Ammen-Dornfingerspinne: So gefährlich ist ihr Biss

Die Rückkehr des Ammen-Dornfingers
Die Rückkehr des Ammen-Dornfingers Das sollten Sie bei einem Biss beachten 00:54

Warme Temperaturen locken giftige Spinnen nach Deutschland

Eigentlich fühlt sich die Ammen-Dornfingerspinne am Mittelmeer besonders wohl, doch mittlerweile wird sie immer öfter in Deutschland gesichtet. Schuld daran sind unter anderem die immer weiter steigenden Temperaturen hierzulande. Sogar in Norddeutschland ist die Giftspinne auf dem Vormarsch. Im Video sehen Sie ein Nest der Ammen-Dornfingerspinne. Wenn Sie so eins sehen, machen Sie besser einen Bogen darum.

Wo kommt die Dornfingerspinne plötzlich her?

Sie hat einen rot-orangenen Kopf, ein meistens gelb bis olivgrünes Hinterteil und hält sich gerne im hohen Gras auf: die Ammen-Dornfinger-Spinne. Die giftige Spinne ist in Deutschland auf dem Vormarsch und beißt sich selbst durch Jeans hindurch in den Körper. Aber woher kommt sie eigentlich?

"Die Spinne kommt aus dem südlichen Europa und braucht warme Temperaturen. Die milden Winter haben ihr geholfen, sich auch hier zu verbreiten", erklärt der Biologe Carsten Scheibe. Die Dornfingerspinne ist ein Jäger, sie spinnt also keine Netze, sondern sucht sich zu Fuß ihre Opfer. Tatsächlich gibt es die Spinnenart in Deutschland schon seit den 1950er Jahren, sie ist nur selten aufgefallen, da die Tiere nachtaktiv sind. Aber auch die warmen Temperaturen haben sie nun vermehrt nach Deutschland gelockt.

Wie gefährlich ist das Gift der Dornfingerspinne?

Für Menschen kann die giftige Spinne nur gefährlich werden, wenn sie durch Fußgänger gestört wird - tagsüber, wenn sie schläft. Ein Biss fühlt sich zunächst an wie ein Wespenstich und es sind zwei kleine Einstichstellen der Kieferklauen sichtbar. Symptome können sein:

  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Anschwellen der Lymphknoten (vereinzelt)

Das Gift ist in der Regel für Menschen und Tiere nicht lebensbedrohlich, aber extrem unangenehm. Manche Menschen reagieren auf das Gift der Dornfingerspinne heftiger, beispielsweise mit Kreislaufproblemen. In jedem Fall gilt: Wenn Sie gebissen worden sind - nicht in Panik verfallen. Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf, da die Folgen des Bisses zunächst nicht absehbar sind. Wenn Ihnen schwindelig wird, rufen Sie sofort den Notarzt. Die Wunde kühlen, hilft in diesem Fall nicht und auch Kratzen sollten Sie unbedingt vermeiden.

Tipps, um nicht gebissen zu werden

Wer durch hohes Gras spaziert, kann einen Biss im Vorbeigehen einfangen. Die Ammen-Dornfingerspinne baut keine Netze, sondern baut sich aus langen Grashalmen und Spinnweben ein kleines, hühnereigroßes Nest zusammen. Ein Biss ist unter anderem auch beim Rasenmähen möglich, da sie sich hierbei bedroht fühlt. Vor allem die Weibchen können sehr aggressiv und bissig sein, wenn sie im Hochsommer ihre Eier vor Feinden schützen. Daher ereignen sich die meisten Bisse von Ende Juli bis Anfang September.

Um von der Dornfinger-Spinne nicht gebissen zu werden, halten Sie sich am besten an zwei Empfehlungen: Meiden Sie hohes Gras und bleiben Sie auf vorgegebenen Wegen.