Arktische Hitzewelle: Temperaturrekorde und Waldbrände in Kanada, Alaska und Sibirien

Es brennt lichterloh
Es brennt lichterloh Krasse Waldbrände in der Arktis 01:55

Alert: Rekord-Hitzewelle in Kanada +++ Wald- und Tundrabrände in der Arktis +++ So schlimm war es noch nie

Die nördlichste dauerhaft bewohnte Siedlung der Erde hat einen gigantischen Temperaturrekord zu vermelden. Knapp 900 Kilometer neben dem Nordpol wurden am Sonntag 21 Grad gemessen. Die Durchschnittstemperatur liegt in Alert bei 3,4 Grad. Und auch im US-Bundesstaat Alaska, der eher für seine Gletscher und eher kühle Temperaturen bekannt ist, macht ein neuer Hitzerekord Schlagzeilen. Jetzt wüten schlimme Waldbrände im hohen Norden - mit dramatischen Folgen für unser Klima.

Gigantische Flächen brennen

In Alaska sind laut der US-Wetterbehörde neue Höchstwerte gemessen worden. Am Flughafen von Anchorage, der größten Stadt des US-Bundesstaates kletterte das Thermometer auf 32,2 Grad Celsius. Das lag deutlich über dem bisherigen Höchstwert von 29,4 Grad aus dem Jahr 1969. Gleichzeitig gingen die Niederschläge auf ein Rekordtief zurück. Diese gefährliche Mischung hat für Feuer in dramatischem Ausmaß gesorgt.

Zwar sind im Sommer Wald- und Tundrabrände nicht ungewöhnlich. So früh und so großflächig sind sie jedoch noch nie gewesen. Seit Juni flammen immer wieder neue Feuer auf. Auch in Sibirien wüten Feuer so früh und in einer Größe wie noch nie zuvor. 

Heißer Juni hat alles ausgetrocknet

Grasbüschel und Bäume in der sibirischen Tundra, Taiga, Russland, Europa | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
Grasbüschel und Bäume in der sibirischen Tundra. Durch die Trockenheit wird diese Landschaft zum idealen Futter für die Feuer. © picture alliance / imageBROKER, Roger Tidman/FLPA

Besonders die ausgetrockneten Torfböden in Nordamerika und Russland machen es den Flammen leicht. Der extrem heiße Juni hat die entzündlichen Böden völlig ausgedörrt. 

Gefährliche Folgen: Große Mengen CO2 und aufgetauter Permafrost

04.07.2019, USA, Talkeetna: Ein Conair AVRO RJ85 AT Flugzeug lässt feuerhemmendes Mittel auf einem Lauffeuer in der Nähe des Montana Creek, fallen. Der nördlichste US-Bundesstaat Alaska ist für seine Gletscher und eher kühle Temperaturen bekannt, doc
Flugzeuge kämpfen gegen die gefährlichen Feuer in der Nähe des Montana Creek (Alaska). © dpa, Michael Risinger, zeus cvi

Ein Horror für das Klima ist das freigesetzte Kohlendioxid, das durch die Brände freigesetzt wird. Allein im Juni wurden 50 Millionen Tonnen des Treibhausgases in die Luft geschleudert, so die Weltmeteorologie-Organisation WMO. Das ist so viel, wie ein Industrieland in einem Jahr produziert. 

Ein Teufelskreis: Der Permafrost, der unter der Torfschicht liegt taut normalerweise im Sommer auf eine Tiefe von 50 Zentimetern auf, später im Jahr friert diese Schicht dann wieder ein. Durch die Brände wird das Auftauen begünstigt. Außerdem lagert sich eine schwarze Rußschicht auf den verbliebenen Schnee- und Eisflächen ab. Die gefährliche Folge: Schnee und Eis werden durch die absorbierende Sonneneinstrahlung erwärmt.

Wo und in welchen Bereichen das Wetter in Deutschland extrem wird, erfahren Sie in unserer Dokumentation: „Wüstenstaat Deutschland“.