Die Redewendungen zum Mai-Wetter

Bauernregeln: Wie wird unser Sommer?

Bauernweisheiten für den Monat Mai und die Folgen für den Sommer

Der Mai ist der letzte Frühlingsmonat, hat aber oft genug auch schon Sommertemperaturen oder sogar Hitzetag im Programm. Am anderen Ende der Wetterextreme im Mai stehen Kälteeinbrüche mit Frost. Auch die sind gar nicht so selten. Die Eisheiligen können ein Lied davon singen. In welche Richtung es in diesem Mai auch geht – sagt das was über das Wetter im Sommer voraus?Wäre schön, wenn man der einen oder anderen Bauernregel für den Mai vertrauen könnte.

Oben im Video: So viele Sommer- und Hitzetage sind normal in Deutschland.

Das sagen die Bauernregeln im späten Frühjahr und Mai über das Sommerwetter

Nicht nur die Bauern sind gespannt: Wir stellen uns auch die Frage - wie wird wohl unser Sommer 2021?
Was macht das Sommerwetter? Bleibt es trocken oder wird es nass? Nicht nur die Bauern sind gespannt.

Der Volksmund schüttet ein gut gefülltes Füllhorn an Sprüchen und Weisheiten über das Wetter im Mai und seine Auswirkungen für den Sommer aus. Da bedienen wir uns einfach mal ungeniert für eine Sommerprognose.

„Wenn's Wetter gut am ersten (Mai), gibt es viel und gutes Heu“

„Regnet's am ersten Maientag, viele Früchte man erwarten mag"

Erklärung: Beide Bauernregeln sagen mehr oder weniger einen recht guten Sommer voraus. Zumindest sollten keine Extreme auftreten – also keine Dürre oder Regen ohne Ende. Denn sowohl der Früchteertrag ist abhängig von regelmäßigen Niederschlägen in Verbindung mit genügend Sonnenschein und Wärme als auch die Menge an Heu, die geerntet wird.

„Ein kühler Mai wird hoch geacht‘, hat stets ein gutes Jahr gebracht“

Erklärung:Selbst wenn der Wonnemonat nicht das zeigt, was er kann, müssen wir uns keine Sorgen um den Sommer 2022 machen. Denn auch hier gilt: Wenn die Erträge stimmen und es ein gutes Jahr wird, muss auch das Wetter gut gewesen sein – also ohne Extreme, die die Ernte zerstören, wie Hagel oder Dürre. Aber ob der Mai zu kühl wird, das steht noch lange nicht fest.

„Das Jahr fruchtbar sei, wenn's viel donnert im Mai“

Selbst viele Gewitter im Mai sollten eher positiv für den Sommer gedeutet werden, immerhin ist für Feuchtigkeit gesorgt. Sie sollten nur nicht mit Starkregen oder Hagel verbunden sein.

„Auf nassen Mai folgt ein trockener Juni“

Erklärung: Ein nasser Mai verspricht nach dieser Bauernregel deutliche Wetterbesserung im Juni. Leider bestätigt sich die Regel nicht, wenn man die vorherigen Jahre untersucht. Ist der Mai allerdings trocken, ist in sechs von zehn Fällen auch mit einem trockenem Juni zu rechnen.

Was bedeuten die Eisheiligen für das Wetter im Sommer?

Vor dem Sommer kann es nochmal richtig kalt werden: Die Eisheiligen machen es spannend.
Mitte Mai wird es jedes Jahr spannend: Wie kalt fallen die Eiheiligen aus?

Die Eisheiligen haben natürlich ihren festen Platz in der Sammlung der Bauern- und Witterungsregeln. Hier nur eine:

„Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“

Erklärung: Eine ganze Reihe von Bauernregeln befasst sich mit der Zeit zwischen dem 12. und 15. Mai. Dieser Zeitraum wird im Volksmund als Eisheilige bezeichnet. Die Heiligen heißen Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia, wobei die „kalte Sophie“ hauptsächlich in Süddeutschland auftritt. In dieser Zeit kommt es häufig zu letzten Kälterückfällen in Form von Nachtfrösten. Die bereits weit entwickelte Vegetation kann dadurch erheblichen Schaden nehmen. Besonders betroffen sind Nutzpflanzen wie Wein, Hopfen, Obstbäume und Getreide. Tagsüber herrscht nach einer klaren Nacht vielfach freundliches Wetter. Fälschlicherweise wird heutzutage auch bei unbeständigem und kühlem, aber frostfreiem Wetter von den Eisheiligen gesprochen.

Statistische Auswertungen bestätigten, dass die Bodenfrostwahrscheinlichkeit Anfang Mai noch bei 30 Prozent, nach dem 15. Mai aber nur noch bei 5 Prozent liegt. Damit ist die Gefahr von späten Schadfrosten in der Landwirtschaft nach den 'Eisheiligen' tatsächlich deutlich geringer als davor.

Mehr zum Thema: Die Eisheiligen und ihre Bedeutung.

Fazit: Die Spannbreite ist groß, aber nur wenige Bauernregeln helfen tatsächlich

Natürlich haben die Bauern- und Witterungsregeln häufig einen wahren Kern. Allerdings ist der oft bezogen auf bestimmte lokale Gegebenheiten. Und er hängt auch an gewissen Zeiträumen, die aber beispielsweise durch die Kalenderreform inzwischen verschoben sind. Dennoch gibt es ein paar wenige, durchaus zutreffende Bauernregeln, die auch heute noch eine bemerkenswerte Wahrscheinlichkeit haben. Eine der bekanntesten Regeln ist wohl die sogenannte Siebenschläfer-Regel.

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