Wie wird unser Sommer?

Bauernweisheiten: Welche Redewendungen gibt es zum Mai-Wetter?

Bauernregeln für den Monat Mai und die Folgen für den Sommer

Der Frühling 2021 geht bereits in die zweite Hälfte und eigentlich sollten wir inzwischen schon einige schöne und warme Tage hinter uns haben. Doch in diesem Jahr ist vieles anders. Noch flackert das leise Licht des Spätwinters mit kühler Luft aus nördlichen Breiten. Immerhin: Die Wettercomputer haben im Mai 2021 einige Sommertage in ihren Berechnungen.

Damit wäre der erste Schritt in Richtung Sommer gemacht. Und vielleicht hat ja der Mai noch mehr Überraschungen für unseren Sommer parat. Zumindest haben haben wir mal ins Archiv der Bauernregeln im späteren Frühjahr mit möglichen Auswirkungen auf den Sommer geschaut.


Oben im Video: So viele Sommer- und Hitzetage sind normal in Deutschland.

Das sagen die Bauernregeln im späten Frühjahr und Mai über das Sommerwetter

Nicht nur die Bauern sind gespannt: Wir stellen uns auch die Frage - wie wird wohl unser Sommer 2021?
Was macht das Sommerwetter? Bleibt es trocken oder zu feucht? Nicht nur die Bauern sind gespannt. © WWW.PAULCALBAR.RO, CALBAR PAUL PHOTOGRAPHY

Der Volksmund schüttet natürlich ein echtes Füllhorn an Sprüchen und Weisheiten aus, da können wir uns ungeniert für eine Sommerprognose bedienen.

„Wenn's Wetter gut am ersten (Mai), gibt es viel und gutes Heu“

„Regnet's am ersten Maientag, viele Früchte man erwarten mag"

Erklärung: Beide Bauernregeln sagen mehr oder weniger einen recht guten Sommer voraus. Zumindest sollten keine Extreme auftreten – also keine Dürre oder Regen ohne Ende. Denn sowohl der Früchteertrag ist abhängig von regelmäßigen Niederschlägen in Verbindung mit genügend Sonnenschein und Wärme als auch die Menge an Heu, die geerntet wird. Da eher die erste Bauernregel zutreffend ist, können wir von einem normalen guten deutschen Sommer ausgehen.

„Ein kühler Mai wird hoch geacht‘, hat stets ein gutes Jahr gebracht“

Erklärung:Selbst wenn der Wonnemonat nicht das zeigt, was er kann, müssen wir uns keine Sorgen um den Sommer 2019 machen. Denn auch hier gilt: Wenn die Erträge stimmen und es ein gutes Jahr wird, muss auch das Wetter gut gewesen sein – also ohne Extreme, die die Ernte zerstören wie Hagel oder Dürre. Aber ob der Mai zu kühl wird, das steht noch lange nicht fest.

„Das Jahr fruchtbar sei, wenn's viel donnert im Mai“

Selbst viele Gewitter im Mai sollten eher positiv für den Sommer gedeutet werden.

„Auf nassen Mai folgt ein trockener Juni“

Erklärung: Ein nasser Mai verspricht nach dieser Bauernregel deutliche Wetterbesserung im Juni. Leider bestätigt sich die Regel nicht, wenn man die vorherigen Jahre untersucht. Ist der Mai allerdings trocken, ist in sechs von zehn Fällen auch mit einem trockenem Juni zu rechnen.

Was bedeuten die Eisheiligen?

Die Eisheiligen haben natürlich ihren festen Platz in der Sammlung der Bauern- und Witterungsregeln. Hier nur eine:

„Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“

Erklärung: Eine ganze Reihe von Bauernregeln befasst sich mit der Zeit zwischen dem 12. und 15. Mai. Dieser Zeitraum wird im Volksmund als Eisheilige bezeichnet. Die Heiligen heißen Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie, wobei die kalte Sophie hauptsächlich in Süddeutschland auftritt. In dieser Zeit kommt es häufig zu letzten Kälterückfällen in Form von Nachtfrösten. Die bereits weitentwickelte Vegetationen kann dadurch erheblichen Schaden nehmen. Besonders betroffen sind Nutzpflanzen wie Wein, Hopfen, Obstbäume und Getreide. Tagsüber herrscht nach einer klaren Nacht vielfach freundliches Wetter. Fälschlicherweise wird heutzutage auch bei unbeständigem und kühlem, aber frostfreiem Wetter von den Eisheiligen gesprochen. Statistische Auswertungen bestätigten, dass die Bodenfrostwahrscheinlichkeit Anfang Mai noch bei 30 Prozent, nach dem 15. Mai aber nur noch bei 5 Prozent liegt. Damit ist die Gefahr von späten Schadfrosten in der Landwirtschaft nach den 'Eisheiligen' tatsächlich deutlich geringer als davor.

Mehr zum Thema: Die Eisheiligen und ihre Bedeutung.

Fazit: Die Spannbreite ist groß, aber nur wenige helfen tatsächlich

Natürlich haben die Bauern- und Witterungsregeln häufig einen wahren Kern. Allerdings ist der oft bezogen auf bestimmte lokale Gegebenheiten. Und er hängt auch an gewissen Zeiträumen, die aber beispielsweise durch die Kalenderreform inzwischen verschoben sind. Dennoch gibt es ein paar wenige, durchaus zutreffende Bauernregeln, die auch heute noch eine bemerkenswerte Wahrscheinlichkeit haben. Eine der bekanntesten Regeln ist wohl die sogenannte Siebenschläfer-Regel.

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