Auf dem Wetterhighway ist die Hölle los

Erst Schnee und Regen, dann Sturm und Eis-Nächte, dann Tauwetter

RTL-Chef-Meteorologe Christian Häckl schaut sich die Wetterfahrt genau an

Ach ist das schön!! Nach zwei Jahren ohne nennenswerten Winter geht endlich wieder mal ordentlich die Post ab – und das europaweit: Schneechaos Spanien mit zweistelligen Minusgraden im „Winterwunderland Madrid“ – Badewetter auf Kreta, minus 30 Grad in den tiefverschneiten Alpentälern wie in St. Moritz – all das passt zu einer insgesamt winterlichen Großwetterlage, die in der nächsten Zeit noch ordentlich Fahrt aufnehmen wird.

Von Tauwetter bis Schneesturm, dann Starkschneefall im äußersten Südwesten und schließlich eisige Nächte am Freitag und Samstag wird auch in Deutschland einiges geboten was das Meteorologen-Herz höher schlagen lässt!

Wo der Schnee überall landen wird, kann man in der Video-Animation gut erkennen.

Tiefs diesmal aus anderer Richtung

Möglich macht das eine schon seit Weihnachten „massiv gestörte“ nordhemisphärische Zirkulation: Seit damals sorgte eine drastische Erwärmung in der Stratosphäre für einen geschwächten/geteilten Polarwirbel – und daher hat die üblicherweise um diese Jahreszeit in Hochform befindliche Westströmung extreme Probleme.

Die Tiefs ziehen also nicht wie gewohnt mehrheitlich von West nach Ost, sondern mal von Ost nach West – wie Schneetief AHMET, oder wählen statt der normalen Zugbahn Britische Inseln-Skandinavien plötzlich eine Route von den Kanarischen Inseln über Gibraltar zum Balkan – was zum Schneechaos in Spanien und zu Sommertemperaturen in Griechenland führte.

Blizzard-Wetter im Norden

Und auch in den nächsten Tagen gilt das Motto: Schön gestört ist auch schön: Diesmal ziehen die Tiefs statt West-Ost eher von Nord nach Süd und bringen erstmal milde Nordseeluft in den Westen, bald aber kalte Skandinavien-Luft in den Osten. Dabei macht sich morgen von der Ostsee her ein regelrechter Schneesturm auf den Weg in die östlichen Bundesländer und bringt dort für ein, zwei Stunden blizzardähnliche Verhältnisse, mit kräftigem Schneegestöber, Sturmböen und einzelnen Wintergewittern.

Wetter in Schleswig-Holstein

Wetter in Mecklecnburg-Vorpommern

Wetter in Sachsen-Anhalt

Wetter in Sachsen

Kräftiger Schneefall zieht in den Südwesten

In der Nacht auf Donnerstag beginnt es dann im äußersten Südwesten (Schwarzwald bis Allgäu) kräftig zu schneien bis etwa Freitag Mittag und dann erwarten uns zwei eisige Nächte mit Tiefstwerten über Schnee bis minus 15, sonst minus 3 bis minus 10 Grad. Und damit es nicht langweilig wird, geht es - nach einem trockenem und freundlichen Samstag - am Sonntag schon wieder in Richtung wechselhaft mit erst Schnee und Glätte, dann Regen und Tauwetter.

Doch so richtig spannend sind die Trends für die nächste Woche

Es spricht einiges für eine megaspannende „Grenzwetterlage“ mit folgenden Zutaten: Sibirische Kälte erreicht Skandinavien mit unter minus 20 Grad, Spanien taut auf und schafft wieder knapp 20 Grad plus – und zwischen diesen beiden Extremen ziehen Tiefdruckgebiete über Deutschland – sodass auch ein Hauch von 78/79 durch die Wetterkarten weht (damals minus 10 und Schneesturm in Schleswig Holstein und 15 Grad in Freiburg).

Wir bleiben am Ball und freuen uns schon auf weitere außergewöhnliche Wettergeschichten in Deutschland und um Deutschland und um Deutschland herum…

Unsere Wettertrends und Langfristprognosen

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-Themen haben, so können wir Ihnen den 7-Tage-Wettertrend ans Herz legen mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und CFS.

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