist nicht unbedingt neu. Als Babybrei-Diät erlangte sie eine gewisse Berühmtheit, Stars schwören auf die Brei-Ernährung, um lästige Pfunde loszuwerden. Entwickelt wurde sie von der amerikanischen Personal-Trainerin Tracy Anderson, angelehnt an die bereits bekannte Saft-Diät. Aber fehlen da nicht wichtige Nährstoffe – gerade in der Entwicklung? Oder steckt in so einer Babynahrung tatsächlich alles drin, was man für eine gesunde Ernährung braucht? RTL-Ernährungsexpertin und Ökotrophologin Nora Rieder ordnet ein. 

Babynahrung statt normalem Essen – ist das gesund?

„Fakt ist: Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder unterliegen den besten und strengsten Kontrollen überhaupt“, erklärt Nora Rieder. „So muss Babynahrung höchste Qualitätsstandards hinsichtlich der Hygiene, Zubereitung, Kennzeichnung und des Schadstoffgehaltes erfüllen. Die Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel, Nitrat, Mykotoxine und Acrylamid beispielsweise sind deutlich niedriger angesetzt als die für Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs. So können sich Eltern in der Regel darauf verlassen, dass gekaufte Babygläschen gesundheitlich absolut unbedenklich sind und alle Zutaten enthalten, die eine gute Entwicklung des Kindes sicherstellen. Daher ist Babynahrung für erwachsene Menschen grundsätzlich genauso geeignet wie für Babys und Kleinkinder.“ 

Doch es gibt ein großes Aber: denn Babynahrung ist für Säuglinge und Kleinkinder konzipiert. Aus diesem Grund enthalten die Gemüse-, Fleisch- und auch Obstgläschen und –breie nicht genügend Nährstoffe für einen Teenager beziehungsweise Erwachsenen, erklärt die Ernährungsexpertin. Auch in puncto Ballaststoffe hapert es in der Babynahrung. Klar, denn Babynahrung soll ja in erster Linie leicht verdaulich sein und den kleinen Babymagen nicht unnötig belasten. Deshalb wird beispielsweise auf die Verwendung von Vollkorn weitestgehend verzichtet.

Und auch Vitamine und Eisen sind eher Mangelware. Erstens gehen bei der Herstellung und Erhitzung der Gläschen wasserlösliche Vitamine wie beispielsweise Vitamin C verloren. Außerdem enthalten die meisten fertigen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breie zu wenig Eisen. Zudem ist die Geschmacksvielfalt stark begrenzt. 

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Fazit: Zwischendurch löffeln ist in Ordnung!

Nicht von ungefähr lautet die Empfehlung des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE), Babys ab dem 10. bis 12. Monat an der Familienkost teilnehmen zu lassen, damit die Aufnahme der benötigten Menge an Nährstoffen sichergestellt ist. 

Das Fazit der Ernährungsexpertin:
„Grundsätzlich spricht nichts dagegen, auch als Erwachsener hin und wieder mal ein Gläschen Babybrei zu löffeln. Von einer dauerhaften, ausschließlichen Ernährung mit Babybrei rate ich allerdings ab, da es sehr schwierig bis unmöglich ist, dem Körper damit alle Vitamine, Mineral- und Nährstoffe in der vom erwachsenen Körper benötigten Menge zu Verfügung zu stellen“, so Ernährungsexpertin Nora Rieder.