Bedrohliche Trockenheit: Ernteausfälle und Niedrigwasser in Mitteldeutschland

Was sich für uns nach herrlichem Sommer und Genießer-Wetter anfühlt, wird langsam zu einer Bedrohung. Es ist viel zu trocken in weiten Teilen Deutschlands. Zwar ist es am See unglaublich schön, aber die Trockenheit bereitet auch große Probleme.

Besonders die Elbe führt Niedrigwasser - es drohen historische Tiefstände

09.05.2018, Sachsen, Dresden: Eine Kette liegt im ausgetrockneten Flussbett am Ufer der Elbe vor der Kulisse der Altstadt.
Niedrigwasser auch an der Elbe bei Dresden. © dpa, Sebastian Kahnert, skh tba dna

Vor allem für die Bauern im Norden und im Osten Deutschlands ist die schon seit Wochen andauernde Trockenheit alles andere als gut. Beim Getreide drohen heftige Ernteausfälle. Denn dank der Sonne sind die Ähren schnell gewachsen, aber das bedeutet nicht, dass auch die Körner groß sind. Vielmehr drohen Einbußen von 25 Prozent. 

In Magdeburg fielen im Juni gerade einmal 11 Prozent der üblichen Juni-Niederschläge, in Erfurt waren es nur 7. So kamen im trockensten Ort Deutschlands, das war Etzleben in Thüringen, im gesamten Juni nur 1,8 Liter Regen pro Quadratmeter herunter. Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind in diesem Jahr besonders trocken. Das hat in erster Linie Einfluss auf den Pegelstand der Elbe. In Magdeburg ist der Pegel auf 74 Zentimeter gefallen. Die Binnenschifffahrt ist bis auf Weiteres eingestellt. Auch an der Oder herrscht Niedrigwasser. In Frankfurt/Oder ist das Wasser normalerweise 2,75 m hoch, derzeit liegt der Pegel bei 1,13 m. Die Hase nähert sich in Osnabrück sogar ihrem historischen Tiefstand. Laut Messstelle des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft (NLWKN) fehlen nur noch vier Zentimeter, um den Niedrigstand von 72 Zentimetern zu erreichen. 

Höchste Waldbrand-Gefahrenstufe: Ein Funke genügt

Waldbrandgefahr besonders im Nordosten
Waldbrandgefahr für den 02. und 03.07.2018

Problematisch ist die anhaltende Trockenheit auch für Wälder. In Teilen Niedersachsens und Brandenburgs gilt schon seit Wochen die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe, nun soll auch für Unterfranken gewarnt werden. "Das große Problem in diesem Jahr ist der Borkenkäfer", sagte Agrarmeteorologe Harald Maier vom Deutschen Wetterdienst. "Er fliegt vor allem Bäume an, die stark unter Dürre leiden." Das gelte vor allem für Fichten: "Das ist die erste Baumart, die unter Wärme leidet."

Bei Wefelsleben in Sachsen-Anhalt haben mehrere Getreidefelder Feuer gefangen. Durch die Flammen nahe der Bahngleise musste hier der Zugbetrieb zwischen Magdeburg und Hannover zweitweise eingestellt wurde. Es ist so heiß und trocken, dass schon der Funke von einem herunterfallenden Stein genügen kann, um ein Feld in Brand zu setzen.