Aktion "Wetterpate" 2020 startet am 25.09. - geben Sie einem Hoch oder Tief Ihren Namen!

Wem würden Sie ein Hoch oder ein Tief schenken?
Wem würden Sie ein Hoch oder ein Tief schenken? Wetterpatenschaft 00:51

Ein Hoch für 299, ein Tief nur 199 Euro

Bürger und Firmen können auch 2020 wieder Pate eines Hoch- oder Tiefdruckgebiets werden. Anträge für die Taufe eines Druckgebiets nimmt die Aktion Wetterpate (www.wetterpate.de) von diesem Mittwoch (00.00 Uhr) an entgegen. 

Hochdruckgebiete tragen demnach nächstes Jahr männliche und Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen. Der Erlös aus dem Verkauf ermöglicht die Fortsetzung der studentischen Wetterbeobachtung an der Station Berlin-Dahlem. 

Ein Hoch zu taufen kostet 299 Euro, ein Tief 199 Euro. Hochs halten länger an und sind seltener als Tiefdruckgebiete.

Besonders ausgefallene Namen

Die Namen der Tief- und Hochdruckgebiete sind für Wetterfans das Salz in der Suppe. Wir haben das Archiv dürchwühlt und einige besonders ausgefallene Namen herausgekramt.

Manche Namen sind regelrechte Schmunzler, wie beispielsweise Tief Yuppadee (2012) oder Tief Queenie (2004). Wettermoderatoren können allerdings ins Schleudern geraten, wenn Druckgebiete wie Tief Xoxi (2000), Tief Oreithyia (2004), Tief Yanqiu (2006) oder Tief Beibhinn (2013) auftauchen.

Viele Wetterpaten sind vermutlich schon „ältere Semester“, denn etliche Namen sind heutzutage kaum noch bekannt. Oder kennen Sie jemanden, der so heißt wie Tief Ildefons (2003), Tief Hanfried (2003), Tief Wendeline (2003), Hoch Godelef (2006), Hoch Griseldis (2007), Hoch Frommhold (2010), Tief Schwiedhard (2011), oder Tief Gunwald (2015)? Besonders überrascht waren wir von Tief Naruporn (2008) und Tief Notburga (2013).

Ein bisschen Exotik bringen Namen aus anderen Kulturkreisen. Tief Zeynep (2004),  Hoch Oguzcan (2006), Tief BinRasheed (2015), Tief Xin (2016), Hoch Nilüfer (2017) und Tief Youenn (2018) bezeugen, dass Wetter international ist.

Falls Ihnen jetzt der Kopf raucht, vergessen Sie bitte nicht, dass viele Tiefs und Hochs bodenständige Namen haben. Denken Sie an Tief Wulfdieter (2008), Hoch Petermartin (2012) oder Tief Schorsche (2018). Das klingt nach richtigem Kumpelwetter, oder?

Wie funktioniert die Namensgebung?

Warum haben Druckgebilde überhaupt Namen? Heißen die überall so? Und wer hat das wann erfunden?

Wie funktioneren die Wetterpatenschaften?
Wie funktioneren die Wetterpatenschaften? Hochs und Tiefs zum Verkauf 01:55

Karla Wege 'tauft' die ersten Druckgebilde - Bekanntheit kam mit Orkantief Vivian

Bereits während des Zweiten Weltkrieges begann der amerikanische Wetterdienst Taifune, also tropische Wirbelstürme im Pazifik, mit weiblichen Vornamen in alphabetischer Reihenfolge zu benennen. Dies sorgte für einen besseren Überblick über die aktuelle Wetterlage, besonders beim gleichzeitigen Auftreten mehrerer Taifune waren die individuellen Bezeichnungen von Vorteil für die Kommunikation. Auch Hurrikane, tropische Wirbelstürme im Atlantik wurden schon bald getauft. Seit 1979 wechselt das Geschlecht der Vornamen ganz im Sinne der Gleichberechtigung von Wirbelsturm zu Wirbelsturm.

In Deutschland dauerte es noch bis zum Jahr 1954, als die damalige Studentin Karla Wege, später wurde als Wettermoderatorin beim ZDF bekannt, im Institut für Meteorologie an der Freien Universität in Berlin vorschlug, Druckgebilde zu benennen, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Dabei wurden Hochdruckgebiete zunächst mit männlichen Vornamen versehen, Tiefdruckgebiete erhielten weibliche. Allerdings hielt sich das mediale Interesse an der Namensgebung über Jahrzehnte hinweg sehr in Grenzen. Erst die beiden aufeinanderfolgenden Orkantiefs Vivian und Wiebke weckten im Jahr 1990 das Interesse der Öffentlichkeit und sorgten wegen ihrer enormen Schäden für Aufsehen in Deutschland und Umgebung.

Hochs und Tiefs: An der Grenze wechselt der Name

Vornamen für Hochs und Tiefs und Wirbelstürme
Hurrikan Matthew, als er noch kein normales Tiefdruckgebiet war. © dpa, Handout, ks

In den darauffolgenden Jahren wurde die Kritik an der Verwendung von weiblichen Vornamen für Tiefs jedoch immer lauter. Immerhin werden Hochdruckgebiete meist mit ruhigem, wolkenarmem und beständigem Wetter verbunden. Seit 1998 wechseln daher Hoch- und Tiefdruckgebiete jährlich das "Geschlecht". In geraden Jahren tragen Hochdruckgebiete männliche Vornamen, in ungeraden ist die Damenwelt für das "schöne" Wetter zuständig. Tiefdruckgebiete werden dann mit einem Vornamen des jeweils anderen Geschlechts bezeichnet. Dabei erfolgt die Vergabe ebenfalls nach alphabetischer Reihenfolge von A bis Z, anschließend startet ein weiterer Durchgang des Alphabets bis zum Ende des Jahres. Im November 2002 wurde schließlich die Aktion "Wetterpate" geboren. Hierbei kann die Patenschaft eines Hochs und Tiefs erworben werden.

Auch europäische Nachbarn vergeben Namen. Erreicht ein Sturm beispielsweise die Grenze Schwedens, bekommt dieser vom Meteorologischen und Hydrologischen Institut Schwedens den Namen entsprechend der Liste für die Namenstage des aktuellen Datums. In Norwegen legt man dagegen am Meteorologischen Institut in Oslo bereits lange im Voraus die Namen für die Sturmtiefs fest. Dabei werden die Tiefs ganz im Sinne der geschlechtlichen Gleichberechtigung immer abwechselnd mit einem männlichen und einem weiblichen Namen versehen.

Quelle: DWD

Nachtrag der Redaktion: Und wenn sich tropische Wirbelstürme im Atlantik auf den Weg nach Europa machen und währenddessen herabgestuft werden zum stinknormalen Tief, behalten sie ihren Namen zu Gunsten der Wiedererkennung - und möglicherweise der Dramatik - und bekommen ein "ex-" vorangestellt.