Ausflug trotz Corona: Behörden rechnen mit Ansturm auf Parks und Wälder

Trotz Corona: Die Menschen zieht es nach draußen

Die Verlockung ist groß: Die Osterferien haben in vielen Bundesländern begonnen, draußen scheint die Sonne und viele würden gerne mal wieder etwas anderes sehen, als ihre eigenen vier Wände. Die Behörden rechnen darum an diesem Wochenende mit einem regelrechten Ansturm auf Parks und Wälder. Doch genau das kann gerade jetzt gefährlich werden, denn noch immer gilt in Deutschland: Zuhause bleiben und Abstand halten.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Dortmund macht Spazierwege zur Einbahnstraße

Es sei eine „Riesen-Versuchung“, in die Natur zu gehen, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. „Aber das wollen viele. Zu viele. So viele, dass das Abstandhalten auch auf Waldwegen, in Parks, an Seen, an Flüssen nicht klappt.“ Viele Städte bereiten sich darum besonders auf das Wochenende vor.

Dortmund erklärte die Spazierwege rund um den Phönix-See kurzerhand zur Einbahnstraße. Sportler und Spaziergänger dürfen sich nur noch im Uhrzeigersinn um den See herumbewegen. Dadurch soll es besser gelingen die Abstandsregeln einzuhalten. Auch am Bodensee rechnen die Behörden mit einem großen Andrang an Ausflüglern, darum patrouillieren dort am Wochenende Reiterstaffeln aus Stuttgart, um darauf zu achten, dass sich alle an die Regeln halten.

Polizei kontrolliert Uferpromenade am Bodensee
Überall wo sich bei schönem Wetter viele Menschen aufhalten, wird dieses Wochenende besonders kontrolliert. © dpa, Felix Kästle, lix axs

Hessen sperrt Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele ab

Überall dort, wo sich sonst bei schönem Wetter regelmäßig viele Menschen aufhalten, wird verstärkt kontrolliert, kündigte auch die Stadt Köln an. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mahnte, besonders beliebte Ausflugsziele zu meiden. „Es sollten nicht alle dahin fahren, wo alle hinfahren“, sagte er. Was an den Ostertagen noch erlaubt ist, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Auch der Niedersächsische Ministerpräsident Boris Pistorius rief die Menschen noch einmal dazu auf, auch bei schönem Wetter an die Corona-Regeln zu denken. „Bleiben Sie bitte zuhause, gehen Sie diese Gefahr bitte nicht ein, im Sinne aller Menschen, die Ihnen am Herzen liegen“, sagte er. Wer überlege, für einen oder zwei Tage wegzufahren, dem müsse klar sein, dass in Touristenorten an der Küste oder im Harz so gut wie alle Geschäfte und Restaurants geschlossen seien.

In Hessen sperren viele Kommunen die Parkplätze an beliebten Naherholungsgebieten und Ausflugszielen. Die Polizei riegelt auch die Zufahrten zu den weltberühmten Sehenswürdigkeiten im Rheingau komplett ab. Betroffen sind unter anderem das Kloster Eberbach, die Schlösser Vollrads und Johannisberg sowie das Niederwalddenkmal, wie das zuständige Präsidium in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Zwischen Rüdesheim und Walluf werden zudem sämtliche öffentlichen Parkplätze gesperrt. Auch Rheinland-Pfalz sperrte viele Parkplätze und Wanderwege.

Auch der Oster-Urlaub muss ausfallen

Frühling in Thüringen
Auf den Waldwegen könnte es dieses Wochenende eng werden. © dpa, Frank May, dna

Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner riet allen Menschen dringend dazu, auf ihren Osterurlaub zu verzichten. Das betreffe nicht nur Tagesausflüge, sondern auch Reisen beispielsweise in die Niederlande oder nach Belgien. Offiziell verboten seien Urlaube in den Nachbarländern zwar nicht. „Aber Sie haben natürlich keine Möglichkeit ihren Urlaub da zu verbringen, weil sie nirgendwo hingehen können“, sagte Holthoff-Pförtner.

Besonders streng sind die Regeln auch in Mecklenburg-Vorpommern. So dürfen Ferienwohnungen dort nur von ihren Eigentümern genutzt werden, wenn sie auch in Mecklenburg-Vorpommern ihren Hauptwohnsitz haben. Eigentümern aus anderen Bundesländern bleiben Einreise und Nutzung verboten. Und über die Osterfeiertage wurden Tagesausflüge zu Badeorten an der Küste oder der Seenplatte komplett untersagt. Einreisebeschränkungen gelten auch für Schleswig-Holstein, das Touristen seit dem 18. März nicht mehr betreten dürfen.

TVNOW-Doku: Stunde Null Teil 2 - Wettlauf mit dem Virus

Das Corona-Virus hält Deutschland und den Rest der Welt weiter in Atem. Nach dem erfolgreichen ersten Teil der Doku "Stunde Null" vor zwei Wochen gleichen die Autoren in der zweiten TVNOW-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus" die verschiedenen Maßnahmen einzelner Länder rund um den Globus mit den aktuellen Empfehlungen von Forschern ab. 

Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Podcast "Wir und Corona".