So betrinkt man sich klimafreundlich

Wein und Bier im Klima-Check - welches Getränk ist nachhaltiger?

von Claudia Träger

Viel trinken ist im Hitze-Sommer 2022 angesagt. Am besten Mineralwasser aus einer Mehrweg-Glasflasche. Wenn es doch mal was mit Alkohol sein soll: Wein oder Bier - welches Getränk ist in Sachen Klima, CO2-Ausstoß und Nachhaltigkeit besser? Christian Häckl mit der Antwort im Klima-Update.

Wein oder Bier: Welches Getränk ist besser fürs Klima?

Die Mehrwegflasche ist aber nur ein Aspekt, der bei der Klimafreundlichkeit von Bier vs. Wein betrachtet werden kann. Hier sind weitere Vergleichsmöglichkeiten:

Regionalität: Die Deutschen lieben deutsches Bier. Da sind die Transportwege entsprechend kürzer als bei Wein, der oft aus Italien, Frankreich, Spanien oder gar Australien, Kalifornien und Südafrika bevorzugt wird.

CO2-Senke: Hopfen wächst schneller als Wein und kann so durch die Photosynthese mehr CO2 binden und Sauerstoff produzieren. Auch hier steht Bier also besser da.

Strom- und Materialverbrauch: Bei der Weinproduktion sind weniger Maschinen notwendig, bis aus der Weintraube ein gutes Tröpfchen wird als bei der Bierherstellung aus Braugerste, Brauweizen und Hopfen Bier wird. D.h. für den Wein werden weniger Strom und weniger Rohstoffe für die Produktion dieser Maschinen verbraucht.

Wasserverbrauch/virtuelles Wasser: Hier schneidet Bier offenbar besser ab. Beim Herstellungsprozess von einem Liter Bier werden 300 Liter Wasser verbraucht, heißt es in unterschiedlichen Quellen. Beim virtuellen Wasser oder Wasser-Fußabdruck werden die Bewässerung der Pflanzen über die Reinigung von Maschinen bis zur Verschmutzung von Wasser einbezogen. Für ein Glas Wein fallen demnach etwa 120 Liter Wasser an. Das macht also für einen Liter Wein 1200 Liter Wasser bei einer Füllmenge von 1 Deziliter.

Bierkonsum hängt an der (Glas)Flasche

Die Grafik zeigt die Absatzverteilung von Bier nach Gebindeart in Deutschland.
Wie die Statista-Grafik mit Daten von IRI zeigt, wird über 80 Prozent des im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und Getränkeabholmarkt abgesetzten Bieres in wiederverwendbaren Glasflaschen verkauft – bei Mischbier sind es etwa 77 Prozent.

Klimafreundlichkeit-Vergleiche sind schwierig

Ein Problem in der Vergleichbarkeit liegt darin, dass die vorhandenen Daten zum CO2-Ausstoß während Produktion, Transport und Lagerung, also den CO2-Fußabdrücken von Lebensmitteln teilweise deutlich auseinander liegen. Deshalb hatte das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg im Jahr 2020 die Broschüre „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“ herausgegeben. Sie kommen zu einem nicht ganz so eindeutigen Ergebnis im Bier-Wein-Vergleich. Nach ihren Berechnungen beträgt der CO2-Fußabdruck an der Supermarktkasse in Deutschland

  • für eine 0,5 Liter-Glasmehrwegflasche Bier 0,9 CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Bier,
  • für eine 0,75 Liter-Glaseinwegflasche Wein 1,0 CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Wein.

In der Summe dürfte dann wiederum Bier mit schlechteren Karten da stehen, denn der Bierkonsum übersteigt den von Wein um ein Vielfaches.

Der Bierkonsum sinkt

In Deutschland reduziert sich der durchschnittliche Konsum alkoholischer Getränke, dies ist vor allem durch den Rückgang im Biersegment zu erklären.
Die Grafik zeigt den Pro-Kopf-Verbrauch von Bier, Wein, Schaumwein und Spirituosen in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2021 in Litern.

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(ctr)