Twitter rätselt: Ist 3,5 Jahre alte Hühnersuppe wohl gefährlich?

Wie gefährlich könnte der Inhalt eines Topfs sein, der seit Jahren auf dem Balkon vergammelt?
Wie gefährlich könnte der Inhalt eines Topfs sein, der seit Jahren auf dem Balkon vergammelt? © iStockphoto, (Symbolbild)

Diese Twitter-Frage zieht weite Kreise

Wer von Ihnen erinnert sich an das berühmte physikalische Gedankenexperiment von Schrödingers Katze, das uns unter anderem Sheldon Cooper in „The Big Bang Theory“ erklärt hat? Auf Twitter macht nun eine ähnliche Frage die Runde: Wenn man Hühnersuppe im Schnellkochtopf dreieinhalb Jahre auf dem Balkon vor sich hingammeln lässt, ohne den Topf jemals zu öffnen – lebt darin dann etwas und ist es wohl gefährlich?

#SchrödingersHühnersuppe

Dieses nicht ganz so hypothetische Szenario macht aufgrund einer Reihe von Tweets der Twitter-Nutzerin DontDegradeDebs alias Debora Antmann die Runde. Sie erläutert, dass ihre Schwester den Topf mit einem Druckverschlussdeckel vor Jahren bei ihr auf dem Balkon geparkt hatte. Für Debora war klar: Diese Sauerei muss auch die Schwester wieder entsorgen! Doch inzwischen sind über drei Jahre vergangen, die Geschwister reden nicht mehr miteinander und das Saubermachen bleibt an der Erstellerin des Tweets hängen. Wenn da doch nur nicht so viele ungeklärte Fragen wären!

Ist es wohl gefährlich, den Topf zu bewegen?

„Liebe Leute, ich brauch mal Eure Twitter-Schläue“, beginnt Debora den Beitrag, in dem sie das „ziemlich eklige, aber möglicherweise sehr reale Szenario“ beschreibt. Die Fragen, die sie sich (und den anderen Twitter-Nutzern) stellt:

„1. Wie viel Druck ist wohl nach 3 Jahren in so nem Schnellkochtopf mit Hühnersuppe? (Haben es versucht zu googeln und ist wahrscheinlich das einzige, worauf es im Internet keine Antwort gibt)

2. Glaubt ihr es ist gefährlich den Kochtopf zu bewegen?

3. Würdet ihr ihn öffnen und wenn ja, wie?

4. Was würdet ihr machen?

5. Schwester enterben (gibt nix zu erben) oder selber schuld, das ich es überhaupt

hab so weit kommen lassen?“

Und die Antworten lassen nicht lange auf sich warten!

Mittel gegen Corona? Gefährliches Geschoss? Oder doch einfach nur eklig?

Manche Twitter-User denken sich die wildesten Pläne aus, um das möglicherweise gefährliche Geschoss gefahrlos zu öffnen. „Das Ding irgendwo auf ein Feld zu stellen und darauf zu schießen – ich weiß nicht, warum das die ungefährlichste Lösung sein soll. Aber diese Vorschläge kamen mehrfach“, berichtet Debora in einem Beitrag des Radiosenders Deutschlandfunk Nova. Einfach wegwerfen? Davon rät die Berliner Stadtreinigung ab. Die Freiwillige Feuerwehr will für ihren Teil gar nicht wissen, was in dem Topf vor sich geht, wie Debora bei Twitter berichtet.

Doch für viele Twitternutzer ist die Neugier groß: Was, wenn sich im Topf das Gegenmittel gegen Corona versteckt? Eine neue Lebensform, die den Topf eingenommen hat und irgendwann den ganzen Balkon für sich belagert?

Spende für die Wissenschaft?

Debora selbst hat ein paar neue Ideen, was sie mit dem Topf anstellen kann – vor allem aufgrund des viralen Interesses an ihrer ganz eigenen Version von Schrödingers Katze. Vielleicht kann sie den Topf samt Inhalt einfach einem Forschungslabor spenden? „Der Kochtopfhersteller hat sich gemeldet und würde das Rätsel um #SchrödingersHühnersuppe auch gerne lösen“, schreibt sie.

Inzwischen hat der Hersteller Fissler die Suppe geöffnet. Was dabei zum Vorschein kam, verraten wir hier.

Übrigens noch mal zur Auffrischung: Bei Schrödingers Katze handelt es sich um ein Paradoxon zur Veranschauung eines Problems in der Quantenmechanik. Schrödinger stellt darin die Frage, ob eine Katze, die man in einem Karton mit einem instabilen Atomkern sich selbst überlässt, tot oder lebendig ist. Und die nicht ganz reale aber irgendwie doch einleuchtende Theorie ist, dass sie – solange man nicht nachguckt – gleichzeitig tot UND lebendig ist. Ganz nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Hühnersuppe also – rein quantenmechanisch betrachtet – sowohl gefährlich als auch ungefährlich und sowohl genießbar als auch richtig, richtig eklig...