Teil-Lockdown verlängert, teurere Bahntickets & Entlastung bei Maklerprovision

Das ändert sich im Dezember 2020 für Verbraucher

Mutter und Tochter vor Weihnachtsbaum
Die Weihnachtszeit wird sich in diesem Jahr durch Corona verändern. © iStockphoto, NIKOLA MILJKOVIC

Änderungen im Dezember 2020: Das müssen Sie wissen

Auch im Dezember 2020 gibt es für Verbraucher wieder einige Änderungen. Viele davon haben mit der Eindämmung der Corona-Pandemie zu tun und werden die Vorweihnachtszeit und unser Weihnachtsfest in diesem Jahr merklich beeinflussen. Zudem werden Bahntickets im Fernverkehr wieder teurer. Andere Änderungen im Dezember 2020 stärken die Rechte von Wohnungseigentümern und sollen Immobilienkäufer finanziell entlasten.

Teil-Lockdown in Deutschland verlängert & Maßnahmen verschärft

Der Teil-Lockdown in Deutschland soll auch im Dezember bleiben. Bis Mitte Januar sollen Maßnahmen gegen das Coronavirus sogar ausgeweitet und verschärft werden – das geht aus einem Entwurf der Beschlussvorlage für die Videokonferenz der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel hervor, der RTL vorliegt. Im Entwurf ist eine Ausnahme von den strikten Kontaktbeschränkungen fürs Weihnachtsfest im Kreise der Familie enthalten. Böller zu Silvester sollen demnach aber verboten werden.

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Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn

Bei der Deutschen Bahn gibt es zum 13. Dezember 2020 einen Fahrplanwechsel. Der neue Winter-Fahrplan 2020/2021 ist bis zum 12. Juni 2021 gültig. Die Preise im Fernverkehr werden mit dem neuen Fahrplan um durchschnittlich 1 Prozent steigen, liegen damit aber weiterhin unter dem Vorjahresniveau: Zum 1. Januar 2020 wurden sie wegen der Mehrwertsteuersenkung für Fernverkehrstickets um rund 10 Prozent gesenkt.

Auch Flexpreis-Tickets werden zum 13. Dezember um durchschnittlich 1,5 Prozent teurer, die Preise für die BahnCard 100 steigen um rund 1,9 Prozent an. Sparpreise und BahnCard 25/50 sollen mit dem Fahrplanwechsel preisstabil bleiben.

Weiterhin kostenlose Flugumbuchungen möglich

 Ryanair Boeing 737-800 Flugzeug Flughafen Korfu in Griechenland Korfu, Griechenland - 19. September 2020: Eine Boeing 737-800 der Ryanair mit dem Kennzeichen EI-EKI auf dem Flughafen Korfu CFU in Griechenland. *** Ryanair Boeing 737 800 aircraft Cor
Bei Ryanair und anderen Airlines können Sie weiterhin kostenlos Ihre Flüge umbuchen. © imago images/Aviation-Stock, Markus Mainka via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Auch im Dezember und Januar erlässt die irische Billig-Airline Ryanair ihren Kunden wegen der Corona-Pandemie die Umbuchungsgebühr für Flüge, die ab dem 10. Juni 2020 gebucht wurden und die bis einschließlich Januar stattfinden sollten. Änderungen müssen Passagiere allerdings bis spätestens sieben Tage vor Abflug angeben. Umgebucht werden kann auf einen anderen Flug der Ryanair-Gruppe, der vor dem 30. September 2021 abfliegt.

Auch Lufthansa verzichtet noch bis zum Jahresende auf Umbuchungsgebühren, ebenso deren Fluglinien Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines. Weltweit sind dort sowohl auf Kurz- als auch auf Mittel- und Langstrecke sämtliche Tarife mehrfach kostenlos umbuchbar.

Sie müssen wegen Corona einen Flug umbuchen? Was genau bei den einzelnen Airlines gilt und was Sie beachten müssen, haben wir hier zusammengestellt.

Verkäufer müssen sich an Maklerprovision beteiligen

Weibliche Hände schützen ein kleines Einfamilienhaus
Bestellt der Verkäufer einen Makler, müssen Immobilienkäufer dessen Provision künftig nicht mehr alleine übernehmen. © Robert Kneschke - Fotolia, Robert Kneschke

Wer eine Immobilie kauft, muss bisher meist auch die Maklerprovision von bis zu gut sieben Prozent des Kaufpreises komplett übernehmen. Ab dem 23. Dezember 2020 ändert sich das: Auch Verkäufer müssen sich dann an den Kosten für einen Immobilienmakler beteiligen. Künftig muss derjenige, der einen Makler beauftragt, dann mindestens die Hälfte der Provision selbst tragen.

Der Käufer muss seinen Anteil an der Provision künftig auch erst dann überweisen, wenn der Verkäufer seine Zahlung nachgewiesen hat. So soll verhindert werden, dass Verkäufer die volle Provision auf den Käufer abwälzen. Der Bauherren-Schutzbund fürchtet allerdings, dass Verkäufer die Kosten für den Makler künftig direkt auf den Preis der Immobilie aufschlagen.

Neues Wohnungseigentumsgesetz stärkt Rechte der Eigentümer

Am 1. Dezember 2020 tritt ein komplett überarbeitetes Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) in Kraft. Wer eine Wohnung besitzt, kann sich mit diesem auf zahlreiche Änderungen einstellen: Bauliche Veränderungen und Modernisierungen des Wohnungseigentums, etwa für Einbruchsschutz, E-Mobilität oder schnellere Internetverbindungen, werden erleichtert. Eigentümer haben künftig zudem ein Recht auf Einsicht in Verwaltungsunterlagen. Mit dem neuen Gesetz wird eine Eigentümerversammlung künftig auch immer beschlussfähig, deshalb gilt ab dem 1. Dezember 2020 auch eine Ladefrist von drei statt vorher zwei Wochen.

Keine verkaufsoffenen Adventssonntage in NRW

Die bevorstehende Adventszeit gilt als die für den Einzelhandel lukrativste Zeit im Jahr, die durch verkaufsoffene Sonntage noch verstärkt wird. Wegen der Corona-Pandemie werden in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr allerdings keine Geschäfte an den Adventssonntagen öffnen dürfen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster verbot dies nach einer Klage von Verdi nun, weil eine Öffnung „keine notwendige Schutzmaßnahme im Sinne der infektionsschutzrechtlichen Generalklausel“ darstelle, sondern das Infektionsrisiko vielmehr noch verstärken würde.

Video-Playlist: Alles, was Sie zum Coronavirus wissen müssen