Alpen: Hochwasser durch Schmelzwasser und Regengüsse

Hochwasseralarm in den Alpen. Enorme Schneemengen tauen ab und dazu kommen teils drastische Niederschläge. Die Einsatzkräfte haben viel zu tun. In der Schweiz kam es zu einer filmreifen Rettungsaktion und in Österreich ist mindestens ein Todesopfer zu befürchten. In Deutschland ist die Warnlage aber noch relativ entspannt.

Dramatische Rettungsaktion in der Schweiz

Zwei deutsche Touristen übernachteten in der Schweizer Gemeinde Splügen (Kanton Graubünden) im Auto nahe dem örtlichen Gewässer, dem Hüscherenbach. Es regnete in der Nacht auf Mittwoch so stark, dass das Gewässer anschwoll. Das Ufer brach ab und das Auto wurde ins Bachbett gerissen. Die beiden Personen konnten die Rettungskräfte alarmieren und zum Glück stand zufällig(!) ein Kran in der Nähe. Die beiden Touristen konnten gerettet werden. Sie waren unterkühlt, aber sonst unverletzt.

Das Wasser verbreitete noch mehr Chaos in der Schweiz. Nach Informationen des SRF mussten verschiedene Straßen und der San-Bernadino-Tunnel gesperrt werden.

Österreich: Radfahrer nach Sturz in Fluten vermisst

Im österreichischen Bundesland Tirol kämpfen die Rettungskräfte vielerorts mit dem gewaltigen Schmelzwasser aus den Bergen. Mindestens ein Todesopfer ist zu befürchten. In Sautens stürzte ein Radfahrer in die Ötztaler Ache. Der Mann wird vermisst, seine Identität war zunächst nicht bekannt.

Zahlreiche Straßen und Brücken mussten gesperrt werden. In Innsbruck wurden vorsorglich Wassersperren aufgebaut. Die Pegelstände des Inn in Innsbruck erreichten in der Nacht auf Donnerstag einen Höchstwert von 6,32 Meter. Sie blieben damit nur knapp unter der Marke von 6,50 Metern (diese wird statistisch gesehen nur alle 100 Jahre erreicht). Allerdings liegt der höchste gemessene Pegel gar nicht so lange zurück. Im August 2005 wurden 6,58 Meter gemessen.

Auswirkungen auf Deutschland

In Deutschland ist die Situation aber noch relativ entspannt. Hoch- und Oberrhein, sowie der Inn führen leichtes Hochwasser. Dies kann noch ein paar Tage anhalten, zumal es am Freitag bis auf 1.600 Meter durch Föhn bis an die 30 Grad geben kann! In ein paar Tagen dürften die braunen Wassermassen dann zum Beispiel Köln erreichen.

Aktuell besteht aber nur eine kleine Hochwassergefahr im Alpenvorland. In Rosenheim ist inzwischen die Meldestufe 2 (von 4) erreicht worden. In Konstanz hat der Bodensee 4,62 Meter erreicht. Das ist ein 2-jährliches Ereignis, also noch nichts Aufregendes.