Arktiseis schwindet dahin

Geringste Ausdehnung der Eisfläche in einem November

Das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) der USA schlägt Alarm: Die Eisfläche der Arktis war im November so klein wie nie zuvor in diesem Monat seit Beginn der Satellitenmessungen vor 38 Jahren. Die Ausdehnung rund um den Nordpol betrug 9,08 Millionen Quadratkilometer und war damit fast 2 Millionen Quadratkilometer kleiner als im November-Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Grund für den Negativrekord seien ungewöhnlich hohe Temperaturen über dem arktischen Ozean, hohe Wassertemperaturen und anhaltender Südwind. Der November sei der siebte Monat in diesem Jahr mit einem Minimum-Rekord der Eisfläche. 

Wenig Meereis am Nordpol = Kälteeinbrüche in Mitteleuropa?

Die geringe Neubildung von Meereis im arktischen Ozean könnte im Winter zu arktischen Kälteeinbrüchen in Mitteleuropa führen. Denn Arktis-Eis und Winterwetter sind nach jüngsten Daten über einen Luftwirbel in 10 bis 50 Kilometern Höhe, den Polarwirbel, verbunden. "Immer mehr Studien zeigen, dass ein Mangel an Meereis auch den Wirbel in der Stratosphäre schwächt", sagte die Mathematikerin Marlene Kretschmer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung der Wochenzeitung 'Die Zeit'. Der Wirbel wiederum beeinflusse das Wetter. So führen Kretschmer und weitere Forscher den arktischen Kälteeinbruch in Nordamerika im Frühjahr 2014 auf eine Schwäche des Polarwirbels zurück.