Australien-Unwetter sind Folgen des Klimawandels

Australien-Unwetter sind Folgen des Klimawandels
© dpa, Dean Lewins

Australien-Unwetter sind Folgen des Klimawandels

Die Überschwemmungen im australischen Bundesstaat Queensland sind die Folge des Klimaphänomens La Nina, das im Abstand von mehreren Jahren auftritt und für Wetterchaos sorgt.

El Nino bezeichnet die Erwärmung der oberen Schichten des östlichen oder zentralen Pazifiks. Peruanische Fischer haben festgestellt, dass dieses Phänomen immer wieder um die Weihnachtszeit (Christkind = 'El Nino') auftritt - und zwar alle drei bis sieben Jahre. Es führt zu heftigeren Niederschlägen in Teilen Südamerikas, insbesondere in Nordperu und Bolivien und einem Rückgang der Fischschwärme vor der Küste.

Ist El Nino besonders ausgeprägt, schwächen sich die in westlicher Richtung über den Pazifik wehenden Passatwinde ab und lösen Dürren in Südost-Asien oder Australien aus. Manchmal hat El Nino auch Auswirkungen auf den Monsun in Indien. Die Niederschläge fallen geringer aus, was sich wiederum auf Flora und Fauna auswirkt.

Auch Zyklone im Zentralpazifik und Stürme im Süden und Westen der USA werden auf El Nino zurückgeführt. Wenn El Nino aktiv ist, sinkt die Zahl der Hurrikane im Atlantik - allerdings steigt die Zahl der Stürme im Ost-Pazifik.

Für den Menschen hat El Nino verheerende Folgen: verdorrte Ernten, zerstörte Infrastruktur. Stärkere El Ninos gab es 1982 und 1997/98. Aber auch der vergleichsweise schwache El Nino 2002/03 führte zu einer schweren Dürre in Australien.

La Nina ("das Mädchen") ist das entgegengesetzte Phänomen zu El Nino. Es führt zu ungewöhnlich niedrigen Temperaturen im östlichen und zentralen Pazifik. Dadurch werden stärkere Passatwinde über dem Pazifik ausgelöst, durch die wiederum das Wasser im Westpazifik und vor dem nördlichen Australien aufgeheizt wird. Ein so verstärktes tropisches Klima begünstigt Regenfälle und damit Überschwemmungen wie etwa derzeit in

Australien.

Aber auch in anderen Teilen der Welt sind die Auswirkungen spürbar. In Argentinien und im Mittleren Westen der USA werden Dürren verzeichnet, die die Ernten beeinträchtigen.

Beeinflusst der Klimawandel El Nino

La Nina begünstigt die Bildung von Hurrikanen im Atlantik und stellt damit auch eine Bedrohung für die US-Ölförderanlagen dar. Besonders ausgeprägt präsentierte sich La Nina in den Jahren 1988/89 und 1973-76. La Nina tritt oft im Anschluss an El Nino auf.

Klimaexperten sind sich in diesem Punkt uneinig. Einige Computermodelle deuten darauf hin, dass künftig häufiger mit dem Klimaphänomen El Nino zu rechnen ist. Insgesamt gehen Experten davon aus, dass mit einer Erwärmung der Erdatmosphäre extreme Dürren und Überschwemmungen zunehmen.