Pentagon teilt Wissen um unbekannte Flugobjekte

Astronaut Chris Hadfield kritisiert Alien-Hype um UFOs

UFO-Diskussion in der Öffentlichkeit: "Gipfel der Dummheit"

Sie sind wieder in aller Munde: UFOs. Einer der Hauptgründe liegt darin, dass erneut unerklärliche Phänomene veröffentlicht wurden. Das Verteidigungsministerium wird nun im Juni seine Erkenntnisse zu unbekannten Flugobjekten mit der Öffentlichkeit teilen. Die Veröffentlichungen mit kleinen grünen Aliens gleichzusetzen, hält der ehemalige Astronaut Chris Hadfield für den „Gipfel der Dummheit“.

UFOs direkt mit Aliens gleichzusetzen „Gipfel der Dummheit"

"Space Oddity", kanadischer Astronaut Chris Hadfield
Astronaut Chris Hadfield sang 2013 auf der Internationalen Raumstation ISS seine Version von Bowies "Space Oddity".

Unbestritten ist, dass es dem Menschen bisher nicht gelungen ist weiteres Leben zu finden. Um das herauszufinden ist beispielsweise der Mars-Rover Perseverance auf dem Roten Planeten unterwegs. Außerdem wird die Atmosphäre der Venus nach primitivem Leben untersucht. Intelligentes Leben, das in der Lage wäre, Raumschiffe zu bauen, um uns zu besuchen wurde allerdings noch nicht entdeckt. Der Glaube an außerirdische Intelligenz lebt allerdings wie eine YouGov-Umfrage vor fünf Jahren ergab. Demnach glaubten 56 Prozent der Deutschen an außerirdisches Leben.

Der momentane Hype um Aliens trifft aber auch auf Kritik. In einem CBC-Radio-Interview sagte der kanadische Astronaut Chris Hadfield: „Bis zu diesem Punkt haben wir definitiv nirgendwo außer auf der Erde Beweise für Leben gefunden." Er führt weiterhin aus, dass er unzählige Dinge am Himmel gesehen habe, die er nicht verstehe und führt fort: „Aber um etwas am Himmel zu sehen, das du nicht verstehst und dann sofort zu dem Schluss zu kommen, dass es intelligentes Leben aus einem anderen Sonnensystem ist, ist der Gipfel der Dummheit und des Mangels an Logik."

Pentagon-Veröffentlichungen am 25. Juni

FILE - This March 27, 2008, file photo, shows the Pentagon in Washington. Reports of sexual assaults across the U.S. military increased by a very small amount in 2020, a year when troops were largely locked down for months as bases around the world g
Das US-Verteidigungsministerium sitzt im sogenannten Pentagon in Washington D.C.

Am 25. Juni läuft die Deadline ab, die das Pentagon bekommen hat, um sein Wissen zu teilen. Dann soll das Verteidigungsministerium der USA offenlegen was es über nicht identifizierte Flugobjekte weiß und noch wichtiger: Was es unternimmt, um aufzuklären worum es sich bei den Phänomenen handelt.

Für Piloten der Luftstreitkräfte könnte es eine Erleichterung sein. Bisher wurden sie angehalten bei ungewöhnlichen Beobachtungen eher zu schweigen, um ihre Karriere nicht aufs Spiel zu setzen. Wenn die Diskussion nun in der Öffentlichkeit stattfindet, würden vielleicht mehr Piloten ihre Erfahrungen teilen.

Lenticularis-Wolke wird auch UFO-Wolke genannt

Lenticulariswolke
Bei einer flüchtigen Betrachtung ähnelt auch eine Lenticulariswolke einem fliegenden Untertasse.

Doch ist auch das mit Vorsicht zu behandeln, denn bei vielen unklaren Phänomenen wird es sich nicht um „grüne Marsmenschen“ handeln. Andere Vorkommnisse können wir mit unserem aktuellen Wissenstand vielleicht einfach noch nicht erklären. Bei anderen Phänomenen handelte es sich vielleicht auch einfach nur um Wolken. Mit der Lenticularis-Wolke nennt RTL-Meteorologe, Björn Alexander ein Beispiel: „Die Lenticularis-Wolke hat ihren Namen aus dem Lateinischen von ‘linsenförmig’ und hat im Laufe der Jahre eine Vielzahl von weiteren Namen bekommen.“

Weitere Namen sind aber auch gebräuchlich wie beispielsweise Rotorwolke, Föhnschiffchen oder Föhnfisch. „Auch der Name UFO-Wolke ist durchaus gebräuchlich. Gerade dann, wenn die Wolke von der tieferstehenden Sonne rötlich in Szene gesetzt wird“, erklärt der Meteorologe weiter. Wie es zu dem Wolken-Phänomen kommt, erklärt Alexander folgendermaßen: „Dabei ist die Entstehung vor allem an Gebirge gebunden, denn auf der windabgewandten Seite der Berge oder Gebirgszüge, also auf der Lee-Seite, kann die Luft in Wellenbewegung bis hin zur Rotation versetzt werden. Sind die Winde besonders stark und konstant, dann stehen die Rotorwolken nahezu ortsfest. Abseits der Berglagen sind solche Wolkenformen wesentlich seltener, können aber bei bestimmten Wind-Konstellation ebenfalls entstehen.“

Nachdenken über außerirdisches Leben

UFO, Aliens, Außerirdische
Die Illustration zeigt, wie sich meist ein UFO vorgestellt wird: als fliegende Untertasse.

Wolkenformation hin oder her, die Veröffentlichungen des Pentagon könnte dazu beitragen mehr UFO-Phänomene zu erklären, wenn sich mehr als eine geschlossene Gruppe wie die Abteilung AATIP (Advanced Aerospace Threat and Identification Program) des Pentagon damit beschäftigt. So ganz wollte Hadfield die Diskussion auch nicht zum Verstummen bringen. Er fügte hinzu, dass es sich lohne, über die Existenz außerirdischen Lebens nachzudenken, da die Diskussion über UFO-Sichtungen in seinen Augen faszinierend und „direkt an der Grenze zwischen Realität und Science-Fiction und Fantasie“ sei.

Hochgekocht waren die Spekulationen zuletzt, nachdem in Indonesien ein UFO im Meer versank und der ehemalige US-Präsident Brack Obama sich zu unbekannten Flugobjekten geäußert hat. Auch das zentrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) in Lützelbach-Breitenbrunn meldete mehr Anrufe wegen unbekannten Flugobjekten.

UFO-Sichtungen nichts Ungewöhnliches mehr

Wichtig ist zu wissen, dass UFO-Sichtungen nichts Ungewöhnliches mehr sind. Eine erste Erklärung liefert das Wort an sich bereits. Denn es meint nichts anderes als ein unbekanntes oder unidentifizierbares Flugobjekt. Und mit allem, was da mittlerweile so am Himmel an Satelliten oder Weltraumschrott zu sehen ist, kann man schon mal schnell den Überblick verlieren. Die Starlink-Satelliten von Elon Musk wurden von so manchem für Außerirdische gehalten. Auch die US-Navy bestätigte schon eine UFO-Sichtung – die veröffentlichten Aufnahmen sehen Sie im Video.

von Karim Belbachir

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(kfb)