Autoscheiben vereist? So erleichtern Sie sich das Kratzen

So enteise ich mein Auto richtig
So enteise ich mein Auto richtig Auto vereist? Kein Problem! 00:57

Sind die Scheiben vereist, heißt es kratzen - oder?

Wer kennt es nicht: Morgens muss es schnell gehen, oft genug sind wir sowieso schon knapp in der Zeit, aber kein Problem: Schnell ins Auto und los! Aber Moment, da war ja was: Es ist Winter, bitterkalt und die Scheiben des Autos sind mit einer dicken Eisschicht überzogen. Nur, wie kriegen wir die jetzt möglichst schnell frei? Und was sollten wir auf gar keinen Fall machen? Wir haben einen Experten vom ADAC gefragt.

Richtig parken

Ein vorteilhafter Parkplatz ist das A und O jeder Anti-Frost-Behandlung: Parken Sie Ihren Wagen möglichst nah an ein Gebäude, unter einen Baum oder an eine Hecke. Dadurch wird Ihr Auto vor dem Wind geschützt – und der Frost hat kein leichtes Spiel mehr.

Scheiben putzen

Auch saubere Scheiben sind im Winter unverzichtbar, denn eine von innen verschmutzte Autoscheibe beschlägt doppelt so schnell wie eine saubere. Und beschlagene Scheiben beschleunigen die Bildung von Frost. Zudem schluckt der Schmutzfilm aus Streusalz und Spritzwasser viel Licht, das Sie eigentlich für eine sichere Autofahrt brauchen und beschädigt zudem noch die Scheibenwischer.

Das Sauberkeitsgebot gilt insbesondere für Autos von Rauchern: Weil Tabakrauch rasch Schlieren auf der Windschutzscheibe bildet, entsteht eine schmierige Schicht, die bei Tageslicht kaum bemerkt wird. Tipp: Machen Sie abends die unvereisten Scheiben Ihres Wagens mit warmem Wasser sauber, dann vereisen diese nicht so schnell.

Scheiben mit Eisfolie abdecken

Besonders effektiv ist es, die Scheiben mit einer Eisfolie abzudecken. Diese gibt es an Tankstellen oder im Fachhandel. Hin und wieder decken Autofahrer die Scheiben mit einem Karton ab. Das kann aber mächtig in die Hose gehen – vor allem, wenn der Karton über Nacht feucht wird und an der Scheibe festfriert. Und das Abkratzen von Pappe macht mehr Arbeit und Mühe als jede Eisschicht. Übrigens: Die Scheibenwischer sollten Sie besser hochklappen, damit diese nicht auch noch für Ärger sorgen indem sie fest frieren.

Richtigen Kratzer verwenden

Kratzer ist nicht gleich Kratzer. Klar, man kann das Eis im Notfall auch mit einer Scheckkarte abkratzen. Aber das hat meist fatale Folgen: hässliche Kratzer und Risse. Deshalb sollten Sie unbedingt einen richtigen Kratzer benutzen. Und der sollte eine glatte Kante gegen Reif und Eis haben, eine Sägezahnkante gegen dickere Eisschichten und eine dichte Gummikante für nasse Scheiben.

Elektrische Eiskratzer aus dem Fachhandel sind laut dem Auto Club Europa völlig unnötig, da sie die im Winter strapazierte Batterie zusätzlich belasten. Schließlich laufen die Geräte in der Regel über den Zigarettenanzünder des Wagens. Von runden Tortenschabern raten die Experten ab – der kantige Klassiker ist eben noch immer die Nr.1.

Frostschutzmittel verwenden

Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage stehen nach wie vor ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala – weil der darin enthaltene Alkohol das Eis zum Schmelzen bringt. Aber auch hier kommt es auf die richtige Mischung an: Das Verhältnis des Wasser-Frostschutz-Cocktails sollte bei eins zu eins liegen. Damit bietet er einen Gefrierschutz bis etwa minus 35 Grad. Tipp: Achten Sie darauf, dass das Frostschutzmittel nach dem Auffüllen bis in die Spritzdüsen vordringt. Dann sind auch die kleinsten Löcher vor dem kalten Feind sicher. Und Sie vor kalten Fingern.

Von Wischwasser "Marke Eigenbau", meist bestehend aus Spülmittel und Spiritus, rät der ADAC jedoch ab: Die Reinigungsleistung solcher Mixturen ist völlig unzureichend, außerdem drohen Schäden an Kunststoff- und Gummiteilen.

Was Sie auf keinen Fall machen sollten, um Ihr Auto vom Eis zu befreien, erklärt unser Experte im Video.