Sternenhimmel im November

Asteroid 2018 VP1 kommt, dann dominiert der Mars den Himmel

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Der Mars dominiert den Sternenhimmel im November, nur die Venus macht ihm morgens Konkurrenz. © imago images/Cavan Images, Cavan Images via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Höhepunkte am November-Himmel

Nur einen Tag vor der US-Präsidentschaftswahl könnte uns Asteroid 2018 VP1 treffen. Zwar sieht das die Nasa noch entspannt, aber vielleicht bietet er uns ein Himmelsspektakel. Was passiert am Nachthimmel im November sonst noch und was können wir von diesen Ereignissen gut sehen? Am Südwesthimmel rücken auf jeden Fall die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn im November zusammen. Es ist spannend, die Annäherung beider Planeten von Woche zu Woche zu verfolgen. Und auch der selten zu sehende Merkur taucht auf. Am besten ist jedoch der Mars am Sternhimmel zu beobachten.

Asteroid auf dem Weg zu uns

Asteroid 2018 VP1 ist auf dem Weg Richtung Erde und trifft hier am 2. November ein.
Asteroid 2018 VP1 ist auf dem Weg Richtung Erde und trifft hier am 2. November ein. © istock - Elements of this image furnished by NASA

Die NASA hat zu der Gefährlichkeit des Asteroid eine klare Aussage getroffen: „Asteroid 2018VP1 ist sehr klein, rund 2,4 Meter groß und stellt keine Gefahr für die Erde dar. Tatsächlich besteht eine Chance von 0,41 Prozent, dass er in unsere Erdatmosphäre eintritt. Und selbst wenn er das tut, würde er wohl, aufgrund seiner geringen Größe, auseinanderfallen.“ Die Entfernung mit der der Asteroid uns am 2. November, also einen Tag vor der US-Präsidentschaftswahl vorbeifliegt, liegt zwischen 7.600 und 420.000 Kilometern und könnte uns damit näher kommen, als der Mond von uns entfernt ist.

Was nicht ist, kann jedoch noch werden, da 2018VP1 uns in Zukunft noch weitere Male sehr nah kommen wird. Dafür hat der Asteroid 2018VP1 gleich mehrere Versuche. Die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) beobachtet den Asteroiden schon seit zwei Jahren und hat errechnet, ab wann er mit der Erde kollidieren könnte. Ab 2024 kommt er uns jedes Jahr Anfang November besuchen. Im Jahr 2027 besucht er uns sogar zweimal. Beim zusätzlichen Besuch im April 2017 wird er sogar so nah an unserer Erde sein wie nie zuvor oder danach.

Jupiter und Saturn rücken zusammen

Der hellere und schnellere Jupiter rückt immer mehr an den ringgeschmückten Saturn heran.
Der hellere und schnellere Jupiter rückt immer mehr an den ringgeschmückten Saturn heran. © AP

Mit Einbruch der früh einsetzenden Dunkelheit im November leuchten am Südwesthimmel die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn auf. Der hellere und schnellere Jupiter rückt immer mehr an den ringgeschmückten Saturn heran. Es ist spannend, die Annäherung beider Planeten von Woche zu Woche zu verfolgen. Kurz vor Weihnachten (21. Dezember) wird Jupiter schließlich den Ringplaneten einholen.

Beide Planeten halten sich nur kurz am Abendhimmel auf. In den ersten Novembertagen geht Jupiter kurz nach 21 Uhr unter, Ende November schon eine Viertelstunde vor acht Uhr abends. Saturn folgt jeweils eine halbe Stunde später mit seinem Untergang. Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 19. November am frühen Abend. Knapp über dem Südwesthorizont sieht man das Dreigestirn Jupiter, Saturn und die zunehmende Mondsichel.

Mars leuchtet am November-Himmel

ARCHIV - 12.05.2016, USA, Maryland: HANDOUT - Der Planet Mars, aufgenommen vom «Hubble»-Weltraumteleskop. Mars ist dieser Tage besonders nah an der Erde und kann mit bloßem Auge am Nachthimmel beobachtet werden. Am 13.10.2020 wird die Erde genau zwis
Mars hält sich im Sternbild der Fische auf. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man Mars hoch am Südhimmel. © dpa, -, pt lof wst dul tba

Dominierendes Gestirn des November-Nachthimmels ist zweifellos der Mars. Unser rötlicher Nachbarplanet wurde im letzten Monat von der Erde auf der Innenbahn überholt. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man den Mars hoch am Südhimmel. Nach wie vor ist er ein auffälliges Gestirn am Nachthimmel, wenn auch seine Helligkeit abnimmt.

Es ist reizvoll, den Helligkeitsrückgang von Mars im Vergleich zu Jupiter zu verfolgen. Mars wird lichtschwächer, da sich die Erde von ihm entfernt. Sie läuft gewissermaßen dem roten Planeten davon. Zu Monatsbeginn ist Mars 70 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Bis Ende November nimmt seine Distanz auf 96 Millionen Kilometer zu. 

Nur Venus übertrifft Mars an Glanz, wenn sie am Morgenhimmel aufgeht. Aber dann verabschiedet sich Mars bereits im Westen. Denn vom Morgenhimmel zieht sich der kalte Wüstenplanet allmählich zurück. Anfang November geht Mars um fünf Uhr morgens unter, Ende des Monats schon eine Viertelstunde nach drei Uhr.

Venus verspätet sich und Merkur lässt sich blicken

Das am 6.11.2001 von der NASA veröffentlichte Foto vom November 2000 zeigt einen Meteoriten über dem US-Bundesstaat Washington. Er ist einer aus dem Leoniden-Sternschnuppenschwarm, der immer im November auftritt. Die Meteoriten kommen dabei scheinbar
Ein Meteorit aus dem Leoniden-Schwarm dringt in unsere Atmosphäre ein. © picture-alliance / dpa, epa afp Nasa

Am Morgenhimmel ist auch Venus vertreten, die weiterhin ihre Rolle als Morgenstern spielt. Sie wird jedoch allmählich von der Frühaufsteherin zur Langschläferin. Geht Venus Anfang November noch um 4 Uhr morgens auf, so steigt sie zu Monatsende erst um halb sechs Uhr über die östliche Horizontlinie. Am 13. gesellt sich die extrem schmale Mondsichel zur Venus, ein spektakulärer Himmelsanblick gegen 6 Uhr morgens.

Der selten zu sehende Merkur lässt sich in der ersten Novemberhälfte morgens auch mal blicken. Zwischen dem 6. und 18. November kann man den sonnennahen Planeten eine Stunde vor Sonnenaufgang knapp über dem Osthorizont in der beginnenden Morgendämmerung als fahlen, gelblichen Lichtpunkt erkennen.

Vom 13. bis 30. November treten am Morgenhimmel die Sternschnuppen des Leonidenstromes auf. Das Maximum ist in der Nacht vom 16. auf 17. zu erwarten. Es handelt sich um recht schnelle Meteore mit Eindringungsgeschwindigkeit um 70 Kilometer pro Sekunde, das sind 252.000 Kilometer pro Stunde.

Neumond Mitte des Monats

Am letzten Novembertag wird um 10.30 Uhr die Vollmondphase erreicht.
Am letzten Novembertag wird um 10.30 Uhr die Vollmondphase erreicht. © dpa, Owen Humphreys, dul

Neumond tritt am 15. um 6.07 Uhr ein. Einen Tag vorher befindet sich der Mond mit 357 840 Kilometer Distanz in Erdnähe. Am letzten Novembertag wird um 10.30 Uhr die Vollmondphase erreicht. Der Vollmond streift dabei den Halbschatten der Erde. Diese Halbschattenfinsternis ist von Europa aus nicht zu beobachten. Sie macht sich lediglich im pazifischen Raum und der Westküste Nordamerikas bemerkbar.