Das war aber wirklich knapp

Zu spät entdeckt: Asteroid 2020 QG verfehlt die Erde nur haarscharf

Asteroid on collision course with earth (Elements of this image furnished by NASA - Earth uv map from http )
Ein Asteroid auf dem Weg Richtung Erde: Erst spät wurde 2020 QG entdeckt. © Getty Images/iStockphoto, johan63

Asteroid schrammt an der Erde vorbei

Puh, das war knapp. Man stelle sich vor, ein Asteroid rast auf die Erde zu und niemand bekommt es mit. So geschehen am vergangenen Sonntag, als ein Himmelkörper nur haarscharf die Erde verfehlte. Bis auf eine Entfernung von etwa 2950 Kilometer von der Erdoberfläche näherte sich der Asteroid 2020 QG und wurde erst entdeckt, als er schon an uns vorbei gerauscht war. Der Himmelskörper hatte zwar „nur“ die Größe eines Autos und wäre zum Großteil in der Atmosphäre verglüht, doch ist die Tatsache, dass er erst nach seinem Vorbeiflug entdeckt wurde, erschreckend. Immerhin hätte eine Explosion in unserer Atmosphäre die Energie der Hiroshima-Atombombe gehabt.

Asteroid 2020 QG erst entdeckt, als er vorbei geflogen war

Asteroid 2020 QG wurde am Sonntag vom Palomar Observatorium in Kalifornien in den USA entdeckt. Der etwa sechs Meter große Himmelkörper kam aus Richtung Sonne und wurde deshalb auch erst so spät gesehen. Paul Chodas, Direktor des Zentrums zur Erforschung erdnaher Objekte (Near earth Object Studies) sagte dazu: „Der Asteroid kam aus der Richtung der Sonne und wir konnten ihn nicht kommen sehen. Es war die nächste Begegnung eines Asteroiden mit der Erde, die je aufgezeichnet wurde, wenn man von ein paar bekannten Meteoren absieht, die mit der Erde kollidierten.“ 

Da ist gerade jede Menge los am Nachthimmel

Asteroid-Explosion in der Atmosphäre

Der Weltraum-Brocken flog über den Pazifischen Ozean in der südlichen Hemisphäre gegen 6 Uhr früh deutscher Zeit und nur einige Hunderte Kilometer östlich von Australien. Zwar war Asteroid QG mit einer Größe von rund sechs Metern (Durchmesser ca. 3 Meter) nicht weiter gefährlich, aber eben auch nicht gerade erwünscht. Bestehend aus Eisen wäre der Himmelskörper wohl in der Erdatmosphäre explodiert und nur kleine Gesteinsbrocken hätten die Erde erreicht. Diese Explosion hätte es aber in sich gehabt. Die Detonation hätte wohl die Größenordnung der Hiroshima-Bombe gehabt, die in zwei bis drei Kilometern Höhe explodiert.

Auf dieser Grafik der Nasa lässt sich die Umlaufbahn des Asteroiden 2020 QG gut erkennen.
Auf dieser Grafik der Nasa lässt sich die Umlaufbahn des Asteroiden 2020 QG (grauer Kreis) gut erkennen. © NASA

Der Meteor von Tscheljabinsk: Energie von 30 Hiroshima-Bomben

Meteoriteneinschlag im russischen Tscheljabinsk
Meteoriteneinschlag im russischen Tscheljabinsk im Jahr 2013. © dpa

Zum Vergleich: Der Meteor, der 2013 rund 20 Kilometer über der russischen Stadt Tscheljabinsk explodierte, hatte die Wucht von etwa 30 Hiroshima-Bomben. Seinerzeit wurden 7200 Gebäude beschädigt und rund 1000 Menschen durch zersplitternde Fenster verletzt. Das ist kein allzu seltenes Phänomen, wie eine Grafik der NASA über die sogenannten Feuerbälle verdeutlicht. Es bleibt also zu hoffen, dass uns ein größerer Meteor nicht zu nah ist, wenn er in der Erdatmosphäre explodiert.

Erstaunlich oft trifft ein Meteorit die Erde

Erstaunlich oft treffen Feuerbälle und Boliden die Erde, wie diese Karte zeigt.
Erstaunlich oft treffen Feuerbälle und Boliden die Erde, wie diese Karte zeigt. © NASA / Alan B. Chamberlin (JPL/Caltech)

Im Unterschied zu Asteroiden (sie treffen die Erde nicht) schlagen Meteoriten immer mal wieder auf der Erde ein oder verglühen in der Erdatmosphäre. Sie sind dann als Feuerbälle am Himmel zu sehen und leuchten dort heller als alle Fixsterne oder Planeten. Boliden nennt man die größeren Varianten der Feuerbälle. Die NASA hat versucht diese Feuerball- und Boliden-Einschläge seit dem 15. April 1988 bis zum 2. August 2020 auf einer Karte graphisch darzustellen. Die Grafik veranschaulicht, wie oft die Himmelskörper den Weg unseres Planeten kreuzen.

Kosmische Entfernungen

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Unser Sonnensystem mit der Sonne und den Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun © picture alliance / imageBROKER, Friedrich Saurer

Entfernungen im All werden in LD oder AE/AU gemessen. LD steht für die Entfernung zum Mond (Lunar Distance). Die Astronomische Einheit (AE) oder auch au (astronomical unit) beschreibt die Distanz von der Erde zur Sonne.

  • Distanz Erde - Mond: etwa 384.400 Kilometer
  • Distanz Erde - Sonne: etwa 150 Millionen Kilometer
  • Distanz Erde - Mars: etwa 230 Millionen Kilometer

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