Macht der Juli uns heiß, bringt der Winter viel Eis

Das sagen die Bauernregeln im Juli über Sommer, Herbst und Winter

Vor einer Zeit mit Wetter-Computern von unfassbarer Leistung waren die Menschen, und besonders die Bauern, auf andere Wege der Wettervorhersage angewiesen. Durch jahrzehntelange Wetterbeobachtung stellten sie Regelmäßigkeiten fest, die sie für Wetterprognosen nutzten. Manche dieser Bauernregeln haben bis heute eine gewisse Aussagekraft – aber eben nur eine gewisse. Es folgen einige der Bauernregeln für Juli, die etwas über den weiteren Wetterverlauf aussagen.

Im Video: So entwickeln sich die Temperaturen in den nächsten 14 Tagen

Die Bauernregeln im Juli und der Winter

Im Juli schon wissen, wie der Winter wird. Das können die besten Supercomputer nicht. Gleich mehrere Bauern-Weisheiten versuchen sich trotzdem dran und sind zumindest nicht widersprüchlich.

Macht der Juli uns heiß, bringt der Winter viel Eis.
Ist's im Juli recht hell und warm, friert's um Weihnachten Reich und Arm.
Sind um Jakobi die Tage warm, gibt's im Winter viel Kält' und Harm.


Die Jakobi-Regel ist sogar statistisch untersucht worden: Bei sommerlichem Wetter an Jakobi am 25. Juli wird ein kalter Winter erwartet. Statistisch lässt sich tatsächlich hier ein – wenn auch nur geringer – Zusammenhang mit dem Januar nachweisen. Es konnte gezeigt werden, dass ein warmer und trockener Jakobitag mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen kalten Januar nach sich zieht. Ebenfalls in rund drei von fünf Jahren fällt der Januar zu mild aus, wenn es an Jakobi geregnet hat. Für die Monate Dezember und Februar oder gar die Weihnachtswitterung lässt sich dagegen keine Aussage machen.

Am 25. Juli wird übrigens des Apostels Jacobus des Älteren gedacht, der, wie in der Apostelgeschichte 12, 1-2 geschildert wird, im Jahre 43 von König Herodes Agrippa I. von Judäa in Jerusalem geköpft wurde und somit der erste Märtyrer unter den zwölf Aposteln war.

Manchen Juli-Bauernregeln wagen Vorhersagen für das Wetter im Winter.
Manche Juli-Bauernregeln haben schon Prognosen für das Wetter im Winter parat.

Die Juli-Bauernregeln und die Ernte

Ganz viele Bauernregeln stellen einen Zusammenhang zwischen dem Juli-Wetter und der Ernte und Weinlese auf. Klar, wenn es die Felder oder Weinstöcke verhagelt, wird es nichts mehr aus einer üppigen Ernte. Ein paar normale Hitzegewitter können dagegen noch kein Unheil anrichten. Ein trockener und sonniger Juli sollte für Obst, Korn, Wein und auch Feldfrüchte gut sein. Heute jedoch ist oft auch schon das Frühjahr trocken. Dann ist ein trockener Juli doch nicht so gut.

Soll gedeihen Obst und Wein, muss der Juli trocken sein.
Juli Sonnenstrahl gibt eine gute Rübenzahl.
Nur in der Juliglut wird Obst und Wein dir gut.
So golden die Sonne im Juli strahlt, so golden sich der Roggen mahlt.
Kommt ab und zu ein Juligewitter, verzagt weder Winzer noch Schnitter.
Hagelt's im Juli und August, ist's aus mit des Bauern Freud und Lust.

Bauernregeln sind beliebt - trotz mangelnder Treffsicherheit.
Bauernregeln waren früher wichtige Wegweiser durchs Erntejahr.

Die Juli-Bauernregeln und der weitere Sommer

Wenn der Juli fängt zu tröpfeln an, so wird man lange Regen hab'n.
Wie's Wetter am Siebenbrüdertag, es sieben Wochen bleiben mag.
Wie die sieben Brüder das Wetter gestalten, so soll es noch sieben Wochen halten.
Ist Siebenbrüder ein Regentag, so regnet's noch sieben Wochen danach.
Wenn sich sieben Brüder sonnen, kommen sieben Wochen Wonnen.


Eine ganze Reihe von Bauernregeln bezieht sich auf die ersten Julitage bis hin zum 10. Juli (Siebenbrüder). Diese Regeln gehen im Prinzip auf die Siebenschläferregel zurück bzw. beschreiben das gleiche Wetterphänomen. Berücksichtigt man die Gregorianische Kalenderreform aus dem Jahre 1582 liegt der Siebenschläfer (27. Juni) heutzutage sogar erst am 7. Juli. Und an dieser Regel ist ja – manchmal – was dran.

Mit den Sieben Brüdern sind übrigens die Nachkommen der heiligen Felicitas gemeint, die im 2. Jahrhundert unter der Herrschaft des Kaisers Antoninus in Rom zusammen mit ihren Söhnen den Märtyrertod starb. Nach der Überlieferung heißen die sieben Söhne Alexander, Felix, Januaris, Martialis, Philippus, Silvanus und Vitalis.

Nicht ganz passend zu den vorherigen Regeln, ist dieser Zusammenhang:
Wenn im Jul' das Vieh nicht schwitzt, es im August oft donnert und blitzt.
Aber wurscht, es ist jedenfalls ganz gut gereimt.


Lese-Tipp: Was sind Bauernregeln eigentlich und stimmen sie überhaupt?

Bauernregeln werfen einen Blick in die Zukunft.
Ein Blick in die Zukunft mit Bauernregeln: Was bringt der Sommer noch?

Die Bauernregel der Hundstage

Hundstage heiß - Winter lange weiß: Als Hundstage werden die oft heißesten Tage im Sommer vom 23. Juli bis zum 23. August bezeichnet. Diese hochsommerliche Zeit ist nach dem Hundsstern Sirius benannt, der in diesem Zeitraum der Sonne am nächsten steht und mit ihr gleichzeitig aufgeht. Und so wären wir auch wieder beim Jakobitag am 25. Juli, der in diesen Zeitraum fällt. Und die Jakobi-Bauernregel sagt dasgleiche. Heißer Juli – kalter Winter. Können diese Bauernregeln irren?

Wetter.de schaut lieber immer in die aktuellen Berechnungen der verschiedenen internationalen Wettermodelle – sicher ist sicher.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den aktuellen 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+