Lebensgefährliche Orkanböen und meterhohe Wellen

Atlantikorkan trifft Europa - und bringt uns wieder mildere Luft

Jet verstärkt "Zed"

Ein mächtiges Tiefdruckgebiet wütet derzeit auf dem Atlantik. Getauft haben es die Meteorologen der Freien Universität Berlin auf den Namen „Zed“. Und „Zed“ wird sich weiter verstärken. 

Angetrieben durch den Jet-Stream, also starke Winde in der höheren Atmosphäre, die jenseits der 300 km/h liegen, gewinnt das Tief an Struktur und dürfte am Wochenende besonders im Süden der Britischen Inseln und an der Westküste Frankreichs den Höhepunkt erreichen. 

Hier stürmt es am schlimmsten

Die Zeichen stehen auf Sturm. Besonders heftig wird es im Süden der britischen Inseln und in Teilen Frankreichs.
Die Zeichen stehen auf Sturm. Besonders heftig wird es im Süden der Britischen Inseln und in Teilen Frankreichs. © deutsche presse agentur

Die heftigsten Böen gibt es im Hauptsturmfeld südlich des Tiefdruckzentrums. Das erstreckt sich zwischenzeitlich in etwa vom Ärmelkanal bis herunter nach Nordspanien. Das sind also knapp 1000 Kilometer. Nördlich des Zentrums sind die Winde zwar nicht so heftig. Dennoch wirkt „Zed“ auch noch einige hundert Kilometer nordwärts, so dass das Tief vorübergehend einen Durchmesser von fast 2000 Kilometern hat. 

Video: Die Windstärken der Beaufort-Skala

Welche Gefahren sind zu erwarten?

Der Nordatlantik ist aufgepeitscht und meterhohe Wellen donnern hernieder. Derzeit berechnen die Computer am Samstag südlich von Irland und England Wellen von über 8 Metern Höhe. Der Wind erreicht dann sein vorläufiges Maximum. Orkanböen der Stärke 12, die den Aufenthalt im Freien lebensgefährlich werden lassen. Das entspricht um die 120 km/h.

Jedoch gibt es auch noch einige Unsichertheiten bei den Vorhersagen. Die Wettercomputer haben „Zed“, was die Details angeht, nämlich noch nicht ganz im Griff. Die Einzelheiten betreffen weniger das Haupttief. Vielmehr können sich am Rande von „Zed“ kleinere Randtiefs bilden. Sogenannte Schnelläufer, die es wirklich in sich haben können und die die Windböen nochmals verstärken können. Schlimmstenfalls mit Windspitzen bis um die 150 km/h an den Küsten. Allerdings ist es eben noch sehr unsicher, ob sich tatsächlich kleinere Randtiefs bilden.

Entspannung erst ab Dienstag

Ein erstes Maximum wird am Samstag über Westuropa erreicht. Im Anschluß stürmt es dann am Sonntag auch mal bis herunter nach Südfrankreich und ans westliche Mittelmeer. Zu Beginn der nächsten Woche meldet sich vom Atlantik her das nächste Sturmtief an, bevor es ab Dienstag endlich ruhiger wird.

Wie viel „Zed“ bekommt Deutschland ab?

In Sachen Orkan glücklicherweise nichts. Aber teilweise stark bis stürmisch wird der Wind am Wochenende schon mal auffrischen. Volle Sturmböen beschränken sich aber sehr wahrscheinlich auf die Berge.

Spüren werden wir „Zed“ aber alle. Denn mit dem Tief dreht bei uns der Wind aus West bis Südwest und somit wird die Polarluft weggeblasen.

Kein Nachtfrost und tagsüber bis fast 20 Grad

Die Luft, die unser Wochenende bestimmt, ist definitiv eine ganz andere als in in den letzten Tagen. Selbst die 20 Grad-Marke könnte am Samstag wackeln. Verbreitet bekommen wir aber zum Start ins Wochenende 13 bis 18 Grad. Die Nacht zum Sonntag verläuft ebenfalls eher lau mit Tiefstwerten zwischen 12 und 5 Grad. Tagsüber erreichen die Temperaturen am Sonntag meistens zwischen 10 und 16 Grad. Und eine ähnliche Temperaturspanne bringt uns auch der Start in die neue Woche.